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Emotionaler Tag für Skinner am Freitag

Erst Wahl ins All-Star Game, dann Rückkehr nach Carolina mit einem Tor, seinem 30., womit er sich Ovechkin nähert

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Sein 289. Spiel in der PNC Arena der Carolina Hurricanes absolvierte Jeff Skinner am Freitag und trotzdem war es ein besonderes. Zum ersten Mal trat der Stürmer, den die Hurricanes beim NHL Draft 2010 an insgesamt siebter Stelle ausgewählt hatten und der am 2. August 2018 im Tausch gegen Stürmer Cliff Pu und drei Draft-Zügen zu den Buffalo Sabres abgegeben wurde, als Gast in jener Arena an, in der seine NHL-Karriere vor neun Jahren begann.

"Ich hatte so etwas wie einen kleinen Adrenalinschub im ersten Drittel, das hat sich im Spielverlauf dann gelegt", bekannte Skinner, dem es erging wie fast jedem Spieler, der so etwas schon durchgemacht hat.

Gegen Mittag des Tages kam die Nachricht, dass die Fans ihn als letzten Vertreter der Atlantic Division bei der Abstimmung von NHL All-Star 2019 Last Men In präsentiert von adidas in den Kader beim All-Star Game 2019 in San Jose am 26. Januar gewählt haben. Es ist jedes Mal eine besondere Ehre, auch wenn es bereits die zweite Berufung seiner Laufbahn ist. Verdient hat er sich den Auftritt allemal.

Video: BUF@CAR Hurricanes feiern Rückkehr von Skinner

Skinner erzielte am Abend in "seinem Wohnzimmer" seinen 30. Saisontreffer, liegt damit nur noch zwei Tore hinter dem Führenden der Torjägerliste und damit im Rennen um die Maurice Richard Trophy, die am Saisonende dem Torschützenkönig verliehen wird. Lange Zeit führte souverän Alex Ovechkin von den Washington Capitals dieses Klassement an, doch weil dieser zuletzt etwas unter Ladehemmung litt, rückte ihm Skinner Schritt für Schritt näher.

Mehr noch: Skinner ist der erst fünfte Sabres-Spieler, der die 30-Tore-Marke in maximal 45 Spielen und der dritte, der diese bereits in seiner ersten Saison bei den Sabres erreichen konnte. Er ist zusammen mit Richard Martin aus der Saison 1971/72 der zweitbeste Neuzugang hinter Pat LaFontaine, der 1991/92 in seiner ersten Saison als Sabres nur 31 Spiele benötigte. Zur Erinnerung: Skinners Saisonbestleistung für Carolina liegt bei 37 Toren in der Spielzeit 2016/17. 

"Es war nett zugeschlagen und ein frühes Powerplay-Tor erzielt zu haben", sagte Skinner über seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich 21 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels. Er unterstrich eindrucksvoll sein Geschick mit dem Schläger, indem er den Puck aus der Luft ins Netz abfasste. Beim Torjubel hielt er sich nicht aus Respekt vor seinem ehemaligen Arbeitgeber und dessen Fans zurück, sondern feierte seinen Treffer lächelnd und sichtbar erfreut mit seinen Teamkollegen. Niemand im fairen Publikum von Raleigh nahm ihm das übel.

Video: BUF@CAR: Skinner trifft im PP bei Rückkehr

Skinner wurde, wie meist in der NHL, freundlich und nicht, wie es manchmal selbst in Nordamerika vorkommt, mit Buh-Rufen empfangen. Im Trikot der Hurricanes brachte er es in 579 Spielen mit 214 Toren und 175 Assists auf 389 Punkte. Die Gastgeber würdigten während einer Werbeunterbrechung den Gewinner der Calder Trophy 2010/11 mit einer fast zweiminütigen Zusammenfassung seiner Zeit in Carolina auf dem Videowürfel. Unter anderem war Skinner zu sehen, wie er bei einem sozialen Engagement kostümiert war, was seine jetzigen Mitspieler sichtlich amüsierte. Die Fans im weiten Rund applaudierten und einige von ihnen erhoben sich sogar von ihren Plätzen für stehende Ovationen.

"Natürlich kommen viele Erinnerungen zurück, wenn du das siehst", erzählte der 26-jährige Skinner. "Einige der Jungs auf der Bank haben mich damit aufgezogen. Viele gute Erinnerungen. Ich denke, es hat meine Zeit hier gut zusammengefasst, wie ich mich fühle. Ich hatte als Spieler und Teil der Community eine gute Zeit hier."

Doch die ist vorbei und Skinner ist ohne Zweifel eine große Verstärkung für Buffalo, denen er beweist, dass der vereinbarte Deal im vergangenen Sommer richtig war. Mit ihm in den Reihen spielten sich die Sabres von Saisonbeginn an überraschend in die Playoff-Ränge. Allerdings bröckelt diese Fassade seit ein paar Wochen und die am Ende erlittene 3:4-Niederlage in Carolina gegen einen direkten Verfolger war ein weiterer Rückschlag.

 

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Die Sabres nehmen mittlerweile, nach nur drei Siegen in den letzten zehn Spielen (3-6-1), nur noch den zweiten Wildcard-Platz in der Eastern Conference ein und haben längst ihre komfortable Platzierung unter den ersten drei Rängen in der Atlantic Division eingebüßt. 

Wenn am Samstag die Tampa Bay Lightning als souveräner Spitzenreiter der Eastern Conference im KeyBank Center von Buffalo ihre Duftmarken setzen, dann könnten die Sabres erstmals seit Oktober aus den Playoff-Rängen rutschen.

"Wir haben ihnen mehr Konter-Chancen eingeräumt als wir es hätten tun sollen", analysierte Skinner das Spiel in Carolina.

Solche Nachlässigkeiten müssen sie in der Tat abstellen, damit ihre zu Saisonbeginn erspielten Punkte nicht wertlos sind. Skinner wird mit weiteren Toren dafür sorgen, dass die Sabres noch länger von ihrer ersten Playoff-Teilnahme seit 2011 träumen können und vielleicht wird es gerade er sein, der das Rennen um die Maurice Richard Trophy bis zum Saisonende spannend hält.

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