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Sharks müssen den Abgang von Marleau kompensieren

Serie 31 in 31 von NHL.com/de: San Jose muss auf Leistungssprung aller verbliebenen Spieler hoffen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Der Startschuss zur NHL-Saison 2017-18 steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Türe, doch die Nachwuchs-Camps sind geschafft und die Trainingscamps in Sichtweite. Wir denken, dass es das Beste ist, die Sommerhitze im August mit Analysen Eurer Lieblingsteams zu bekämpfen.

Jeden Tag wird Euch NHL.com/de im Rahmen der 31 in 31 Serie mit fundierten Einschätzungen der Mannschaften versorgen.

Wo wird die Reise für den Liganeuling Vegas Golden Knights hingehen? Können die Pittsburgh Penguins ihre dritte Meisterschaft in Folge feiern? Welche Teams könnten uns alle überraschen?

Alle diese Fragen werden in den täglichen Artikeln beantwortet.

Heute analysieren wir die San Jose Sharks:

Bilanz 2016/17: 46-29-7, 3. Platz in der Pacific Division

Playoffs 2017: 2:4 Niederlage in der 1. Runde gegen Edmonton Oilers

Trainer: Peter DeBoer, seit Mai 2015

Neuzugänge: Brandon Bollig, Antoine Bibeau

Abgänge: Patrick Marleau, David Schlemko, Mirco Mueller

Wo sie herkommen:

Nach dem erstmaligen und lang ersehnten Einzug in das Stanley Cup Finale 2016, das sie gegen die Pittsburgh Penguins in sechs Spielen verloren, konnten die San Jose Sharks in der abgelaufenen Saison nicht an den Erfolg anknüpfen, qualifizierten sich zwar als Dritter der Pacific Division für die Playoffs, schieden jedoch in der ersten Runde gegen die Edmonton Oilers aus.

Ambitioniert ist die Franchise aus dem Norden Kaliforniens, doch ob es in den kommenden Jahren für den großen Triumph reichen wird, ist fraglicher denn je.

Was sie änderten:

Grund dafür ist das zunehmende Alter der Leistungsträger der Sharks und der Abgang von Stürmer Patrick Marleau, der San Jose durch sein Auftreten und seine Leistungen über einen Zeitraum von 20 Jahren prägte und am 2. Juli bei den Toronto Maple Leafs unterschrieb.

Es wird Zeit, dass junge Spieler ihren Weg machen und in die Bresche springen. Die entstandene Lücke soll aus den eigenen Reihen geschlossen werden, denn von einer spektakulären Neuverpflichtung nahmen die Verantwortlichen Abstand.

Neben den "Oldies" Joe Thornton(38), Joe Pavelski(33) und Joel Ward(36) verfügen die Sharks über einige Talente, allen voran den 23-jährigen Tomas Hertl, der jedoch in der abgelaufenen Saison aufgrund einer Knieverletzung nur 49 Spiele absolvieren konnte und dabei lediglich auf 22 Punkte kam. Der 25-jährige Joonas Donskoi erreichte nur 17 Punkte in 61 Spielen und der 23-jährige Chris Tierney nur 23 Punkte in 80 Spielen. Alle drei müssen in der kommenden Saison einen Schritt nach vorne machen, um San Jose wettbewerbsfähig zu halten.

Die Pacific Division wird durch den Aufstieg der Oilers und der Calgary Flames nicht einfacher und wer nicht Schritt hält, wird schnell nach hinten durchgereicht. Immerhin konnten die Verträge mit den Verteidigern Brent Burns und Marc-Edouard Vlasic, sowie Torhüter Martin Jones und Center Thornton verlängert werden.

Für den 20-jährigen Timo Meier aus der Schweiz wird es ein wichtiges Jahr werden, sich in der NHL zu beweisen, wie wohl für den 27-jährigen Melker Karlsson. Auf beide könnte mehr Eiszeit zukommen, die sie mit Leistung zurückzahlen müssen.

Gerade Hertl, Tierney und Donskoi blieben in den Playoffs gegen Edmonton ohne Treffer und Karlsson und Ward trafen je einmal. Zu wenig, um weiterzukommen, insbesondere weil Thornton und Couture angeschlagen und nicht fit waren.

Die Sharks haben den ausgelaufenen Vertrag mit Thornton um ein weiteres Jahr verlängert und sich das noch einmal acht Millionen US-Dollars kosten lassen. Dafür sollte der Kanadier mehr punkten als seine 50 Zähler zuletzt. Seine sieben Tore waren abgesehen von seiner Premierensaison sein schlechtester Wert in der NHL.

"Viele der Jungs hatten letztes Jahr nicht die Saison, die sie wollten, also freue ich mich darauf zu sehen, wie sie Wege finden, um wieder besser zu sein", sagte Couture im Juli bei NHL Network. "Es gibt viele junge Spieler, die um einen Platz kämpfen und die Älteren dazu anspornen, besser zu werden. Ich denke wir haben einige gute junge Talente und erfahrene Spieler, die noch gute Jahre haben werden."

Video: SJS@WPG: Thornton verbucht 1.000. Assist

So ruhen die Hoffnungen auf Burns, der während der regulären Saison die Sharks als Verteidiger bei den Punkten (76) und Assists (47) anführte und zusammen mit Center Joe Pavelski der beste Torschütze (29) war.

Ein weiterer Verlust ist der Abgang von Verteidiger David Schlemko, den die Vegas Golden Knights beim NHL Expansion Draft auswählten und ihn später zu den Montreal Canadiens abgaben. Insofern wurde im dritten Verteidigerpaar ein Platz frei, für den Dylan DeMelo (24) und Brenden Dillon (26) die besten Chancen haben dürften. 

Zwischen den Pfosten konzentriert sich alles auf den 27-jährigen Jones, der bewiesen hat, dass er die Nummer 1 Position gut ausfüllen kann. Andererseits fehlt den Sharks ein passender Backup, der in die Bresche springen könnte, falls Jones sich verletzt.

Wie sie abschneiden könnten:

Für die Sharks wird es kein einfaches Jahr werden und die Konkurrenz in der Pacific Division hat an Stärke gewonnen. Auf dem Papier wiegen die Abgänge schwerer als Neuzugänge verpflichtet wurden. Von daher ist San Jose darauf angewiesen, dass alle Spieler mehr leisten, als es in der Saison 2016/17 der Fall war. Trotzdem reichte es noch zu 99 Punkten, aber mit einem Marleau, der mit 27 Toren immerhin über zehn Prozent der Treffer schoss. Diese Lücke muss ausgefüllt werden. Gelingt das nicht, werden die Sharks die Playoffs verpassen.

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