Hier die zweite Ausgabe:
Die NHL kämpft wie andere Sportligen auch mit den Einschränkungen der Pandemie. Es war zu erwarten, dass es in dieser Saison nicht reibungslos laufen würde und ich denke, dass die bisherigen Spielausfälle schon extremer als gedacht, aber trotzdem noch nicht dramatisch und händelbar sind. Im Gegenteil zeigt es sogar, dass die Liga verantwortungsvoll mit auftretenden Infektionen umgeht und lieber das Prinzip Vorsicht walten lässt. Mit jedem neuen Fall setzt zudem ein Lernprozess ein.
Ähnliches: [Seidenbergs 1. NHL-Blog 2020/21]
Deswegen wurden neue Maßnahmen ergriffen, um weitere Ansteckungen einzugrenzen. So wurden die Plexiglasscheiben hinter den Spielerbänken entfernt, um für mehr Belüftung zu sorgen und verstärkt Luftreiniger installiert. Trotzdem heißt es aber für die Beteiligten mit allen Regelungen sehr diszipliniert umzugehen. Ich finde, dass die NHL einen guten Job macht, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.
Zuletzt war es natürlich heftig, dass gleich vier Teams wegen dem Protokoll über eine Woche aussetzen mussten. Neben den Spielen wird dann ja auch der Trainingsbetrieb eingestellt. Ich glaube schon, dass das ein Nachteil für die betreffenden Mannschaften ist, zumal sie die ausgefallenen Spiele später nachholen und damit eine höhere Intensität haben werden. Außerdem will man als Spieler gerne in einen Rhythmus kommen und da sind zehn Tage Pause nicht gerade förderlich. Es geht zwangsläufig etwas von der Fitness und dem Scheibengefühl verloren. Aber man muss in solchen Zeiten damit leben, darf sich nicht beklagen und muss das Beste daraus machen.
In der Tabelle fällt auf, dass der Heimvorteil bei der überwiegenden Anzahl der Teams verloren gegangen ist. Ich denke, dass die Zuschauer dabei schon etwas ausmachen. Natürlich hat man als Heimteam noch den letzten Wechsel, aber die Zuschauer pushen dich in der Regel schon und sorgen für mehr Emotionalität, besonders in den Arenen, wo normalerweise viel Stimmung vorherrscht. Aber wie gesagt sitzen alle im selben Boot und müssen einfach lernen damit umzugehen.
Die Spieler berichten auch, dass es am Eis wegen der fehlenden Stimmung nicht so energisch zugeht wie sonst. Die größte Einschränkung ist aber auf den Auswärtsfahrten vorhanden. Sie bereiten den Aktiven weniger Spaß, weil man nur in seinem Hotelzimmer sein und zum Beispiel kein Restaurant besuchen oder andere Leute treffen darf. Es ist praktisch wie in einer Bubble. Das ist schon belastend, weil irgendwie ein Ausgleich zum Eishockey komplett fehlt.
Was Tim Stützle unter diesen Umständen leistet, ist sehr erstaunlich. Er stellt derzeit Alexis Lafreniere und Quinton Byfield, die vor ihm gedraftet wurden, eindeutig in den Schatten. Man hat gewusst, dass Tim sehr talentiert, ein super Schlittschuhläufer ist und Tore schießen kann, aber dass er es jetzt so in der NHL auch umsetzen kann, ist phänomenal und freut mich außerordentlich für ihn. Wir können uns in Zukunft noch über viel mehr von ihm freuen.