Der Spielplan ist in dieser Saison sehr eng gestrickt. Die Spieltage nehmen noch zu, wenn Spielverlegungen wegen Corona dazukommen. Wie denkt ihr im Trainerteam darüber, inwieweit das zum Faktor werden könnte, je länger die Saison dauert und was ihr diesbezüglich tun könnt?
"Ich glaube von den Spielen, den Terminen und dem Rhythmus her, ist das ziemlich leicht. Die Jungs sind das gewohnt, dass sie fast jeden zweiten Tag spielen. Auch für uns Trainer ist das überhaupt kein Problem. Alles andere ist einfach die große Herausforderung, die wir momentan haben und der wir uns stellen müssen. Der Umgang mit den ganzen COVID-Regeln und -Protokollen, die wir in der Liga haben, aber auch zu Hause, die staatlichen Regularien in Los Angeles oder Los Angeles County. Das ist unsere große Herausforderung. Aber alles andere, das ist für uns eigentlich nichts Neues und Alltagsgeschäft."
Am Freitag tretet ihr bei den Minnesota Wild an, wo dein Namensvetter Nico Sturm spielt, der am Mittwoch seine beiden ersten NHL-Tore erzielt hat. Hattet ihr schon mal Kontakt oder wirst du die Gelegenheit nutzen, ihm zu gratulieren?
"Leider nicht, denn durch die Corona-Regeln ist uns jeglicher Kontakt mit dem Gegner untersagt. Wir haben in dieser Saison schon häufiger gegen Minnesota gespielt. Nico ist ein zuverlässiger Zwei-Wege-Spieler, der seine Sache gut macht. Er ist groß und kräftig. Mich freut es für ihn, dass es gestern mit seinen ersten zwei Toren geklappt hat."
Ein anderer Deutscher, Tim Stutzle, ist bei den Ottawa Senators stark in die NHL gestartet und trumpft mehr auf als Alexis Lafrieniere und Quinton Byfield, die vor ihm gedraftet wurden. Die Kings hätten Stützle an Nummer zwei wählen können. Provokant gefragt, habt ihr die falsche Wahl getroffen?
"Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber ich glaube, egal ob die Rangers, Kings oder Senators, wir alle drei haben im NHL Draft 2020 sehr gute Spieler erhalten, die in der Zukunft eine große Rolle in ihren jeweiligen Teams spielen werden. Der eine, wie Stützle momentan, ist vielleicht schon etwas reifer. Momentan vielleicht deswegen, weil er mit Mannheim schon im Männerbereich gespielt hat. Die anderen brauchen einfach noch eine gewisse Zeit. Aber langfristig haben wir alle gute Spieler gewonnen, doch Stützle ist momentan eine Klasse für sich und es macht richtig Spaß ihm zuzusehen."
Zum Abschluss noch die Frage, wie intensiv du dich derzeit mit dem deutschen Eishockey beschäftigen kannst?
"Das interessante ist, dass wir hier in Los Angeles jedes Spiel der Nürnberg Ice Tigers live in der Kabine laufen haben, weil Tyson McLellan, der Sohn von Todd, dort spielt. Ich weiß zwar nicht, wer in der DEL-Tabelle vorne steht, aber so bekomme ich vom Eishockey in der DEL immerhin einiges mit."