Die Colorado Avalanche haben sich als erstes Team das Ticket für die Stanley Cup Playoffs gesichert. Die Mannschaft von Trainer Jared Bednar gewann am Freitagabend (Ortszeit) 4:1 bei den Chicago Blackhawks und erfüllte damit noch vor Ostern die Minimalvorgabe für diese Saison. Jetzt ist die Mannschaft heiß auf mehr.

Das ging sehr schnell: Colorado brauchte gerade mal 68 Partien, um sich einen Platz in der K.o.-Runde zu sichern. Trotz einer kleinen Ergebniskrise (0-2-1) in den drei Partien vor dem Auftritt im United Center. Ein Punkt fehlte noch. Und diese Pflichtaufgabe lösten die Avalanche am Ende souverän gegen einen der Lieblingsgegner. Alle drei Duelle gegen die Blackhawks in dieser Spielzeit gingen somit an Colorado. Die Mannschaft aus Denver hat mit 45-13-10 die beste Bilanz in der NHL. Lediglich zwölf Mannschaften haben sich während einer 82-Spiele-Saison einen Platz in den Playoffs nach 68 Spielen oder weniger gesichert. Zuletzt war das den Boston Bruins 2022/23 gelungen (64 Spiele).

COL@CHI: Necas trifft und eröffnet das Scoring

Neunte Playoff-Teilnahme in Folge

Während einer 82-Spiele-Saison schaffte es die Franchise aus Colorado nur in der Saison 1996/97 schneller, sich das Playoffticket zu sichern. Damals brauchten sie ein Spiel weniger als diesmal. In der Saison 2000/01 stand der Einzug in die Playoffs nach 69 Spielen fest. Es ist dem Team auch seit 00/01 zum ersten Mal gelungen, sich als erste Mannschaft die Teilnahme an den Playoffs zu sichern. Mit dem Sieg in Chicago hat Colorado auch als erstes Team in der NHL die 100-Punkte-Marke geknackt.

Zum neunten Mal in Folge stehen die Colorado Avalanche also in den Playoffs. Gemeinsam mit Toronto ist das die längste aktive Serie. „Das ist ein guter Anfang. Damit sind wir sehr zufrieden. Wir sind gerade gut drauf. Selbstverständlich gibt es Aufs und Abs in einer Saison. Aber wir haben uns zu diesem Zeitpunkt in der Saison in eine sehr gute Position gebracht“, sagt Bednar. Sich den Platz in den Playoffs zu sichern, sei der erste Schritt auf dem Weg zum großen Ziel. Aber es sei auch noch viel Eishockey zu spielen.

Makar: Solide Leistung

In Chicago sorgten Martin Necas und Brock Nelson (Überzahl) im ersten sowie Nazem Kadri und Valeri Nichushkin (Überzahl) im dritten Drittel für die Tore der Gäste. Im Mittelabschnitt gelang Wyatt Kaiser der zwischenzeitliche Anschlusstreffer der Gastgeber. „Wir haben die gute Leistung aus der vorherigen Partie mitgenommen. Ich hatte den Eindruck, dass wir viele verschiedene Dinge gut gemacht haben. Im zweiten Drittel haben wir ein bisschen den Faden verloren, aber dann wieder unseren Rhythmus gefunden. Unterm Strich war das eine solide Leistung von uns“, befand Avalanche-Verteidiger Cale Makar.

Necas, dem auch noch zwei Vorlagen in dem Spiel gelangen, steht damit bei 84 Scorerpunkten (32-52-84), was für ihn neue persönliche Bestleistung auf eine Saison gesehen bedeutet. Die 100-Punkte-Marke ist noch in Reichweite. „Das fühlt sich gut an. Aber wir müssen dranbleiben und so weiterspielen“, sagte der Tscheche. Zum zweiten Mal in seiner Karriere gelangen ihm in einem Zeitraum von 13 Spielen zehn Tore. Zuvor war ihm das mit Carolina gelungen (22. Oktober bis 17. November 2024). Zum siebten Mal in Folge hat er in einem Auswärtsspiel getroffen und damit mit Franchise-Legende Joe Sakic gleichgezogen für die zweitlängste Serie in dieser Statistik. In der aktuellen Form ist für Necas auch Platz eins nicht unerreichbar. Den hat Michel Goulet mit neun Spielen inne. Necas, der sich der Marke von 100 Spielen für Colorado nähert (aktuell hat er 95) ist jetzt schon einer von drei Spielern der Franchise mit mindestens 40 Toren in den ersten 100 Partien. Er hat schon 43, genau wie Marek Svatos. Claude Lemieux hatte 44. Es sei ebenfalls ein gutes Gefühl, sich als erstes Team für die Playoffs qualifiziert zu haben, meinte Necas. Aber jetzt müsse man das auch ins Ziel bringen.

Rekorde, Rekorde, Rekorde

Mit seiner Vorlage zu Nelsons Tor hat Makar zum vierten Mal in seiner Karriere die Marke von 70 Scorerpunkten geknackt (20-50-70). Von den aktiven Verteidigern hat nur Erik Karlsson mehr (5). Makar ist erst der siebte Verteidiger in der Geschichte der NHL, der viermal 70 Scorerpunkte in weniger als 70 Spielen erreichte. Er befindet sich da in illustrer Gesellschaft mit Ray Bourque (10), Paul Coffey (9), Bobby Orr (6), Brian Leetch (5), Denis Potvin (5) und Al MacInnis (4).

Selbstverständlich gab es in dieser Partie auch wieder ein paar Bestleistungen von Nathan MacKinnon. Mit seinen drei Vorlagen komplettierte er sein 18. Spiel mit drei Scorerpunkten in dieser Saison und zog mit Peter Stastny auf Platz drei für die meisten solcher Spiele in einer Saison in der Franchisehistorie gleich. Stastny und Sakic teilen sich Platz eins mit 19. Es war MacKinnons 42. NHL-Spiel mit drei Vorlagen, womit er Artemi Panarin (41) auf Platz vier der meisten solcher Partien unter den aktiven Spieler überholt hat. Vor MacKinnon liegen nur noch Nikita Kucherov (57), Connor McDavid (61) und Sidney Crosby (67).

COL@CHI: MacKinnon dreht sich und bedient Kadri im Powerplay

Powerplay wird besser

Auch der Coach war nach eigener Aussage – wie Makar – nicht sonderlich begeistert von der Leistung der Avalanche im zweiten Drittel. Auch wenn die Torschussstatisktik mit 15:6 klar für sein Team sprach. „Ich bin kein Freund von einem offenen Schlagabtausch. So verliert man Spiele. In den Playoffs wird alles sehr eng sein. Wir haben vom ersten Tag der Vorbereitung an versucht, Gewohnheiten zu etablieren, mit denen man in den Playoffs gewinnt.“ Einige Situationen im zweiten Drittel hätten ihn an die 2:7-Niederlage gegen Pittsburgh erinnert, meinte Bednar. Unterm Strich können man aber mit der Leistung zufrieden sein.

Das gilt auch für das Überzahlspiel, das nach den Eindrücken des Trainers nach der Olympiapause immer besser in Schwung kommt. Gegen Chicago gelangen den Gästen zwei Treffer im Powerplay. „Wir können nicht den Ballast aus den ersten fünf Monaten der Saison mit uns mitschleppen. Es spielt keine Rolle, wie das Powerplay im Oktober, November, Dezember ist. Wir haben trotzdem gewonnen, das hat uns nicht wehgetan. Es hat uns auch nicht geholfen. Aber wir brauchen diese Hilfe in der entscheidenden Phase der Saison und in den Playoffs“, betonte Bednar. Man werde weiter daran arbeiten und nach Lösungen suchen. Er sehe das Team auf einem guten Weg. Aktuell hat Colorado eine Erfolgsquote von 16,7 Prozent in Überzahl. Das reicht lediglich für Platz 26 im ligaweiten Vergleich. Aber ein paar Spiele bleiben ja noch, um weiter am Powerplay zu feilen und für die Playoffs in Schwung zu kommen.

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