NASHVILLE, TENNESSEE - MARCH 02: Marco Kasper #92 and Albert Johansson #20 of the Detroit Red Wings celebrate after a 3-2 victory against the Nashville Predators at Bridgestone Arena on March 02, 2026 in Nashville, Tennessee. (Photo by Johnnie Izquierdo/Getty Images)

Zur besten Sendezeit in Europa präsentierten sich die europäischen Spieler der Detroit Red Wings und Nashville Predators am Montag in Topform, allen voran der Österreicher Marco Kasper. Er steuerte zwei Assists zu Detroits 4:2-Auswärtssieg in der Bridgestone Arena bei. Durch den Erfolg bleiben die Red Wings mitten im Rennen um die vorderen Plätze in der Atlantic Division.

„Marco war heute beeindruckend“, lobte Trainer Todd McLellan. „Er hat in der Mitte neben Finnie gespielt und sie sind beide läuferisch stark und hungrig. Das hat auch Appleton in seinem Spiel geholfen. Sie haben Chancen kreiert und waren im eigenen Drittel zuverlässig. Ein gutes Spiel von allen drei.“

Kasper glänzt für heimisches Publikum

Womöglich war Kasper an diesem Tag besonders motiviert, da ausnahmsweise seine Familie und Freunde in der Heimat das Spiel sehen konnten, ohne dafür mitten in der Nacht aus den Federn zu müssen.

Der junge Stürmer aus Innsbruck war schon in der fünften Minute maßgeblich am 1:0 beteiligt. Er brachte den Puck ins gegnerische Drittel, gab nach rechts zu Mason Appleton ab und bewegte sich vor das Tor. Dort fälschte er Appletons Hereingabe ab. Nashvilles Torwart Juuse Saros parierte den Puck noch, konnte ihn aber nicht kontrollieren, sodass Rookie Emmitt Finnie den Nachschuss verwerten konnte.

„Das hat sich super angefühlt“, freute sich Finnie, der sein zehntes Saisontor feiern durfte, zuletzt allerdings am 23. Dezember traf. „Das war super von Marco, wie er den Puck zu Apps gepasst hat. Er hat den Puck dann super wieder zu Marco vor das Tor gebracht und ich hatte das Glück, dass ich da war, um das Tor zu schießen.“

Kaspers zweiter großer Auftritt folgte gegen Ende des zweiten Spielabschnitts. Die Predators hatten das Spiel zwischenzeitlich durch Filip Forsberg (18.) und Jonathan Marchessault (28.) gedreht und Lucas Raymond hatte für die Red Wings mit seinem 20. Saisontor ausgeglichen.

DET@NSH: Forsberg gleicht mit einer fulminanten Direktabnahme im Powerplay aus

In der 35. Minute musste Detroits Kapitän Moritz Seider für zwei Minuten wegen Stockschlags auf die Strafbank und Kasper war in Unterzahl auf dem Eis. In der 37. Minute nahm er ausgerechnet Predators-Kapitän Roman Josi den Puck ab und startete einen Konter. Kurz vor dem Tor spielte er einen Querpass zum mitgelaufenen Verteidiger Albert Johansson, der direkt zum 3:2 abschloss (37.).

„Da haben unsere Jungs gut an der Bande gearbeitet“, lobte Detroits Torwart Cam Talbot. „Die Predators haben ein gutes Powerplay, da ist es wichtig, dass man an der Bande Druck macht. Starke Arbeit von Marco, dass er da Josi den Puck abnimmt. Dann schaltet Albert sich mit in den Angriff ein, Marco spielt einen super Pass und Albert schließt super ab. Ein Unterzahltor gegen ein solches Powerplay ist immer gut.“

Kasper kommt in seiner zweiten NHL-Saison insgesamt nicht an die Torgefahr heran, die er in seiner Rookie-Saison ausstrahlte, allerdings läuft es seit Mitte Januar immer besser. Vergangene Saison kam er auf 37 Punkte (19 Tore, 18 Assists) in 77 Spielen. Diese Saison erzielte er in den ersten 47 Spielen nur drei Tore und drei Assists. Seit 16. Januar sammelte er aber drei Tore und sechs Assists in nur 13 Partien, sodass er es mittlerweile auf 15 Zähler (sechs Tore, neun Assists) bringt.

„Marco spielt zur Zeit super“, schwärmte Finnie. „Unsere Reihe war den ganzen Abend gut. Marco hatte ein klasse Spiel und hat beiden Toren starke Aktionen gehabt. Dafür verdient er Anerkennung.“

DET@NSH: Johansson bringt die Red Wings mit einem Unterzahl-Tor mit 3:2 in Führung

Europäer in Spitzenform

Nicht nur Kasper, auch die schwedischen Spieler präsentierten sich für das europäische Publikum von ihrer besten Seite. Raymond und Johansson trafen für Detroit, Forsberg für Nashville. Raymond legte zudem noch einen Assist zum 4:2-Empty-Netter von Alex DeBrincat nach. Forsberg war außerdem mit sechs Torschüssen einer der auffälligsten Stürmer. Das Tor von Johansson hat Seltenheitswert. Der Abwehrspieler traf erst zum zweiten Mal in dieser Saison.

„Ich sah Albert da vorne, da war ich auch überrascht“, scherzte Kasper. „Ich habe gesehen, dass mit Stamkos nur ein Stürmer gegen uns zwei verteidigt hat. Also habe ich mich in eine Schussposition gebracht und dann den Pass gespielt. Albert hat dann schön abgeschlossen.“

Im Tor rettete der Finne Saros die Predators immer wieder mit einigen beeindruckenden Aktionen. Am Ende kam er auf 27 Saves bei 30 Torschüssen. Der Schweizer Josi war wie immer ein auffälliger Faktor. Er bereitete Forsbergs Tor vor und verzeichnete drei Torschüsse, zwei geblockte Schüsse und einen Check. Mit 26:09 Minuten hatte er für Nashville mit Abstand die meiste Eiszeit.

Bei den Red Wings punktete Seider zwar nicht, war aber der gewohnt zuverlässige Rückhalt und Führungsspieler in der Defensive. Er stand für 23:36 Minuten auf dem Eis, hatte einen Torschuss und drei geblockte Schüsse und brachte mit drei Checks viel körperliche Präsenz mit.

Spannung lässt nicht nach

Die Fans der Teams in der Atlantic Division brauchen in dieser Saison starke Nerven, denn das Tabellenbild bleibt eng. Die Red Wings wurden erste am Samstag von den Montreal Canadiens vom dritten Platz der Division auf einen Wildcard-Platz verdrängt. Durch den Sieg stehen sie nun bei 76 Punkten aus 61 Spielen (35-20-6) und eroberten den dritten Platz wieder zurück.

Montreal wartet aber nur einen Punkt hinter ihnen und hat noch zwei Spiele mehr vor sich. Auf Platz zwei liegen die Buffalo Sabres, die punktgleich mit den Red Wings sind, aber erst 60 Partien gespielt haben.

Im Kampf um einen sicheren Platz in den Stanley Cup Playoffs wartet als nächstes ein harter Brocken auf die Red Wings. Am Mittwoch kommen die Vegas Golden Knights, die die Pacific Division anführen, nach Detroit.

Die Predators kämpfen in der Western Conference um einen Playoff-Platz und liegen drei Punkte hinter der zweiten Wildcard. Sie müssen schon am Dienstag auswärts bei den Columbus Blue Jackets antreten.