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In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben die New York Islanders Spiel 5 der Eastern-Conference-Final-Serie im Rogers Place von Edmonton mit 2:1 n.2.V. gegen die Tampa Bay Lightning gewonnen, somit auf 2:3 verkürzt und ein Spiel 6 am Donnerstag (8 p.m. ET; Fr. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN) erzwungen. Der späte Siegtreffer gelang Jordan Eberle.

"Es war mein wichtigstes Tor seit langem, so viel steht fest", zeigte sich der Stürmer erleichtert. "Die Jungs haben heute hart gekämpft, wir sind in der Defensivzone in schwierige Situationen geraten und mussten geduldig auf unsere Chance warten. Es ist großartig, dass wir weiter dabei sind."
Tampa Bay ohne Point - New York mit Sieben Verteidigern
Islanders-Trainer Barry Trotz hatte über Veränderungen nachgedacht, blieb bei Semyon Varlamov (36 Saves, 97,3 Prozent Fangquote) als Starter, entschied sich aber für nur elf Stürmer und dafür sieben Verteidiger: Abwehrspieler Johnny Boychuk stand statt Angreifer Ross Johnston auf dem Aufstellungsbogen und fügte sich mit dem Team-Bestwert von sechs geblocken Schüssen ein. Außerdem brach Trotz seine Reihen auf und arbeitete mit neuen Zusammenstellungen.
Lightning-Coach Jon Cooper musste auf seinen Nummer-1-Center Brayden Point verzichten und brachte stattdessen Carter Verhaeghe. Im Tor stand auch im 18. Playoff-Auftritt in dieser Saison Andrei Vasilevskiy (22 Saves, 91,7 Prozent Fangquote).

NYI@TBL, Sp5: Pulock zieht ab und trifft

Zwei Verteidiger-Tore
Beide Mannschaften boten eine solide Defensivleistung und teilten viele Checks aus (70:75 Hits). Der Führungstreffer gelang New York im ersten Drittel - ausgerechnet im Powerplay, das in dieser Serie bislang kaum für Furore gesorgt hatte. Einen Querpass an der blauen Linie von Nick Leddy fasste Verteidiger Ryan Pulock direkt ab. Der Puck fand den Weg durch den Verkehr vor dem Tor und schlug zum 1:0 ein (16.).
Tampa Bay schlug dann im zweiten Durchgang zurück: Während eines Wechsel-Fehlers der Islanders brach Blake Coleman durch, scheiterte aber mit einem Schuss an Varlamov. Den Rebound verpasste Yanni Gourde knapp, doch hinter ihm war Verteidiger Victor Hedman aufgerückt, zog ab und glich zum 1:1 aus (25.).
In der Folge wogte die Partie hin und her, mit leichten Schuss-Vorteilen für die Lightning (24:16 in 60 Minuten), die mit einem Pfosten-Treffer von Zach Bogosian Ende des zweiten Abschnitts noch die beste Chance hatten. Doch kein Team brachte in der regulären Spielzeit die Scheibe im Tor unter. Es ging in die Verlängerung.

NYI@TBL, Sp5: Hedman bringt die Scheibe ins Tor

2. Verlängerung: Eberle wird zum Helden
Zu Beginn der Overtime überstand New York ein längeres Unterzahl-Spiel (Double-Minor-Strafe gegen Anthony Beauvillier) und startete danach selbst eine Drangphase. Doch beide Torhüter wussten zu glänzen und stoppten die Angriffswellen beider Mannschaften. Auch nach 80 Minuten war kein Sieger gefunden.
Das sollte sich dann in der 2. Verlängerung ändern: Tampa Bay startete offensiv, mit spielerischen Vorteilen und hatte Pech, dass Nikita Kucherov in einer Szene statt ins halbleere Tor den Außenpfosten traf.
Das sollte sich wenig später rächen: Nach einem Schwinger von Kevin Shattenkirk schalteten die Islanders blitzschnell um. Anders Lee legte quer zu Eberle, der zum 2:1 traf (93.).
"Es war ein klasse Pass von Anders, ich musste den Puck nur noch reinschieben", freute sich Eberle. "Ein toller Spielzug, ein toller Pass von Anders und ein tolles Tor", lobte auch Boychuk. "Als die Zeit kam, war er da, um das Siegtor zu schießen."
Ein "Charaker-Sieg"
Zum ersten Mal in den Playoffs 2020 gingen die Lightning nach einer Overtime nicht als Sieger vom Eis (5-1). Außerdem gab es mehr Blocks (30:32) als Torschüsse (37:24).
"Es war ein Charakter-Sieg heute", stellte der starke Varlamov zufrieden fest. "Es war ein wichtiger Overtime-Sieg für uns. Wir konnten die Serie verlängern und freuen uns auf das nächste Spiel." Auch Trotz sah in diesem Sieg "ein gutes Zeichen für die Zukunft, denn: "Das hat uns viel Energie gegeben. Wir haben verstanden, wie wir Hockey-Spiele gewinnen können."
Auf Seiten der Lightning gab man sich nach dem Spiel äußerlich unbeeindruckt. Trainer Jon Cooper analysierte scheinbar gelassen: "Ich bin mit unserem Spiel heute nicht unzufrieden. Wir hatten unsere Gelegenheiten, hätten das Spiel auch gewinnen können. Aber so ist Eishockey eben. Dieses Spiel stand auf des Messers Schneide. Das Ergebnis wirft uns nicht um."