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Nicht erst seit der zeitweisen Absenz von Kapitän und Verteidiger-Star Victor Hedman aus persönlichen Gründen seit dem 25. März, sind die Dienste von JJ Moser bei den Tampa Bay Lightning mehr denn je gefordert. Der 25-jährige Schweizer ist in der Defensive des Tabellenführers der Atlantic Division gesetzt und spult in dieser Saison eine durchschnittliche Eiszeit von 21:41 Minuten ab, so viel wie nie zuvor in seiner seit der Saison 2021/22 andauernden NHL-Karriere.

Im NHL Draft 2021 in der zweiten Runde an insgesamt 60. Position von den Arizona Coyotes gewählte Moser wechselte 2024/25 zu den Lightning und hat dort eine Führungsrolle in der Verteidigung übernommen. Das bezeugt auch der neue Acht-Jahres-Vertrag, den Moser im vergangenen Dezember unterschreiben durfte und der ihm ab der kommenden Spielzeit jährlich im Schnitt 6,75 Millionen US-Dollar einbringt.

Mit sieben Toren und 20 Assists zu 27 Punkten in 71 Spielen strebt er diese Saison an, seine persönliche Saison-Bestleistung von sieben Toren und 24 Assists zu 31 Punkten aus der Saison 2022/23 zu übertreffen. Aber nicht nur das: Bereits in der vergangenen Saison, sein erstes Jahr in Tampa, glänzte Moser mit einer Plus-20 in der Plus-Minus-Statistik. In dieser Saison steigert er sich bis jetzt auf Plus-44 und ist damit in der Spitze der Liga angekommen. Er steht insgesamt auf Rang 4 aller Spieler und ist der beste Verteidiger in dieser Kategorie.

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Genug Themen für ein exklusives Interview mit NHL.com/de, geführt am Samstag in der Benchmark International Arena in Tampa nach dem 4:2-Sieg gegen die Ottawa Senators.

Du warst bei Olympia dabei. Einige Spieler haben davon gesprochen, dass es etwas gedauert hat, sich wieder einzustellen. Wie ist es dir von der Umstellung ergangen, zurück nach Nordamerika in die NHL?

Ja, absolut. Es ist eine Umstellung vom System, denn die Nationalmannschaft spielt ein anderes. Und dann kommst du zurück. Auch die Mitspieler verhalten sich anders, haben andere Laufwege. Von daher braucht es etwas Zeit. Ich glaube, das hat man gesehen. Wir waren nach der Pause nicht so gut. Jetzt haben wir uns wieder besser gefunden und das sieht man im Spiel und an den Ergebnissen.

Mit etwas Abstand: War Olympia die Erfahrung, die du dir vorher davon versprochen hast?

Es war eine sehr coole Erfahrung, so viel steht fest. Ich glaube, man hat sich das etwas anders vorgestellt, da nicht alle Sportarten in Mailand waren. Man hatte die Idee, dass man näher in Kontakt mit anderen Sportarten kommt. Dieser olympische Spirit war etwas anders als ich mir es vorgestellt habe. Aber es war ein cooles Turnier, wenn die besten Spieler der Welt gegeneinander spielen.

Du bist auf dem Weg, eine neue persönliche Saison-Bestleistung bei den Toren, Assists und Punkten aufzustellen, die aus der Saison 2022/23, damals noch für die Arizona Coyotes, stammt. Wie siehst du deine Entwicklung?

Sicher positiv. Es ist das Ziel, dass man jede Saison einen Schritt vorwärts macht in seiner Entwicklung, in jedem Jahr etwas mehr Verantwortung übernehmen und mehr Punkte machen kann. So kann man mehr zum Teamerfolg beitragen. Diese Konstanz kommt mit der Erfahrung. Wichtig ist aber auch, dass der Trainer einem das Vertrauen schenkt und man zu jedem Zeitpunkt im Spiel den Unterschied machen kann. Dieses Vertrauen spüre ich hier und deswegen läuft es gut für mich in dieser Saison.

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Die Plus-Minus-Statistik wird gelegentlich etwas kritisch gesehen, aber der Wert ist weiterhin einer der Hauptwerte der Statistik eines Spielers. Hier liegst du in der Spitzengruppe der Liga und bist derzeit sogar der beste Verteidiger überhaupt. Wie sehr schaust du auf so etwas?

Ich bin da schon stolz drauf, denn für einen Spielertyp, wie ich es bin, ist das super. Es ist eine der wichtigeren Statistiken für mich, nachdem ich selbst nicht so viel punkte, wie andere. Man sieht einfach, dass die tägliche Arbeit sich auszahlt und man auf einem guten Weg ist. Für die Erreichung der gesteckten Ziele und all die Details im Spiel, an denen man arbeitet, zeigt die Statistik, bei Spielertypen wie mir, dass es fruchtet. Das ist wiederum ein Ansporn, so weiterzumachen.

Das Rennen in der Eastern Conference ist schon die ganze Saison brutal eng. Noch jetzt ca. zehn Spiele vor dem Ende liegen nur zwölf Punkte zwischen dem besten und dem ersten Team, das nicht die Stanley Cup Playoffs erreichen würde. Was erwartest du da für die kommenden Playoffs?

Das ganze Jahr ist super eng und das bedeutet, dass es keine Favoriten geben wird. Alle sind fast gleichauf und jeder kann jeden schlagen. Alle sind gute Teams, die sich am Ende durchsetzen können. Man darf sich keine großen Auszeiten gönnen, sonst wird man schnell durchgereicht und so wird es in den Playoffs auch darauf ankommen, konstant seine Leistung abzurufen, dann ist alles möglich. Für uns wird es wichtig, dass wir unser Spiel spielen, dann holen wir die Punkte, die wir noch brauchen und in den Playoffs geht es wieder bei null los. Aber das Ganze ist extrem cool für die Liga und die Fans. So eine Spannung gab es selten.

Lian Bichsel (Dallas Stars) und du, vielleicht auch Roman Josi (Nashville Predators) werden die einzigen Schweizer sein, die dieses Jahr in den Playoffs vertreten sein werden. Warum wirst du der nächste Schweizer sein, der vielleicht schon dieses Jahr, zehn Jahre nach dem Gewinn von Mark Streit, den Stanley Cup gewinnen wird?

Wir haben eines der besten Teams und eine super Organisation, die bereits gezeigt hat, dass sie gewinnen kann. Von der höchsten Stufe bis ganz nach unten sind es alles gute Leute, die hier arbeiten. Das braucht man, um Erfolg zu haben und zu gewinnen.

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