Germany 8 18

Die IIHF Juniorenweltmeisterschaft 2022 ist auf der Zielgeraden. Vier Teams verbleiben noch im Kampf um die Medaillen. Am Freitag werden in den beiden Halbfinalspielen die Teilnehmer des Endspiels ermittelt. Um 14 Uhr Ortszeit (22 Uhr MESZ) fordert Favorit Kanada Tschechien zum Tanz, um 18 Uhr (Sa. 2 Uhr MESZ) kommt es zum nordischen Duell zwischen Schweden und Finnland.

Kanada - Tschechien
Tschechien geht als Außenseiter in das Halbfinale gegen Gastgeber Kanada, doch davon lassen sich die Spieler sicherlich nicht verunsichern. Immerhin hatten sie im Viertelfinale gegen die amtierenden Meister aus den USA die gleiche Rolle inne und meisterten die Aufgabe bravourös mit einem 4:2-Sieg.

"Wir haben heute eine große Teamleistung gebracht", lobte Stürmer David Spacek nach der Begegnung. "Ich glaube, dass heute jeder Spieler alles gegeben hat, Tränen, Schweiß und Blut. Heute haben wir zusammengespielt und haben gesehen, dass das der Weg zum Sieg ist."
Trotzdem wäre ein weiterer Sieg gegen die hochklassig besetzten Kanadier eine Überraschung. Kanada belegte in der Vorrunde mit einer perfekten Ausbeute von zwölf Punkten aus vier Spielen Platz eins in Gruppe A und warf im Viertelfinale die Schweiz mit 6:3 aus dem Rennen.
"Da waren wir nicht so auf Zack wie im Spiel davor gegen Finnland", gab Stürmer Nathan Gaucher zu. "Aber wir haben gewonnen und stehen im Halbfinale. Vielleicht war das so, weil es unser fünftes Spiel war, ich bin mir nicht sicher, aber wir haben stark gespielt und zur richtigen Zeit die Tore geschossen."
Die Statistik steht klar auf Seiten der Kanadier. Mit 33 Toren stellen sie die beste Offensive, mit einer Chancenverwertung von 14,8 Prozent und einer Ausbeute von 54,55 Prozent im Powerplay liegen sie jeweils auf Platz zwei hinter Finnland. Die Unterzahl liegt mit 83,33 Prozent auf dem dritten Platz. Kapitän Mason McTavish ist mit 14 Punkten (7 Tore, 7 Assists) der beste Scorer und Torjäger des Turniers. Ausnahmetalent Connor Bedard (3 Tore, 4 Assists), Logan Stankoven (3 Tore, 4 Assists) und Olen Zellweger (2 Tore, 5 Assists) liegen mit sieben Zählern in der Scorerwertung ebenfalls vor dem besten Tschechen Jan Mysak mit sechs Punkten (4 Tore, 2 Assists).

Ein Offensivduell wäre angesichts der bisher 15 Tore und einer Chancenverwertung von 9,38 Prozent sicherlich nicht im Sinne der Tschechen. Stattdessen dürften sie sich auf eine passable Abwehr und Torwart Tomas Suchanek verlassen, dessen Fangquote von 92,13 Prozent den dritten Rang hinter den beiden schwedischen Torhütern Calle Clang und Jesper Wallstedt bedeutet.
Eine Niederlage Kanadas wäre eine Überraschung, doch die Tschechen bewiesen im Viertelfinale, dass man sie nicht unterschätzen darf. Ihre erste Medaille seit 2005 (Bronze) ist in Reichweite.
Schweden - Finnland
Im zweiten Halbfinale wartet mit dem skandinavischen Derby zwischen Finnland und Schweden ein absoluter Klassiker. Finnland ging als einer der großen Favoriten in das Turnier. Kein Wunder, immerhin gewann das Team drei der vergangenen acht Turniere. Trotzdem taten sich die Finnen im Viertelfinale gegen Deutschland unerwartet schwer, ehe sie sich mit 5:2 durchsetzten. Das hatten sie vor allem ihrem starken Powerplay zu verdanken, dass gegen Deutschland gleich vier Mal zuschlug.

"Im Powerplay sind wir überragend", bestätigte Roby Jarventie. "Jeder Spieler ist etwas Besonderes und wir halten uns an unseren Plan. Wir nehmen die Schüsse, wenn wir sie kriegen und lassen den Puck gut laufen.
Die Finnen führen die Powerplaystatistik mit 59,09 Prozent an und stellen mit 27 Toren die zweitbeste Offensive. Die Chancenverwertung von 16,27 Prozent kann kein anderes Team überbieten. Joakim Kemells elf Punkte (3 Tore, 8 Assists) bringen ihn auf den zweiten Platz in der Scorerwertung, gefolgt von Jarventie (4 Tore, 5 Assists) und Aatu Raty (3 Tore, 6 Assists) mit je neun Zählern. In der Defensive sieht die Statistik weniger rosig aus: 16 Gegentore mussten sie bisher schlucken, doppelt so viele wie Schweden, das sich gegen das Überraschungsteam aus Lettland mit 2:1 ins Halbfinale kämpfte.
"In dem Spiel waren wir die Favoriten und das ist immer ein bisschen schwierig", erklärte Isak Rosen. "Wir wussten, dass sie mit viel Energie ins Spiel kommen würden. Da mussten wir dagegenhalten und das haben wir ganz gut gemacht. Wir haben gewonnen, das ist das einzige was zählt."
Ein knappes Spiel würde Schweden auch gegen Finnland in die Hände spielen, denn die Stärken sind klar. Während sie bisher nur 17 Tore erzielten, sucht die Abwehr ihresgleichen. Die acht Gegentore sind der beste Wert des Turniers, genau wie die Quote von 92,86 Prozent in Unterzahl. Die Schweden stellen zudem die beiden Torhüter mit der besten Fangquote des Turniers. Wallstedt hielt 92,21 Prozent aller Schüsse, Clang kann das mit 94,44 Prozent sogar noch überbieten und ist der einzige Torhüter, der einen Shutout einfahren konnte. Bester Scorer ist Verteidiger Emil Andrae mit acht Punkten (4 Tore, 4 Assists).

Die beiden Kontrahenten bewiesen sehr unterschiedliche Qualitäten, waren in ihren Bereichen aber die absoluten Spitzenreiter. Der Ausgang des Spiels dürfte zum großen Teil davon abhängen, wer der Partie sein System aufzwingen kann.
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