Marco Sturm und die Boston Bruins konnten an Silvester aufatmen. Nach sechs sieglosen Spielen haben sie ihren Negativlauf beendet. Sie gewannen am Mittwoch auf überzeugende Art mit 6:2 bei den Edmonton Oilers.

„Das fühlt sich richtig gut an“, sagte Sturm, dem die Erleichterung anzusehen war. „Ich glaube, jeder hatte es satt, zu verlieren. Vor allem bin ich stolz darauf, wie wir heute gespielt haben und wie wir aufgetreten sind. Ich glaube nicht, dass viele Leute damit gerechnet haben, dass wir heute hier zwei Punkte holen würden. Aber wir haben das geschafft. Die Art und Weise, wie wir das hinbekommen haben, war bemerkenswert.“

Die Bruins gingen in der 8. Minute durch ein Powerplay-Tor von David Pastrnak in Führung. In der 19. Minute baute Casey Mittelstadt die Führung auf 2:0 aus. Die Oilers hatten allerdings die richtige Antwort parat: Nach einer Vorarbeit von Connor McDavid und Leon Draisaitl gelang Zach Hyman der Anschlusstreffer. McDavid verlängerte durch den Assist seine Punkteserie auf 14 Spiele (13 Tore, 21 Assists).

Im zweiten Spielabschnitt erhöhten die Bruins ihren Vorsprung durch Treffer von Hampus Lindholm sowie Jonathan Aspirot, sodass es mit einem 4:1 in die zweite Pause ging. Elias Lindholm traf in der 5. Minute des Schlussdrittels zum 5:1. Jack Roslovic gelang zwar drei Minuten später der Anschlusstreffer zum 2:5. Doch allzu viel Auswirkung auf den Spielverlauf hatte dies nicht mehr. Fünfeinhalb Minuten vor Spielende sorgte Pastrnak mit seinem zweiten Treffer für den Endstand von 6:2.

BOS@EDM: Pastrnak trifft erneut im dritten Spielabschnitt

Matchplan von Sturm ging auf

„Wir hatten vor dem Spiel über drei Dinge gesprochen“, erklärte Sturm. „Im Fünf-gegen-Fünf geht es vor allem darum, die Geschwindigkeit von der 29 und der 97 (Trikotnummern von Draisaitl und McDavid, Anm.d.Red.) zu kontrollieren. Wir haben über die Special Teams gesprochen, weil die richtig Gas geben müssen – sowohl in Unterzahl wie auch im Powerplay. Und im Powerplay haben wir ein wichtiges Tor (zum 1:0) erzielt, das uns in Schwung gebracht hat. Außerdem mussten wir den gegnerischen Goalie ordentlich beschäftigen. Alles hat funktioniert.“

Auch in der Kabine war die Erleichterung groß. Bruins-Torwart Jeremy Swayman sagte: „Es tut gut, aus diesem Tief herauszukommen. Ich denke, wir können viel aus diesem Spiel mitnehmen und viel Selbstvertrauen aufbauen. Wir wissen, was wir in dieser Liga leisten können. Und Konstanz ist alles – ich denke, wir können auf diese Leistung aufbauen und richtig in Schwung kommen.“

Pastrnak ergänzte: „Wir haben eine großartige Gruppe von Jungs im Raum. Es ist erst eine halbe Saison vergangen, aber wir haben schon so viel durchgemacht. Wir sind immer füreinander da – egal, ob wir verlieren oder gewinnen. Das ist alles, was man verlangen kann. Das ist nicht selbstverständlich. Man hat nicht jedes Jahr so eine gute Truppe.“

Frustrierter Draisaitl: „Wir hätten besser sein müssen“

So groß die Freude der Bruins war, so unzufrieden sind die Oilers mit ihrer Leistung gewesen. „Es war heute einfach nicht schwer genug, gegen uns zu spielen. Wir haben nicht detailliert genug gespielt und hätten viel besser sein müssen“, sagte ein selbstkritischer Draisaitl. „Ich selber war nicht gut genug, nicht scharfsinnig genug. Wir müssen daran arbeiten.“

Mitspieler Jack Roslovic fasste zusammen: „Im ersten Drittel waren wir eigentlich ziemlich gut, aber dann ist uns das Spiel entglitten. Ich glaube, wir hatten ein paar Puckverluste zu viel an der blauen Linie. Wir sind ein talentiertes Team. Wir können gute Spielzüge machen. Aber heute haben wir davon zu wenig gesehen.“

Die Oilers haben nach der kurzen Weihnachtspause zwei der drei Spiele verloren. Erst unterlagen sie mit 2:3 gegen die Calgary Flames, ehe sie mit 3:1 gegen die Winnipeg Jets gewannen und nun gegen die Bruins eine ordentliche Klatsche kassierten. „Das waren sicherlich nicht unsere besten Spiele nach der Pause“, sagte Draisaitl. „Manchmal kann so eine Pause einem den Schwung nehmen. Wir müssen herausfinden, woran das liegt.“

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