WPG 6, DET 2

Die Winnipeg Jets wollen ihren Playoff-Platz nicht kampflos aufgeben. Mit 6:2 gewann die Mannschaft von Trainer Rick Bowness am Freitagabend (Ortszeit) im Canada Life Centre gegen die Detroit Red Wings und bleibt damit auf dem zweiten Wild Card-Platz in der Western Conference. Für die Red Wings mit dem deutschen Verteidiger Moritz Seider wird die K.o.-Phase der Saison immer mehr zu einer theoretischen Angelegenheit.

Die Winnipeg Jets haben ihre Anhänger in den vergangenen Wochen nicht gerade mit konstanten und guten Leistungen verwöhnt. Als quasi "krönenden" Höhepunkt gab es am Dienstag ein 0:3 bei den San Jose Sharks. Doch gegen Detroit funktionierte auf einmal die Offensive wieder, die bei der Auswärtstour durch Kalifornien nicht gerade das Prunkstück war.
Ein Schlüssel zum Sieg, warum es gegen Detroit so gut geklappt hat, war die Umstellung der Sturmreihen, die der Trainer vorgenommen hatte. Bowness stelle Vladislav Namestnikov als Center zwischen Nikolaj Ehlers und Blake Wheeler. Deren etatmäßiger Mann in der Mitte, Mark Scheifele, wechselte dagegen auf den rechten Flügel und spielte gemeinsam mit Center Pierre-Luc Dubois und Linksaußen Kyle Connor. "Die neue Reihe war gut. Ich musste mich erst ein bisschen umstellen. Es war schon etwas anderes, auf dem Flügel zu spielen. Ich habe mein gesamtes Eishockeyleben auf der Centerposition zugebracht", meinte Scheifele.
Es war ein Wechsel, von dem alle profitierten und der am Ende half, ein paar Durststrecken zu beenden. So durfte sich Wheeler über sein erstes Tor in 21 Spielen freuen, Scheifele selbst beendete eine zehn Spiele andauernde Durststrecke. Und der Schweizer Nino Niederreiter traf zum ersten Mal nach acht Partien wieder das Tor. "Wir haben schnell gespielt, haben ihre Defensive unter Druck gesetzt und uns viel Zeit in der Offensiven Zone erarbeitet", erläuterte Ehlers.

DET@WPG: Niederreiter versenkt eigenen Rebound

Diesem frischen Angriffswind hatten die Gäste nicht viel entgegenzusetzen. Vier Verteidiger der Red Wings - Seider, Gustav Lindstrom, Jordan Oesterle und Jake Walman - beendeten den Abend jeweils mit einer Plus/Minus-Bilanz von jeweils minus drei. Bereits nach dem ersten Drittel war klar, dass für Detroit in Manitoba diesmal nicht viel zu holen sein würde. 3:0 lagen die Gastgeber da schon vorne, weil Connor einen Schuss von Brenden Dillon abfälschte (7.), Wheeler einen Pass des pfeilschnellen Ehlers versenkte (12.) und Scheifele da stand, wo ein Stürmer stehen sollte und die Scheibe per Abstauber hinter Magnus Hellberg im Tor unterbrachte (14.).
Gerade Scheifeles Treffer war für den Coach ein Indiz dafür, dass an diesem Abend so vieles besser lief als in den Partien zuvor. "Wir hatten in der letzten Zeit nicht gerade Glück in der Nähe des Tors. Es ist gut, auch mal wieder das Scheibenglück zu haben und die Jungs auf dem Scoreboard zu sehen, speziell mit dem wichtigen Spiel gegen die Devils am Sonntag vor der Brust", sagte Bowness. Die Umstellung habe auch Wheeler noch mal frische Energie gegeben. "Wir haben viele Dinge richtig gemacht, auch in der Defensive."

DET@WPG: Wheeler, Ehlers sorgen für Tor

Da stand bis Mitte des Schlussdrittels sogar die Null, und Connor Hellebuyck durfte lange von seinem vierten Shutout in dieser Saison träumen. Doch zweimal trafen die Gäste dann noch. Erst David Perron (51.) in Überzahl auf Vorlage von Seider, dann Joe Veleno (52.) der eine Durststrecke von 25 Partien beendete. Perron erreichte mit seinem Treffer zum siebten Mal in seiner Karriere die 20-Tore-Marke in einer Saison. Bis dahin war die Partie allerdings längst entschieden, weil die Jets zuvor noch drei weitere Treffer nachgelegt hatten. Im Mittelabschnitt schraubte erst Dylan DeMelo das Resultat in die Höhe (22.). Dann beendete Niederreiter seine Durststrecke (34.). Der Churer war im Nachsetzen erfolgreich. Für den Schweizer war es der 23. Saisontreffer. Im Schlussdrittel traf dann auch noch Ehlers (46.).
"Ich hoffe, das tut uns jetzt gut. Wir haben noch sechs Spiele vor uns. Jedes davon ist entscheidend", sagte der Däne. Die Jets haben jetzt 87 Punkte auf ihrem Konto und haben mit dem Sieg gleichzeitig die Calgary Flames auf Distanz gehalten, die 5:4 nach Verlängerung gegen die Vancouver Canucks gewonnen haben. Das Polster beträgt allerdings lediglich zwei Punkte. Ausruhen können sich die Jets darauf nicht. Schon am Sonntag (7 PM ET; Montag, 1 Uhr, MESZ; NHLTV) sind die New Jersey Devils zu Gast in Winnipeg. Die haben ihr Playoff-Ticket schon sicher, kämpfen aber noch mit den Carolina Hurricanes um die Spitzenposition der Metropolitan Division.
Für Detroit sind die Chancen, doch noch die in die Playoffs zu kommen, bestenfalls theoretischer Natur. Das Team hat bei noch sieben verbleibenden Spielen neun Punkte Rückstand auf die Pittsburgh Penguins, die derzeit mit 84 Zählern auf dem zweiten Wild Card-Platz stehen. "Ich denke, es war einfach eins dieser Spiele, in denen wir etwas gebraucht hätten, das uns Energie geliefert hätte. Wir waren während des gesamten Spiels nicht in der Lage, Momentum aufzubauen", sagte Red Wings-Coach Derek Lalonde. Positiv habe er registriert, dass sein Team das dritte Drittel für sich entschieden habe.