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Als Kevin Fiala im vergangenen Sommer von den Minnesota Wild an die Los Angeles Kings abgegeben wurde, weil ihn sich sein bisheriger Arbeitgeber wegen Problemen mit dem Salary Cap nicht mehr leisten konnte, wussten beide Seiten, was sie voneinander erwarten würden. Die Zielsetzung dürfte sogar in die gleiche Richtung gehen.

Die Kings erhofften sich von den 26-jährigen St. Galler eine ähnlich starke Saison, wie er sie zuletzt 2021/22 für die Wild hatte (persönliche Bestleistungen mit 33 Toren und 52 Assists zu 85 Punkten in 82 Spielen) und in der Zukunft eine noch steigende Entwicklung. Mit Fiala wollen die Kings wieder an alte erfolgreiche Zeiten anknüpfen, nachdem sie seit ihrem zweiten Stanley Cup Gewinn der Franchise-Geschichte nach 2012 in 2014 nur noch drei Mal in den Playoffs vertreten waren und stets in der ersten Runde ausschieden.
Ein Blick in den Karriereverlauf von Fiala zeigt, dass die Erfolge in den Playoffs bislang überschaubar sind. Nachdem er 2014/15 und 2015/16 nur ein paar Einsätze in der NHL für die Nashville Predators hatte, zog das Team in seinem Rookie-Jahr ins Stanley Cup Finale 2017 ein (2:4 gegen die Pittsburgh Penguins). Allerdings verletzte sich Fiala bereits in der ersten Runde in seinem 5. Spiel (Bilanz 2 Tore) schwer (Bruch des Schienbeins) und musste danach zuschauen. 2018 reichte es zur zweiten Runde, ehe er 2019 zu den Minnesota Wild abgegeben wurde. Mit denen schied er in den Jahren 2020 bis 2022 jeweils in der ersten Runde aus.

ARI@LAK: Fiala trifft doppelt und legt ein Tor auf

Jetzt hofft Fiala auf Besserung, nach dem Motto: Neues Team, neues Glück! In der regulären Saison knüpft er zumindest an die Erfolge des Vorjahres an und erfüllt damit bereits eine in ihn gesetzte Erwartung. In 64 Spielen kommt er auf 22 Tore und 44 Assists zu 66 Punkten.
"Ich habe mich sehr gut hier eingelebt", betont Fiala im exklusiven Gespräch mit NHL.com/de. "Es macht Spaß hier zu spielen und wir absolvieren eine gute Saison. Dazu leiste ich meinen Beitrag und wir versuchen das weiterhin durchzuziehen."
Dabei ist die Umstellung vom weitgehend beschaulichen Minnesota in die Metropole Los Angeles nicht nur vom Kulturschock gesehen wahrlich keine einfache. "Das Leben ist sehr unterschiedlich und auch auf dem Spielfeld haben wir ein anderes Team, ein bisschen mehr technisch", erzählt Fiala. "Vom Leben hier ist es viel schöner, weil es warm ist und fast die ganze Zeit die Sonne scheint."
Ablenken von seinem eigentlichen Auftrag durch die Rahmenbedingungen lässt sich Fiala nicht. Es ist eher eine gern gesehene Randerscheinung und vielleicht zusätzliche Motivation, um entsprechende Ergebnisse auf dem Eis vorzuweisen. Das Ziel heißt Stanley Cup Playoffs und da wollen die Kings nach neun Jahren wieder mindestens in die zweite Runde kommen, wenn nicht mehr.

LAK@ANA: Fialas Tor, 2 Assists

"Der Hunger auf tiefe Playoffs ist nicht nur bei mir sehr groß", verdeutlicht Fiala. "Ich bin immer in den letzten Jahren in der ersten Runde raus und die Kings auch. Wir müssen bereits jetzt in den letzten Saisonspielen den Fokus darauf legen, so gut wie möglich in Schwung zu kommen, um diesen mitzunehmen. Dann sehen wir weiter."
Verzichten muss Fiala zukünftig in den rivalisierenden Duellen mit den San Jose Sharks auf seinen Freund im Team gegenüber, Timo Meier, der aus Kalifornien zu den New Jersey Devils gewechselt ist. Während es in der Saison bis zu vier Divisionsduelle mit San Jose gibt, werden es mit New Jersey aus der Eastern Conference nur zwei Aufeinandertreffen sein.
"Er wird mir sicher fehlen, er ist ja nicht mehr so nah", räumt Fiala ein. "Für ihn ist schön, dass er bei den Devils gelandet ist, wo viele andere Schweizer spielen. Auch sie haben gute Chancen in den Playoffs weit zu kommen. Von daher freut es mich für ihn."
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Und wer weiß, vielleicht gibt es ja schon zwischen beiden Ende Mai bzw. Anfang Juni ein überraschendes Wiedersehen im Stanley Cup Finale? Im Jahr 2012 hieß die Finalpaarung New Jersey gegen Los Angeles, als die Kings zum ersten Mal in ihrer Geschichte den begehrten Pokal mit einem 4:2 in der Best-of-Seven-Serie gewannen.
Damals waren beide auch als große Außenseiter in die Playoffs gestartet. Die Kings waren im Westen mit den wenigsten Punkten auf acht gesetzt und die Devils im Osten auf sechs. Zumindest die Ausgangsposition wird in diesem Jahr besser sein. Die Kings belegen derzeit den zweiten Platz in der Pacific Division ebenso wie die Devils in der Metropolitan.