TBL@DAL, Sp6: Gary Bettman gibt den Lightning den Cup

Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Tampa Bay Lightning.

Der amtierende Stanley Cup Champion geht die Mission Titelverteidigung zunächst ohne externe Neuzugänge an. Mit Kevin Shattenkirk, Zach Bogosian und Jan Rutta haben drei Verteidiger die Lightning verlassen. Zu ihnen gesellte sich noch Stürmer Carter Verhaeghe. Die Abgänge sollen allesamt durch Spieler aus der eigenen Organisation kompensiert werden.
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Positive Nachrichten gibt es von Steven Stamkos. Laut Klubangaben wird der Kapitän zum Beginn der neuen Saison einsatzbereit sein. "Er hat in der Reha und in der Pause alles dafür getan, damit er rechtzeitig zum Saisonstart fit ist", sagte General Manager Julien BriseBois.
Verletzungsbedingt hatte Stamkos die letzten Spiele der regulären Saison 2019/20 und nahezu die kompletten Stanley Cup Playoffs verpasst. In der Endrunde reichte es lediglich zu einem Kurzeinsatz in Spiel 3 der Finalserie gegen die Dallas Stars. Der hatte es jedoch in sich. Mit seinem einzigen Schuss während seines 2:47 Minuten dauernden Auftritts landete Stamkos einen Treffer. Trotz der weitgehenden Abwesenheit auf dem Eis trug der Mannschaftsführer viel dazu bei, dass die Lightning nach 2004 zum zweiten Mal in ihrer Geschichte den Stanley Cup holten. Er wirkte als großer Motivator im Hintergrund. Mit einem gesunden Stamkos rechnet man sich im Lager von Tampa Bay gute Chancen aus, den Triumph von 2020 in der kommenden Spielzeit zu wiederholen.
Die Schlüsselspieler
Stamkos bildet zusammen mit Torhüter Andrei Vasilevskiy, Verteidiger Victor Hedman und Angreifer Nikita Kucherov die Korsettstange bei den Lightning. Vasilevskiy gehört seit Jahren zu den Meistern seines Fachs. 2019 erhielt er die Vezina Trophy für den besten Torhüter der Liga. Dieses Jahr stand er in allen 25 Playoff-Partien zwischen den Pfosten und wartete mit zahlreichen Glanzparaden auf. Hedman ist der unumstrittene Taktgeber der Lightning an der blauen Linie. In den Playoffs entdeckte er zudem seine Vollstreckerqualitäten wieder. Er wurde als wertvollster Spieler der Endrunde mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet.
Kucherov ist neben Stamkos der Punktesammler vom Dienst bei den Lightning. In 515 Partien der regulären Saison sammelte er 547 Punkte (221 Tore, 326 Assists). Für Stamkos sind 832 Zähler (422 Tore, 410 Assists) verzeichnet. 2018/19 gewann er mit 128 Punkten die Art Ross Trophy für den erfolgreichsten Scorer der Hauptrunde.

Top 10 Szenen von Nikita Kucherov in 2019/20

Mit Brayden Point verfügt Tampa Bay über einen weiteren Top-Scorer. Er hat wie Stamkos und Kucherov das Potenzial für 90, im günstigsten Fall sogar 100 Punkte in einer Saison.
In Person von Mikhail Sergachev erschien in jüngster Vergangenheit ein neuer Verteidiger-Stern am Himmel. Er bringt alles mit, um einmal in die Fußstapfen von Hedman zu treten.
Sie könnten nachrücken
Mit Verteidiger Callan Foote sowie den Angreifern Alexander Volkov, Alex Barre-Boulet, Taylor Raddysh und Boris Katchouk melden fünf Talente Ansprüche auf einen Platz im NHL-Aufgebot an. Die drei Erstgenannten besitzen die größten Aussichten auf eine nennenswerte Anzahl an Einsätzen im Team der Lightning in der Saison 2020/21.
Foote soll mittelfristig eine Top-4-Rolle in der Verteidigung einnehmen. Der 21-Jährige hat bislang noch keinen NHL-Einsatz auf dem Konto. In der zurückliegenden Spielzeit lief er bei Syracuse in der AHL auf und brachte es dort auf 28 Punkte (sechs Tore, 22 Assists) in 62 Spielen.
Volkov kam vergangene Saison bereits zu NHL-Ehren bei den Lightning. Der 23 Jahre alte Stürmer absolvierte neun Einsätze und verbuchte einen Assist. Die meiste Zeit spielte er aber für Syracuse. 46 Auftritte und 30 Punkte (neun Tore, 21 Assists) sind für ihn in der Statistik festgehalten.
Der 23-jährige Barre-Boulet verdiente sich seine Sporen letzte Saison ausschließlich in der AHL-Filiale Syracuse. Er erzielte 56 Punkte (27 Tore, 29 Assists) in 60 Spielen.

Volkov

Stärken
Kaum ein anderes Team der Liga verfügt über so viele Spieler der Spitzenklasse wie die Lightning. Diese Trumpfkarte stach in der zurückliegenden Saison und bietet auch für die Zukunft beste Aussichten. Alle Mannschaftsteile sind ausgezeichnet besetzt. Ein besonderes Prunkstück stellt die Offensive dar. Mit Kucherov, Point und Stamkos verfügt das Team über drei Ausnahmescorer.
Ein weiterer Pluspunkt sind die Special Teams. Die Erfolgsquote in den Playoff lag bei 22,7 Prozent im Powerplay und bei 86,1 Prozent im Penalty Killing. Das war in beiden Fällen der Spitzenwert unter allen Mannschaften, die mindestens 15 Spiele in der Endrunde bestritten.
Entwicklungspotenzial
Offensichtliche Schwächen gibt es keine bei den Schützlingen von Trainer Jon Cooper. Probleme könnten allerdings dann auftreten, wenn Schlüsselspieler über längere Zeit verletzt ausfallen sollten. Das gilt besonders für Torhüter Vasilevskiy, Verteidiger Hedman und Kapitän Stamkos.
Zumindest ein kleines Fragezeichen steht hinter der neuformierten Abwehr. Ob die Defensive genügend Tiefe besitzt, um den Weggang von Shattenkirk, Bogosian und Rutta aufzufangen, bleibt abzuwarten.
Playoff-Chancen
Die Qualifikation für die Playoffs dürfte für die Lightning lediglich eine Formsache sein, egal wie die Zusammensetzung der Divisionen oder das Spielschema der regulären Saison 2020/21 aussehen. Die Titelverteidigung ist der Mannschaft ebenfalls zuzutrauen, ein Selbstläufer wird dieses Unterfangen jedoch nicht. Mit den Washington Capitals und den St. Louis Blues sind in den letzten beiden Jahren zwei starke Teams daran gescheitert. Das sollte eine Warnung für die Belegschaft aus Tampa Bay sein.