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Auf den ersten Blick ist die Lage bei den New York Rangers sportlich nicht zufriedenstellend. Das Team liegt mit einer Bilanz von 15-15-4 und den daraus resultierenden 34 Punkten nur auf Rang sechs in der MassMutual East Division. Zudem verloren die Rangers am Sonntag das NHL Europa-Spiel der Woche präsentiert von SAP in der Capital One Arena bei den Washington Capitals mit 4:5. Es war, nach zuvor drei Siegen hintereinander, die zweite Pleite in Folge für die New Yorker. Am Samstag hatten sie gegen die Philadelphia Flyers am Samstag mit 1:2 den Kürzeren gezogen.

Doch das junge Team der Rangers hat gegen die Capitals einmal mehr sein großes Kämpferherz gezeigt und erkennen lassen, dass es nie aufsteckt. Im Rennen um einen Playoff-Platz sind das wichtige Tugenden. Deshalb sollte man die Rangers in Sachen Endrunden-Qualifikation längst noch nicht abschreiben.
Der Rückstand auf die in der Division viertplatzierten Boston Bruins (17-9-5) beträgt fünf Zähler. Die Mannschaft aus Massachusetts hat jedoch drei Spiele weniger absolviert. Die Lücke auf Rang vier zu schließen ist die große Herausforderung, vor der die Rangers in den kommenden Wochen stehen.

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Am Sonntag gegen die Capitals gingen der mittlere Abschnitt und der Beginn des letzten Drittels völlig daneben. Nach einem torlosen ersten Durchgang brachen in dieser Phase beinahe alle Dämme bei den Rangers. Nach zwei Toren von Tom Wilson und jeweils einem von Alex Ovechkin und Evgeny Kuznetsov lagen die New Yorker in der 46. Minute mit 0:4 im Hintertreffen.
Für manches Team wäre dies ein Grund gewesen, das Match gegen eine Spitzenmannschaft wie die Capitals abzuhaken. Nicht jedoch für die Rangers, die sich in der Folgezeit mächtig gegen die sich abzeichnende Niederlage stemmten und sogar fast noch zu einem Punktgewinn gekommen wären.
Colin Blackwell war es, der den Gästen mit seinen Saisontreffern Nummer sieben und acht in der 47. und 50. Minute neue Hoffnung schenkte. Die neu erweckten Lebensgeister der Rangers überstanden selbst den Nackenschlag von T.J. Oshie zum 2:5 (52.).
Alexis Lafreniere (53.) und Chris Kreider (57.), dem in Überzahl sein 17. Saisontreffer gelang, ließen die Rangers bis zu Schlusssirene um den möglichen Ausgleich gegen den Favoriten kämpfen. Wenn auch der von den Rangers erhoffte Treffer zum 5:5 am Ende nicht mehr fallen wollte, hat das Team im Schlussdrittel bewiesen, zu welch außerordentlichen Leistungen es fähig ist.
Im Nachhinein bedauerte man im Lager der New Yorker die verschlafene Zeit zu Beginn des Spiels. "Wir wollten es nach dem Spiel am Vortag anfangs erst einmal kontrolliert angehen lassen", sagte Rangers-Verteidiger Adam Fox. Ihm gelangen gegen die Capitals zwei Torvorlagen, wodurch er seine Ausbeute auf 22 Punkte (zwei Tore, 20 Assists) aus seinen vergangenen 17 Einsätzen steigerte. "Einige Abpraller gingen dann in ihre Richtung. Sie haben die daraus resultierenden Möglichkeiten zu Treffer genutzt. Im dritten Drittel lief es besser für uns und wir haben angefangen, einige Pucks zu versenken", führte Fox weiter aus.

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Hoffnung machte zudem die Tatsache, dass Lafreniere, der Top-Pick beim NHL Draft 2020, seine Ladehemmung überwinden konnte. Das Tor zum 3:5 war sein fünfter Saisontreffer und der erste nach zuvor zwölf Begegnungen ohne persönliches Erfolgserlebnis.
"Es war wirklich sehr gut zu sehen, dass Lafreniere endlich wieder ein Tor erzielt hat", freute sich Trainer David Quinn, der sich erstmals nach sechs versäumten Spielen aufgrund einer COVID-19-Infektion, wieder hinter der Bande befand. "Ich habe erkannt, dass die dritte Reihe zu Beginn noch ein wenig zu kämpfen hatte. Aber sie hat im dritten Drittel und in der Schlussphase deutlich besser gespielt. Schön, dass Blackwell mal wieder ein paar Tore geschossen hat. Leider hat es am Ende trotzdem nicht ganz gereicht für uns."
Der 28-jährige Blackwell verbesserte seine Scorerbilanz durch die beiden Tore vom Sonntag auf zwölf Punkte (acht Treffer, vier Vorlagen). Er liegt damit schon nach 25 absolvierten Begegnungen über dem Wert des Vorjahres, als ihm in 27 Spielen der regulären Saison zehn Punkte (drei Tore, sieben Assists) gelungen waren.
Kevin Rooney verbuchte wie sein Teamkollege Fox zwei Assists. Für den Center waren es im 32. Einsatz der Spielzeit die Punkte neun und zehn. Fünf Tore und fünf Vorlagen stehen für ihn in der Scorerwertung zu Buche.

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Seinen Lauf fortsetzen konnte Center Ryan Strome, der einen Treffer der New Yorker vorbereite und dadurch seine Punkteserie auf neun Spiele ausbaute. Zwei Treffer und zwölf Assists gelangen ihm in diesem Zeitraum. Es ist die längste Erfolgsserie eines Rangers-Spielers in dieser Saison.
Steigerungspotenzial bot insbesondere der zweite Spielabschnitt, als den Rangers lediglich fünf Torschüsse gelungen waren. Eine Bilanz, die auch Coach Quinn nicht zufriedenstellte, wie er hinterher erklärte. "Ich fand, dass wir im zweiten Drittel nicht gut waren. Wir hatten einige Powerplays, aus denen wir nicht viel herausgeholt haben. Wir waren in dieser Phase generell nicht ausreichend in der Lage, die Pucks in Richtung ihres Tores zu befördern und den Abschluss zu suchen."
Die Gelegenheit, die bestehenden Probleme zu beheben und den Spieß gegen die Capitals umzudrehen, erhalten die Rangers schon am Dienstag, wenn beide Mannschaften im Madison Square Garden von New York erneut aufeinandertreffen (7 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 1 Uhr MESZ).