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Den New York Islanders ist zuletzt die Luft ausgegangen: Sechs der letzten sieben Spiele gingen verloren. Am Sonntagabend stand es nach der 1:4-Heimniederlage gegen die Montreal Canadiens dann auch rechnerisch fest: Die Stanley Cup Playoffs 2026 werden ohne die Islanders stattfinden.

„Das ist das enttäuschende Ende einer Saison, die lange gut lief“, so Kapitän Anders Lee. „In letzter Zeit hatten wir einige harte Niederlagen. Wir haben in den letzten Tagen ein paar Siege gebraucht und haben es nicht geschafft. Wir haben viel, worüber wir nachdenken müssen. Das ist ätzend. Wir sind enttäuscht. Wir haben alles gegeben, um in die Playoffs zu kommen. Am Ende haben wir in einigen Situationen versagt.“

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den New York Islanders und den Montreal Canadiens

Dass die Islanders überhaupt so lange im Rennen bleiben würden, hatte vor der Saison wohl keiner erwartet. Das Management versuchte mit einem Trainerwechsel noch einmal, das Ruder herumzureißen, doch ein positiver Effekt blieb aus. Ein klarer Aufwärtstrend auf Long Island ist klar zu erkennen. Sobald die Enttäuschung über das knappe Scheitern verdaut ist, können die New Yorker positiv in die Zukunft blicken. 

Die Gründe für das Aus

Dein Einbruch passierte vor gerade einmal dreieinhalb Wochen. Am 18. März rangierten die Islanders noch mit 83 Punkte auf Platz drei der Metropolitan Division. Seitdem aber konnte das Punktekonto nur noch um acht Zähler aufgestockt werden, denn aus den folgenden 13 Partien gelangen nur noch vier Siege (4-9-0; 30,8 Prozent der Punkte). Während bei New York also das Gaspedal klemmte, musste es schmerzlich mit anschauen, wie die Konkurrenz nach und nach überholte und davonzog.

Am 5. April setzte General Manager Mathieu Darche einen neuen Impuls, feuerte Headcoach Patrick Roy und ersetzte diesen mit seinem Wunschtrainer Pete DeBoer. Doch ein Trainerwechsel-Effekt stellte sich nicht ein. Unter Roy (42-31-5; 57,1 Prozent der Punkte) hatten die Islanders mehr Erfolg als in der kurzen Zeit unter DeBoer (1-2-0; 33,3 Prozent der Punkte).

Vielleicht war die Anzahl der Siege (43) auch ein wenig trügerisch, denn 14 davon passierten erst nach der regulären Spielzeit. New York war brutal stark in der Overtime, denn nach 60 Minuten wurden gerade einmal 29 Spiele gewonnen, was ligaweit einen geteilten 17. Rang (gleichauf mit den New Jersey Devils, die die Playoffs krachend verpasst haben) bedeutet. 27 Siege passierten nur mit einem Tor Unterschied - kein Team kommt in dieser Kategorie auf einen höheren Wert.

Auf der Suche nach den Gründen für das Aus sticht die schwächelnde Offensive ins Auge. Mit im Schnitt 2,81 Toren/Spiel (25.), einer Powerplay-Erfolgsquote von 16,7 Prozent, 145 Treffern bei 5-gegen-5 (27.), 440 Stürmer-Punkten (26.) und 188 Stürmer-Toren (T-25.) drückte der Schuh vor allem vorne. Von den 40 Verteidiger-Toren erzielte alleine Matthew Schaefer 21. Abgesehen von ihrem Shootingstar kam also auch zu wenig Unterstützung von der blauen Linie.

TOR@NYI:Schaefer versenkt den Puck und stellt damit Leetchs NHL-Torerekord von 23 ein.

Mit Center Bo Horvat (30 Tore), Schaefer (23 Tore) und Power Forward Emil Heineman (22 Tore) schafften es bislang erst drei Spieler, die Marke von 20 Saisontreffern zu passieren. Nur fünf Akteure sammelten mehr als 40 Scorerpunkte: Mathew Barzal (19-52-71), Schaefer (23-36-59), Horvat (30-26-56), Lee (19-23-42) und Simon Holmstrom (19-22-41). Trade-Deadline-Verpflichtung Brayden Schenn (18 Spiele, 6-5-11) spielte solide, gab aber auch nicht den erhofften Playoff-Push.

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Allen voran die Personalie Matthew Schaefer. Der First-Overall-Pick aus dem NHL Draft 2025 spielt eine außergewöhnliche Rookie-Saison: In 81 Spielen stehen für ihn 59 Scorerpunkte (23-36-59) zu Buche. Auf mehr Rookie-Punkte kommen nur Ivan Demidov (Montreal Canadiens; 81 Spiele, 19-43-62) und Beckett Sennecke (Anaheim Ducks; 23-37-60) - beide sind Stürmer. Nicht ohne Grund zählt Verteidiger Schaefer deshalb als Favorit für die Calder Trophy, die an den besten Rookie des Jahres verliehen wird. Während Demidov fünfbester Scorer und Sennecke drittbester Scorer seiner Mannschaft ist, belegt Schaefer bei den Islanders Rang zwei, was seinen Wert für die gesamte Mannschaft noch einmal unterstreicht. Mit 111 Blocks belegt er teamintern zudem Platz drei und erhält mit durchschnittlich 24:41 Minuten pro Partie mit Abstand die meiste Eiszeit bei New York und überhaupt unter allen Rookies. An Schaefer werden die Islanders in Zukunft noch viel Spaß haben.

NYI@OTT: Schaefer zieht vom oberen Kreis ab und trifft ins Netz

Eine ordentliche Rookie-Saison spielte außerdem Angreifer Calum Ritchie (64 Spiele, 13-17-30). Hochkarätige Talente wie die Stürmer Victor Eklund (NHL Draft 2025, 1. Runde, 16. Stelle) und Cole Eiserman (Draft 2024, 1. Runde, 20. Stelle) und Verteidiger Kashawn Aitcheson (Draft 2025, 1. Runde, 17. Stelle) kamen zuletzt beim Farmteam Bridgeport Islanders zum Einsatz und sind allesamt ein Versprechen für die Zukunft. Insbesondere Eklund und Eiserman könnten die Offensivprobleme mittelfristig lösen. Auf dem Radar haben sollte man auch den ungedrafteten Torwart Joshua Kotai (23), der in der College-Liga NCAA glänzte und jüngst in der AHL debütierte.

Mit DeBoer hat der Wunschtrainer von GM Darche nun das Sagen und eine komplette Sommervorbereitung, um sein System und seine Vorstellungen zu etablieren. Der 57-jährige Kanadier gilt als Top-Trainer und coachte seine Teams in den letzten sechs Jahren fünfmal in ein Conference Finale.

In New York kann DeBoer auf ein starkes Defensivfundament bauen: Die Islanders sind die Mannschaft mit den meisten Shutouts und stellten mit 2,89 Gegentoren/Spiel die fünfbeste Abwehr in der gesamten Liga.

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