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Chicagos großer Sturm

Die Chicago Blackhawks haben mit Artemi Panarin, Artem Anisimov, Richard Panik und Marian Hossa mächtige Waffen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

49 Jahre. So lange mussten die Chicago Blackhawks nach 1961 auf einen Stanley Cup warten. Doch seitdem sind sie wieder in einer Art goldenen Ära. In der Saison 2009-10 beendeten sie die Durststrecke mit dem Gewinn des Stanley Cups, darauf folgten in den letzten sechs Saisons noch zwei weitere Titel in der Saison 2012-13 und 2014-15, sowie die Presidents' Trophy 2012-13.

Auch diese Saison läuft gut an, immerhin sind die Hawks auf Platz zwei der Central Division. Ein Platz den sie vor allem ihrer starken Offensive verdanken, mit 36 Toren in 10 Spielen stellen sie schließlich den zweitbesten Angriff der Liga, Nur die New York Rangers haben mit 40 Toren öfter getroffen. Einen Großteil ihrer Durchschlagskraft haben die Blackhawks aus Osteuropa importiert, genauer aus der Slowakei und Russland. Die Slowaken Richard Panik und Marian Hossa und die beiden Russen Artem Anisimov und Artemi Panarin sind für ganze 20 der 36 Tore verantwortlich.

Über den Erfolg des Veteranen Hossa wundert sich dabei wohl niemand. Der 37-jährige geht in seine 19. NHL Saison, ist seit 1998-99 Stammspieler und hat seitdem keine Saison mit weniger als 30 Punkten beendet, nicht einmal als er in der, durch den Lockout verkürzten, Saison 2012-13 nur 40 Partien bestritt. Er erzielte mit seinem ersten Saisontor das 500. seiner NHL Karriere und bringt es auf 1096 Punkte in 1.245 Spielen, hat sich in beinahe zwei Jahrzehnten also wirklich einen Status als einer der ganz großen erarbeitet. Doch mit drei Toren und vier Assists, hat er noch am wenigsten zählbares zu diesem Osteuropäischen Quartett beigetragen.

Video: CHI@CBJ: Panik nimmt den springenden Puck und trifft

Sein 26-jähriger Landsmann Richard Panik bringt es auf doppelt so viele Tore, dabei war er bisher vergleichsweise unbekannt. Er bekam 2012 -13 seine ersten Einsätze für die Tampa Bay Lightning,und kam seitdem lediglich in der Saison 2014-15 auf mehr als 50 Spiele, als er für Toronto in 76 Spielen 17 Punkte machte. Jetzt hat er in 10 Spielen bereits 10 Punkte. In seinen vier vorherigen Saisons zusammen erzielte er gerade einmal 47 Punkte und diese Saison hat er nach 10 Spielen bereits seinen persönlichen Bestwert für die meisten Tore in einer Saison eingestellt. Es scheint, als würde er endlich seinen großen Durchbruch schaffen, nachdem er bereits 2009 gedraftet und seitdem immer zwischen NHL und Minor Leagues hin und her geschoben wurde. Mit diesem Start in die Saison zeigt er, dass er das Potential hat anderen Slowakischen Größen wie Marian Gaborik, Pavol Demitra, oder eben Marian Hossa als Torjäger und Punktgarant in der NHL zu folgen.

Video: CGY@CHI: Anisimov gibt Pass von Kane andere Richtung

Doch einer erzielte für Chicago diese Saison noch mehr Tore: Artem Anisimov. Der Russe traf bereits sieben Mal, womit er auf Platz eins der NHL liegt, und teilt sich mit 13 Punkten den ersten Platz der Liga mit Claude Giroux. Der 28-jährige machte sein erstes NHL Spiel bereits in der Saison 2008-09 und ist seit 2009-10 Stammspieler, war jedoch nie als großer Scorer bekannt. Das sieht diese Saison anders aus. Sein Talent war bereits in seiner Kindheit zu erkennen. Nachdem er in einer der größten Talentschmieden des Russischen Eishockey, der Eishockeyschule Yaroslavl das Eishockey erlernte, wurde er bereits mit 16 Jahren in die zweite Mannschaft von Lokomotiv Yaroslavl berufen, ein Jahr später, mit 17 Jahren sogar in die erste Mannschaft in der höchsten Russischen Liga. Auch wenn es ein wenig dauerte, nun zeigt er auch in der NHL, dass er ein überaus gefährlicher Scorer sein kann und eine Durchschlagskraft hat, die jeden Gegener zum verzweifeln bringen kann.

Der vierte im Bunde ist Artemi Panarin. Er ging einen anderen Weg als Panik und Anisimov. Der 25-jährige blieb länger in Russland, kam erst in der Saison 2015-16 in die NHL. Anders, als Panik und Anisimov, zeigte er von Anfang an seine beeindruckenden offensiven Qualitäten. Er erzielte in seiner ersten Saison 30 Tore und 47 Assists, machte die meisten Punkte aller Rookies und gewann die Calder Memorial Trophy. Anscheinend ist er auf den Geschmack gekommen, denn auch dieses Jahr legt er wieder so los. Er ist ein beeindruckend schneller Spieler, der selbst Torgefährlich ist, aber auch immer ein Auge für seine Mitspieler hat. Sein einziges Problem: ER kam letzte Saison nach Chicago, ohne Englisch sprechen zu können. Da trifft es sich gut, dass er mit Artemi Panarin spielt, der ihm immer noch bei der Kommunikation hilft.

Video: CGY@CHI: Kane schließt Anisimovs Vorlage ab

Patrick Kane schwärmte bereits letzte Saison von den beiden Russen, mit denen er in einer Reihe spielte: "Ich muss mich natürlich bei meinen Mitspielern Artemi Panarin und Artem Anisimov bedanken. Die beiden waren dieses Jahr der Wahnsinn."

Das sind sie auch dieses Jahr. Und die beiden Slowaken stehen ihnen in nichts nach. Hossa hat zwar im Moment die wenigsten Punkte der vier, er ist aber erfahren genug, dass man darauf setzen kann, dass er auch diese Saison am Ende weit vorne dabei ist. Er ist sicherlich der beständigste Scorer, die anderen drei müssen acht geben, dass sie nicht aus dem Rhythmus kommen und den Schwung immer weiter mitnehmen.

Bei diesen vier offensiven Waffen und dem Talent und der Qualität die mit Spielern wie Patrick Kane, Duncan Keith, Brent Seabrook und Jonathan Toews um sie versammelt ist, sind die Blackhawks dank einer überragenden Offensive wohl wieder einmal ein Kandidat für hohe Weihen, vielleicht ja sogar für einen weiteren Stanley Cup.

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