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Jaromir Jagr kommt zu ersten Einsätzen

Die 45-jährige Legende ist noch nicht wieder in Form, doch er und das Team sind zuversichtlich

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Die Calgary Flames hoffen mit jungen, talentierten Spielern wie Matthew Tkachuk, Johnny Gaudreau und Sean Monahan erneut in die Playoffs einzuziehen und haben mit sechs von acht möglichen Punkten einen guten Start hingelegt. Um der jungen Truppe aber mehr Stabilität zu verleihen, sahen die Verantwortlichen Bedarf für mehr Erfahrung und Routine im Kader. Zu diesem Zweck verpflichteten sie vor kurzem eine lebende Legende, den 45-jährigen Jaromir Jagr. Nun kam der Veteran beim 4:3 Sieg nach Verlängerung bei den Los Angeles Kings am Mittwoch zu seinem ersten Einsatz der Saison.

Jagrs Status, als einer der besten Spieler aller Zeiten, kann sicherlich niemand in Frage stellen. Der tschechische Außenstürmer ist mit 1.914 Punkten auf Rang zwei der ewigen Scorerliste der NHL, lediglich Wayne Gretzky liegt vor ihm (2857 Punkte). Es gibt auch nur zwei Spieler, die mehr Tore erzielten als Jagr (765), Gordie Howe (801) und natürlich Gretzky (894). Er gewann mit den Pittsburgh Penguins 1990 und 1991 zwei Mal den Stanley Cup und kann reihenweise Trophäen und Rekorde sein Eigen nennen.

Doch jetzt ist er in einem Alter, in dem für gewöhnlich niemand mehr im Profisport aktiv ist, in dem viele ehemalige Athleten froh sind, wenn sie noch ohne Beschwerden gehen können. Das ist wohl auch der Grund, warum die Florida Panthers seinen Vertrag nach der vergangenen Saison nicht verlängern wollten. Die Flames sahen in ihm aber nach wie vor das Potenzial, ihrem hungrigen Team eine Hilfe zu sein und verpflichteten ihn für eine Saison.

Nach einem halben Jahr ohne Spielpraxis und ohne am Trainingscamp teilgenommen zu haben, bestritt die Legende sein erstes Spiel der Saison. Es war die 1.712. NHL-Partie in einer außergewöhnlichen Karriere, die jetzt bereits ihr eigenes Kapitel in den Geschichtsbüchern des Sports einnimmt. So gut er auch ist, man sah ihm am Mittwoch die Müdigkeit, die Schmerzen und den Trainingsrückstand an.

"Ich habe mich nicht besonders wohl gefühlt", gab Jagr nach dem Spiel zu. "Das hatte ich aber erwartet. Ich bin froh, dass das Spiel hinter mir liegt, hoffentlich geht es mir im nächsten Spiel besser. Ich habe fünf oder sechs Monate nicht gespielt und ich bin 45."

Für diese Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist Jagr bekannt, dennoch sind er und Cheftrainer Glen Gulutzan zuversichtlich, was das Projekt Wiedereingliederung im fortgeschrittenen Alter angeht.

"Ich glaube, er hat etwa 13 Minuten gespielt. Das ist für ihn der nächste Schritt, nachdem er das Trainingscamp verpasst hat. Was er heute in diesen 13 Minuten mitgemacht hat, kann man im Training nicht simulieren", erklärte Gulutzan. "Wir wollten ihn zehn bis zwölf Minuten bringen, er hat also etwas mehr als geplant gespielt. Darauf werden wir aufbauen. Er wird wieder zu seinem Spiel finden. Das ist ein wichtiger Baustein, um ihn wieder bereit zu machen."

In einigen Szenen waren Jagr die fehlende Praxis und Schnelligkeit gegenüber den jüngeren Gegenspielern deutlich anzusehen. Doch das heißt nicht, dass er auf diesem Niveau nicht mehr zu gebrauchen ist. Er zeigte auch die positiven Seiten, setzte seine Erfahrung und seine nach wie vor beeindruckende Statur von 191 cm und 104 kg effektiv ein, um den Puck zu verteidigen und zu erobern und ließ einige Male durchblicken, dass ihm seine Erfahrung erlaubt, vor dem Gegner in der richtigen Position zu sein, auch wenn der schneller ist. Seine Mitspieler jedenfalls, fanden nur lobende Worte für ihn.

"Wenn er den Puck hat, gibt es nicht viele, die ihm die Scheibe abnehmen können", bewunderte Matthew Tkachuk seinen ältesten Teamkollegen. Er macht die kleinen Dinge großartig und setzt seinen Körper hervorragend ein."

Tkachuks Bewunderung zeigt, dass Jagr dem Team selbst dann helfen kann, wenn er nicht in Form ist. Viele seiner heutigen Mitspieler waren noch nicht einmal geboren, als Jagr bereits zum ersten Mal den Stanley Cup in die Höhe stemmte. Mit einer solchen Legende gemeinsam zu trainieren, auf dem Eis zu stehen und mit ihm zu spielen, von ihm zu lernen, ist eine unglaubliche Motivation.

"Es ist natürlich interessant", zeigte sich auch Michal Frolik begeistert, der aus Jagrs Heimatstadt Kladno kommt. "Er ist so eine große Legende und kommt aus meiner Heimatstadt, er war natürlich das Idol meiner Jugend. Es ist aufregend mit ihm im selben Raum zu sein, zu beobachten was er macht, ob auf dem Eis, neben dem Eis oder im Training.

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