2. Verlängerung: Eberle wird zum Helden
Zu Beginn der Overtime überstand New York ein längeres Unterzahl-Spiel (Double-Minor-Strafe gegen Anthony Beauvillier) und startete danach selbst eine Drangphase. Doch beide Torhüter wussten zu glänzen und stoppten die Angriffswellen beider Mannschaften. Auch nach 80 Minuten war kein Sieger gefunden.
Das sollte sich dann in der 2. Verlängerung ändern: Tampa Bay startete offensiv, mit spielerischen Vorteilen und hatte Pech, dass Nikita Kucherov in einer Szene statt ins halbleere Tor den Außenpfosten traf.
Das sollte sich wenig später rächen: Nach einem Schwinger von Kevin Shattenkirk schalteten die Islanders blitzschnell um. Anders Lee legte quer zu Eberle, der zum 2:1 traf (93.).
"Es war ein klasse Pass von Anders, ich musste den Puck nur noch reinschieben", freute sich Eberle. "Ein toller Spielzug, ein toller Pass von Anders und ein tolles Tor", lobte auch Boychuk. "Als die Zeit kam, war er da, um das Siegtor zu schießen."
Ein "Charaker-Sieg"
Zum ersten Mal in den Playoffs 2020 gingen die Lightning nach einer Overtime nicht als Sieger vom Eis (5-1). Außerdem gab es mehr Blocks (30:32) als Torschüsse (37:24).
"Es war ein Charakter-Sieg heute", stellte der starke Varlamov zufrieden fest. "Es war ein wichtiger Overtime-Sieg für uns. Wir konnten die Serie verlängern und freuen uns auf das nächste Spiel." Auch Trotz sah in diesem Sieg "ein gutes Zeichen für die Zukunft, denn: "Das hat uns viel Energie gegeben. Wir haben verstanden, wie wir Hockey-Spiele gewinnen können."
Auf Seiten der Lightning gab man sich nach dem Spiel äußerlich unbeeindruckt. Trainer Jon Cooper analysierte scheinbar gelassen: "Ich bin mit unserem Spiel heute nicht unzufrieden. Wir hatten unsere Gelegenheiten, hätten das Spiel auch gewinnen können. Aber so ist Eishockey eben. Dieses Spiel stand auf des Messers Schneide. Das Ergebnis wirft uns nicht um."