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Kanada hat am Mittwoch, dem dritten Tag der IIHF Junioren-Weltmeisterschaft 2023 in Halifax und Moncton, im Spiel der Gruppe A gegen Deutschland nach der unerwarteten Auftaktniederlage gegen Tschechien vom Montag Wiedergutmachung betrieben. Im zweiten Spiel des Tages gab es in der Gruppe B wieder eine Überraschung, indem die Slowakei die favorisierte USA besiegte.

Kanada - Deutschland 11:2 (3:1/6:0/2:1)
Mit viel Wut im Bauch überrollte Kanada vor über 10.000 Fans in Halifax im zweiten Gruppenspiel Deutschland. Connor Bedard, der erwartete Nummer-1-Draft im Jahr 2023, dominierte mit sieben Punkten (drei Tore, vier Assists) das komplette Spiel. Dylan Guenther erzielte ebenfalls einen Hattrick und Olen Zellweger steuerte drei Assists bei. Insgesamt erzielten zwölf Kanadier mindestens einen Punkt.
Nicht nur Bedard holte einen kanadischen Rekord, sondern es war überhaupt ein Spiel der Bestmarken. Kanada stellte mit fünf Powerplay-Toren im zweiten Drittel einen weiteren U20-Rekord auf. Die beiden Teams erzielten insgesamt acht Tore in Überzahl (Kanada sieben, Deutschland eines), was es ebenfalls in diesen Turnieren noch nie gab.
Kanada hat 27 von 28 Spielen zwischen den beiden Teams in der U20-Geschichte gewonnen. Der einzige deutsche Sieg, ein 7:6, stammt aus dem Jahr 1981. Am Montag hatte Kanada zum Turnierauftakt überraschend gegen Tschechien deutlich mit 2:5 verloren.
"Wir waren heute ziemlich hungrig und wollten uns nach dem ersten Spiel revanchieren", so Bedard. "Wir waren ziemlich sauer nach diesem Spiel. Wir waren heute sehr physisch, haben hart gekontert und diese kleinen Dinge getan. Ich denke, wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht."
Kanada nutzte alle drei Powerplays des ersten Drittels zu Treffern. Für Deutschland blitzte nur kurz Hoffnung auf, als Roman Kechter in der 12. Minute mit einem leichten Handgelenkschuss Torhüter Thomas Milic (14 Saves) durch die Schoner bezwingen und zum 1:1 ausgleichen konnte. Es war der erste Treffer der Deutschen im Turnier, nachdem sie am Dienstag gegen Schweden mit 0:1 den Kürzeren zogen.
Im Mitteldrittel entglitt den Deutschen die Partie endgültig, als Kanada mit sechs Toren auf 9:1 davonzog. In dieser Phase war ein deutlicher Klassenunterschied sichtbar und der Druck der Gastgeber forderte seinen Tribut. Mit entscheidend für den klaren Ausgang war aber eine Fünf-Minuten-Strafe gegen den deutschen Verteidiger Rayan Bettahar wegen eines illegalen Checks gegen den Kopf in der 36. Minute, den die Kanadier mit vier Überzahltoren bestraften.
Nach 1:22 Minuten im dritten Drittel stellte Kanada das Ergebnis auf zweistellig, als Zack Ostapchuk mit einem langen, hohen Schuss den deutschen Torhüter Rihards Babulis (11 Saves, 2 Gegentore) bezwang, der zur zweiten Pause für den angeschlagenen Simon Wolf (30 Saves, 9 Gegentore) eingewechselt wurde und sein Debüt für das deutsche Team gab. Stammtorhüter Nikita Quapp, der am Tag zuvor gegen Schweden eine starke Leistung zeigte, wurde indes geschont.
Die Deutschen erzielten ihren zweiten Treffer des Abends bei einem Powerplay, einem langen Schlagschuss von Philip Sinn, der in der 55. Minute zum 11:2-Endstand sein Ziel fand.
"Das war über alle drei Drittel und 60 Minuten hinweg Team-Kanada-Eishockey", schwärmte Kanadas Kapitän Shane Wright. "Wir haben erwartet, dass wir ein gutes Spiel abliefern, und das haben wir auch getan. Man will nie in Rückstand geraten, aber die Tordifferenz ist wichtig. Wir haben vom ersten Bully an ein solides Forechecking und eine solide Defensivleistung gezeigt. Insgesamt bin ich mit unserem Spiel zufrieden. Wir waren heute Abend viel konzentrierter und haben uns an den Spielplan gehalten."

Connor Bedard CAN GER

"Ich denke die Strafzeiten waren heute spielentscheidend", zog DEB-Trainer Tobias Abstreiter ein Fazit. "Wir haben zu viele unnötige Strafzeiten genommen und waren heute von Anfang an in den Zweikämpfen und im Druck am Schläger nicht so stark wie die Kanadier. Wir konnten hier einfach nicht gegenhalten, weshalb der Gegner auch viele Zweikämpfe gewonnen hat. Im Endeffekt war es nach der fünf Minuten Strafe klar, dass es so endet. Das ist natürlich schade für den Simon Wolf, der im Tor war, dass er so viele Unterzahlsituationen zu überstehen hatte. Am Ende des Tages müssen wir aus diesem Spiel lernen und dürfen einfach nicht in Unterzahl spielen. Wir müssen schauen, dass wir unsere Beine bewegen und uns auch so in den Zweikämpfen verhalten, dass wir nicht auf der Strafbank sitzen und der Mannschaft somit schaden."
Kanada spielt am Donnerstag gegen Österreich (Fr. 0:30 Uhr MEZ), während Deutschland und Österreich am Freitag (22.30 Uhr MEZ) im wohl entscheidenden Spiel um die Viertelfinal-Qualifikation aufeinandertreffen.
Slowakei - USA 6:3 (1:2/3:0/2:1)
Die Slowakei erzielte vor 6.438 Zuschauern in Moncton drei Tore im zweiten Drittel innerhalb von 3:19 Minuten und legte so den Grundstein für einen unerwarteten 6:3-Sieg gegen die Amerikaner.
Der slowakische Torhüter Adam Gajan, der sein Debüt bei den Junioren-Weltmeisterschaften gab, wehrte 33 Torschüsse der USA ab. Libor Nemec, Dalibor Dvorsky, Robert Baco, Filip Mesar, Peter Repcik und Alex Ciernik trafen für die Slowakei. Kapitän Simon Nemec steuerte drei Assists bei.

WJC Day 3 USA Slovakia

Die USA erzielten zwei Treffer in Überzahl und einen direkt nach Ablauf einer slowakischen Strafe. Doch das war nur ein schwacher Trost angesichts der mangelnden Defensivarbeit. Tyler Boucher erzielte zwei Tore und Gavin Brindley traf ebenfalls. Cutter Gauthier steuerte zwei Assists bei.
Im Tor der USA kam Kaidan Bereko ebenfalls zu seinem ersten Turniereinsatz. Die USA waren der Slowakei mit insgesamt 36:26 Torschüssen überlegen, doch die Slowakei fand Mittel und Wege die am Ende vielleicht wichtigen zwei Punkte mit viel Leidenschaft und Einsatz zu holen.