Aber je länger man im Geschäft dabei ist, gewöhnt man sich daran und der Tag wird zu einer Routine wie jeder andere Tag auch.
Zuletzt gab es einige Trainerwechsel in der NHL. Natürlich stellt sich immer die Frage, ob an einem Trainer festgehalten werden sollte oder ob die Entlassung der richtige Schritt ist. Ich habe zehn Jahre lang unter Lindy Ruff bei den Buffalo Sabres gespielt und in meinem letzten Jahr dort wurde er dann entlassen. Er hat eine gewisse Philosophie verfolgt und irgendwann ist die Geduld vom Besitzer aufgebraucht gewesen, als die Leistungen nicht mehr stimmten.
Ich bin der Meinung, dass man Trainern durchaus Zeit geben muss, um ihre Philosophie durchzusetzen, aber ich verstehe auch, wenn die Geduld der Bosse irgendwann zu Ende ist und etwas geändert werden muss, insbesondere wenn das Potenzial in der Mannschaft vorhanden ist und nicht abgerufen wird.
Kommen wir zu Leon Draisaitl, der sich anschickt, den deutschen Saison-Punkterekord von Marco Sturm und mir zu übertrumpfen. Es ist keine Frage ob, sondern wann er es schaffen wird. Er war letztes Jahr schon knapp dran und ich gönne es ihm, denn dass ich zusammen mit Marco den Höchstwert habe, hatte ich sowieso aus der Presse erfahren und nicht einmal selber gewusst. Es ist etwas, auf das man als Spieler weniger schaut.
Leon ist ohne Frage ein herausragender Spieler, der letztes Jahr in der NHL schon gezeigt hat, was er kann. Man darf nicht vergessen, dass er noch sehr jung ist und viel Luft nach oben hat. Es ist schön zu sehen, dass ein deutscher Spieler wie er eine tragende Rolle in einem NHL-Team hat.