Die Pittsburgh Penguins verbesserten ihre Chancen im Kampf um einen Platz in den Stanley Cup Playoffs einmal mehr. Am Samstag punkteten sie zu Hause in der PPG Paints Arena mit einem 5:4 nach Penaltyschießen gegen die Winnipeg Jets zum vierten Mal in Folge. Während dieser kleinen Erfolgsserie ist Erik Karlsson ihr bester Scorer.

„Heute haben wir teilweise nicht unser bestes Eishockey gespielt und Chancen hergegeben“, bemerkte Karlsson. „Aber wir sind nicht in Panik geraten. Wir sind dran geblieben, haben auf unser System vertraut. Und wenn du das tust, machst du dir nicht zu viele Sorgen. Normalerweise läuft es besser und heute haben wir durch Erfahrung gewonnen, obwohl wir nicht unser bestes Spiel gezeigt haben.“

Verspielte Führung

Den Gastgebern gelang ein absoluter Traumstart. Yegor Chinakhov setzte sich nach nur 66 Sekunden mit einer starken Einzelleistung durch und erzielte das 1:0. Nur 54 Sekunden später verwertete Rickard Rakell vor dem Tor ein schönes Zuspiel von Bryan Rust, der sein 700. NHL-Spiel bestritt, zum 2:0. Es war erst ihr dritter Torschuss des Spiels.

Die Jets ließen sich davon aber nicht entmutigen. Morgan Barron sorgte wenig später für den Anschluss (4.). Im zweiten Drittel überraschte Cole Koepke die Penguins mit einem Unterzahltor zum Ausgleich (27.).

Karlsson zur Rettung

Nach dem 2:2 kam eines der großen Geschütze der Penguins ins Spiel. In einem Team mit den Superstars Sidney Crosby und Evgeni Malkin ist aktuell Verteidiger Karlsson die mächtigste Waffe.

Karlsson brachte Pittsburgh in der 36. Minute mit einem Schuss aus dem rechten Bullykreis erneut in Führung. Es war sein zehntes Tor der Saison. Diese Marke erreichte er schon zum fünften Mal in Folge.

Im Schlussabschnitt schlugen Neal Pionk (45.) und Brad Lambert (49.) aber für die Jets zurück und drehten das Spiel. Auf Vorlage von Rust setzte Karlsson in der 53. Minute sein zweites Tor drauf und erzwang damit die Verlängerung. Im Penaltyschießen trafen Crosby und Rakell und brachten den Penguins damit den Sieg ein.

„Wir haben Biss“, betonte Rust. „Das ist unser Markenzeichen. Wir liefern nicht immer die schönsten Spiele, aber wir sind niemals raus. Wir geben nicht auf.“

WPG@PIT: Penguins schlagen Jets im Penaltyschießen

Spitzensaison für Spitzenverteidiger

Mit diesem Auftritt baut Karlsson seine erstklassigen Leistungen in dieser Saison und besonders in den vergangenen Spielen weiter aus. Dank seines Doppelpacks kommt er nun auf zehn Punkte (fünf Tore, fünf Assists) in den vergangenen vier Spielen. Das sind Werte, von denen die meisten Stürmer nur träumen können. Karlsson liefert das als 35-jähriger Verteidiger ab.

„Karlsson hat wirklich ein neues Niveau gefunden“, lobte Trainer Dan Muse. „Es ist unglaublich, das anzuschauen... An diesem Punkt der Saison ist alles etwas intensiver. Er war die ganze Saison über gut. Wenn es schwieriger und enger wird, findet er einen Weg, noch einen Gang hochzuschalten.“

Mit seiner beeindruckenden Serie erhöht der Schwede seine Ausbeute in dieser Saison auf 54 Punkte (elf Tore, 43 Assists) in 64 Spielen. Vergangene Saison sammelte er in 82 Spielen 53 Zähler (elf Tore, 42 Assists).

„Es gibt nicht viele Spieler in dieser Liga, die tun können, was er tut“, schwärmte Rust. „Besonders, wenn er in Topform ist. Er ist eine treibende Kraft in der Offensive für uns und er spielt auch in der Defensive echt gut. Er hilft mit seiner ruhigen Ausstrahlung, ob auf oder neben dem Eis.“

Erst vor einer Woche überholte Karlsson in der ewigen Scorerliste der NHL-Verteidiger den legendären Bobby Orr. Mittlerweile steht Karlsson bei 924 Punkten (211 Tore, 713 Assists) in 1148 Spielen. Unter allen aktiven Verteidigern erzielte nur Brent Burns mehr Punkte. Er verzeichnete bisher 939 Zähler (271 Tore, 668 Assists), ist aber sechs Jahre älter und bestritt 417 Spiele mehr. Macht Karlsson noch ein bis zwei Jahre so weiter, hat er gute Chancen zum neunten Verteidiger in der Geschichte der NHL zu werden, der die Marke von 1000 Punkten knackt.

Wichtiger Beitrag im Kampf um die Playoffs

Die Penguins dürfen sich bei ihrem Ausnahmeverteidiger für die sieben Punkte in den vergangenen vier Spielen bedanken. Diese Ausbeute ist für das Team extrem wichtig, denn in der Eastern Conference herrscht ein erbitterter Kampf um die Playoff-Plätze und die Penguins haben gute Karten.

Mit 86 Zählern aus 69 Spielen (35-18-16) liegt Pittsburgh auf Platz zwei der Metropolitan Division, acht Punkte hinter den Carolina Hurricanes und zwei Punkte vor den Columbus Blue Jackets. Das punktbeste Team außerhalb der Playoff-Ränge sind die New York Islanders mit 83 Zählern.

Der Kampf um die Playoffs und womöglich auch Karlssons Punkteserie, gehen schon am Sonntag weiter, wenn die Penguins die Hurricanes zum Spitzenspiel der Division empfangen.

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