ANA@TOR: Tavares mit einem PPG zum Overtime-Sieg

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde der Stanley-Cup-Qualifikanten, in Best-of-5-Serien der Stanley-Cup-Qualifikation und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie wirft NHL.com/de einen Blick auf den Starfaktor der einzelnen Teams und präsentiert jeweils einen herausragenden Spieler. In dieser Ausgabe: John Tavares von den Toronto Maple Leafs.

John Tavares war das begehrte Objekt der Free Agency 2018, als am 1. Juli des Jahres die Verträge ausgelaufen waren. Der bisherige Stürmer und Kapitän der New York Islanders hatte sich entschlossen, seinen auslaufenden Vertrag auf Long Island nicht zu verlängern und konnte nun frei wählen, wo seine neue Wirkungsstätte sein sollte.

Der in Mississauga, Ontario, einem Vorort von Toronto, geborene Kanadier entschied sich für die alte Heimat und schloss sich den Toronto Maple Leafs an. Das Ziel war klar: Endlich den Stanley Cup seit 1967 wieder für die traditionsreiche Organisation, deren Anhänger er schon als Kind gewesen war, zu gewinnen.

Als schönen Nebeneffekt und als Ausgleich für den angesichts der großen Aufgabe auf ihn lastenden Drucks, erhält Tavares bis zum Ende der Saison 2024/25 ein Gehalt von durchschnittlich elf Millionen US-Dollar jährlich.

BUF@TOR: Tavares sorgt für den Sieg in Overtime

In seinem ersten Jahr lieferte Tavares 88 Punkte (47 Tore, 41 Assists) in 82 Spielen und die Maple Leafs landeten mit 100 Punkten auf dem dritten Platz in der Atlantic Division. Der Gegner in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs waren die Boston Bruins. Wie im Jahr zuvor unterlag Toronto jedoch äußerst bitter nach sieben Spielen. Waren die Maple Leafs 2018 mit 1:3 in der Serie zurück und hatten noch auf 3:3 ausgleichen können sowie in Spiel 7 in Boston mit 4:3 nach zwei Drittel geführt, so lagen sie in 2019 mit Tavares 2:1 und 3:2 nach Spielen vorne, verloren jedoch ihr Heimspiel mit 2:4 und schließlich Spiel 7 in Boston mit 1:5.

Die Enttäuschung war natürlich nicht nur bei Tavares groß, weil die Maple Leafs nach zwei Niederlagen in der ersten Runde in Folge (2017 hatten sie in sechs Spielen gegen die Washington Capitals den Kürzeren gezogen) darauf hofften, mit ihrem jungen Team den nächsten Schritt zu machen. "Wir müssen Wege finden, um besser zu sein", mahnte Tavares nach der Niederlage im vergangenen Jahr unmittelbar an. "Wir haben eine Mannschaft mit Qualität, wir haben sehr viel Talent, wir haben sehr viel Jugend und viel Entwicklung vor uns. ... Man realisiert wirklich, dass man aus jeder Chance, die man bekommt, das meiste machen muss. Das haben wir heute verpasst."

Es sind nicht nur Worte wie diese, die das Management in Toronto um Präsident Brendan Shanahan und General Manager Kyle Dubas darauf hoffen lassen, dass mit Tavares vieles besser wird und sich der langersehnte Erfolg endlich einstellen will. Nein, sie wollen auch Taten sehen, weswegen gerade die kommenden Stanley Cup Qualifikationsspiele der Best-of-5-Serie gegen die Columbus Blue Jackets ein wichtiger Meilenstein sein werden.

Die Maple Leafs waren enttäuschend in die Saison 2019/20 gestartet und verbuchten nur neun Siege und 22 Punkte in 23 Spielen (9-10-4), woraufhin die den Marktgesetzen übliche Reißleine gezogen wurde und Trainer Mike Babcock am 20. November entlassen und durch Sheldon Keefe ersetzt wurde. Dieser trainierte bis dahin das Farmteam Toronto Marlies in der American Hockey League und gewann mit ihnen 2018 die Calder Cup Championship. Die Bilanz nach der Übernahme lag bei vielversprechenden 27-15-5, doch seit Februar bis zur Unterbrechung der Saison am 12. März stehen nur 8-8-2 zu Buche. So wurde auch eine bessere Ausgangsposition für die Playoffs, die eigentlich vor der Saison das erste Ziel war, verspielt.

MIN@TOR: Tavares trifft per Schlagschuss

Jetzt gilt es das Beste aus der gegebenen Situation zu machen und dabei wird besonders Tavares mit seiner Erfahrung gefordert sein. Allerdings hat der 29-jährige Stürmer in seiner Karriere neben dem Auftritt mit den Maple Leafs im vergangenen Jahr mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Islanders in neun Jahren nur drei Mal (2013, 2015 und 2016) die Playoffs erreicht und war einzig 2016 in die zweite Runde eingezogen.

Doch welches Standing Tavares mittlerweile in der NHL hat, beweist die Tatsache, dass er aus der Fraktion der Spieler zum Komitee gehörte, welches den Return-to-Play-Plan der Liga mit der Vorgehensweise, dem Hygienekonzept und allen damit verbundenen Regeln festlegte.

TOR@BUF: Tavares versenkt Rebound aus kurzer Distanz

"Wenn dir etwas weggenommen wird, ein wichtiger Teil in deinem Leben, etwas, das du gerne machst, nicht nur weil es dein Beruf ist, sondern weil es etwas ist, das du liebst zu tun, seitdem du ein Kind bist, dann ist es überragend wenigstens etwas davon zurückzubekommen, egal mit welchen Auflagen es auch verbunden ist", gab Tavares kürzlich ein leidenschaftliches Plädoyer für die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetrieb ab.

Die Maple Leafs werden hoffen, dass die gesamte Mannschaft, angeführt von ihrem Kapitän Tavares, diese Leidenschaft in Kürze auf dem Eis umsetzen kann und schon bald das Bild entsteht, wonach sich jeder im Umfeld von Toronto sehnt. Tavares empfängt mit dem Ahornblatt auf dem Trikot vom NHL Commissioner den Stanley Cup und stemmt ihn in die Höhe.