"Meine Rückkehr war vorher in keinster Weise beabsichtigt. Aber als Liberec mitgeteilt hatte, dass sie einer Verschiebung nicht zustimmen, wollte ich unbedingt verhindern, dass wir eine Strafe aufgebrummt bekommen", begründete Jagr gegenüber Yahoo Sports seine Entscheidung, die Spielkleidung überzustreifen. Eine andere Lösung hätte es seiner Ansicht nach nicht gegeben. "Beim Training vor diesem Match waren gerade einmal zwölf Feldspieler anwesend", berichtete er.
Bei seinem Comeback zeigte Jagr, dass er trotz der mehrmonatigen Abstinenz noch keinerlei Rost angesetzt hat. Die Partie gegen Bili Tygri ging zwar mit 3:7 verloren, doch dem Eishockey-Methusalem gelangen immerhin zwei Assists.
Seitdem ist der Altmeister fester Bestandteil des Kaders. Seine Präsenz tut der Mannschaft erkennbar gut. In dieser Woche feierte sie zusammen mit ihm zwei Siege hintereinander. Dem 3:2-Auswärtserfolg beim HC Verva Litvinov am Montag folgte am Mittwoch ein 4:3 vor eigenem Publikum gegen den HC Ocelari Trinec. Am doppelten Punktgewinn zu Hause hatte Jagr entscheidenden Anteil. Zunächst lieferte er die Vorlage zum 1:1-Ausgleichstreffer von Karel Klikorka. Und beim Führungstor von Adam Kubik im zweiten Drittel zum 2:1 stand er ebenso Pate.
Nach fünf Einsätzen sind für Jagr fünf Assists verzeichnet. Zwei davon gelangen ihm im Powerplay. Seine durchschnittliche Eiszeit beläuft sich auf 14:38 Minuten. Wie viele Auftritte im Laufe seiner mittlerweile 35. Saison als Profi hinzukommen, wird sich zeigen. Zumindest spricht einiges dafür, dass es noch ein paar mehr werden. Denn in der Vergangenheit machte Jagr immer wieder deutlich, dass er alles dafür tun will, um Rytiri vor dem Abstieg aus der Extraliga zu bewahren. In diesem Jahr kämpft der Klub, dessen Mehrheitsgesellschafter er ist, erneut um den Klassenerhalt. Im Moment ziert die Mannschaft das Tabellenende.
Sich selbst muss Jagr indes nichts mehr beweisen. In seiner langen Karriere hat er alles erreicht, was Ruhm und Ehre mit sich bringt. 1991 und 1992 gewann der Rechtsaußen mit den Pittsburgh Penguins den Stanley Cup. Fünfmal (1995, 1998-2001) holte er die Art Ross Trophy als bester Punktesammler der regulären Saison in der NHL.