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Mit Henrik Lundqvist hat eine Torwart-Legende sein Karriereende verkündet. Der 39-jährige Schwede teilte seinen Entschluss am Freitag mit emotionalen Worten mit. Sein langjähriger Klub New York Rangers stellte derweil die ultimative Ehre in Aussicht.

"Es beginnt ein neues Kapitel in meiner Geschichte: Ich habe den Entschluss gefasst, meine Hockey-Karriere zu beenden", sagte Lundqvist. "Natürlich ist das alles gerade sehr aufwühlend. Hockey hat mir so viel gegeben, sowohl als Spieler als auch als Person. Das werde ich für immer behalten."
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Einer der besten Goalies in der NHL
Lundqvist wurde beim NHL Draft 2000 von den New York Rangers in der 7. Runde an insgesamt 205. Stelle ausgewählt. Zu seinem NHL-Debüt aber kam der Goalie erst fünf Jahre später: Der 1,85 Meter große Linksfänger ging weitere fünf Jahre mit Frölunda in Schweden aufs Eis, spielte dann aber direkt eine Hauptrolle in New York: Gleich in seiner ersten Saison in Manhattan kam er in 53 Spielen zum Einsatz und erhielt 50 Starts (30-12-9, 2,24 Gegentore/Spiel, 92,2 Prozent Fangquote, zwei Shutouts).
Auch in den nächsten Jahren war Lundqvist nicht mehr wegzudenken und zählte zu den besten Keepern in der NHL: 2007/08 (10) und 2010/11 (11) verbuchte er die meisten Shutouts in der Liga. 2012/13 waren es die meisten Siege (24), 2016/17 der beste Gegentorschnitt (1,31) und die beste Fangquote (94,6 Prozent). "King Henrik" wies über Jahre Konstanz nach: Nur in seinen letzten beiden Spielzeiten sank seine Fangquote unter die Marke von 91 Prozent (2018/19: 90,7 Prozent; 2019/20: 90,5 Prozent).
Auf seinem Leistungshöhepunkt war Lundqvist in den frühen 2010er Jahren. In dieser Zeit gewann er auch die Vezina Trophy für den besten Goalie der Saison (2011/12). Mit der schwedischen Nationalmannschaft holte er Gold-Medaillen bei den Olympischen Spielen 2006 sowie der Weltmeisterschaft 2006. Zum Eintritt in den Triple Gold Club fehlte ihm jedoch der Stanley Cup.

Rangers kündigen Trikot-Zeremonie an
Lundqvist spielte 15 Saisons bei den Rangers und kam in 459 Spielen auf einen Gegentorschnitt von 2,43 und eine Fangquote von 92,1 Prozent. In der NHL-Historie belegt er Platz 6 in Sachen Siege (459), Platz 7 bei den Saves (23.509), Platz 8 bei den Einsätzen (887), Platz 9 bei Starts (871) und Eiszeit (51.816:51 Minuten) sowie Platz 17 bei den Shutouts (10).
Auch in den wichtigsten Spielen des Jahres war auf ihn Verlass: In 130 Playoff-Partien hatte er 61 Siege, zehn Shutouts, einen Gegentorschnitt von 2,3 sowie eine Fangquote von 92,1 Prozent zu verzeichnen. In der Postseason 2014 führte er die Rangers bis ins Stanley Cup Finale (1:4 in der Serie gegen die Los Angeles Kings).
In New York ist Lundqvist eine lebende Legende: Er hält Franchise-Rekorde bei den Torhütern in den Kategorien Siege, Starts, Saves, Eiszeit und sogar Scorerpunkte (27 Assists). Sein Trikot mit der Nummer 30 soll deshalb im Madison Square Garden hochgezogen werden.
"Wir gratulieren Henrik zu einer außergewöhnlichen Karriere und seinem Vermächtnis. Es ist eine Ehre für uns, anzukündigen, dass wir sein Trikot in einem Spiel in der kommenden Saison unter das Dach ziehen werden", schrieben die Rangers in einer Erklärung.

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Herz-OP verhindert neues Kapitel in Washington
Nach der Saison 2019/20 war in New York die Zeit für einen Umbruch zwischen den Pfosten gekommen: Die Rangers trennten sich via Buyout von ihrem langjährigen Aushängeschild und Musterprofi.
Lundqvist suchte daraufhin nochmal eine neue Herausforderung und unterschrieb als Backup bei den Washington Capitals. In der US-Hauptstadt sollte der Goalie allerdings nie zum Einsatz kommen: Eine Herz-OP zwang den Torwart zu einer langen Pause.
Anfänge und erfolgreiche Jahre in Schweden
Seine Profi-Laufbahn begann der in Are geborene Schlussmann bei Västra Frölunda, für die er sieben Jahre lang auflief und dabei zwei Meistertitel gewinnen konnte.
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"Es fing alles hier in Skandinavien an, als ich mit fünf Jahren mein erstes Hockey-Spiel gesehen habe", so Lundqvist. "Ich möchte meiner Familie, meiner Schwester Gabriella, meiner Frau Therese, meiner Mutter, meinem Vater und jedem danken, der ein Teil dieser Reise war und mich unterstützt hat. Ich möchte mich auch bei allen Trainern und Spielern bedanken, mit denen ich in verschiedenen Klubs zusammenspielen durfte. In Järpen, wo alles angefangen hat, bei Rögle BK, bei Frölunda natürlich und bei den New York Rangers. Die Zeit an diesen verschiedenen Orten hat mir viel bedeutet. Zum Schluss möchte ich auch den Fans danken. Ich habe so viel Unterstützung gespürt als ich in Frölunda, in der Nationalmannschaft und in New York gespielt habe. Das werde ich definitiv vermissen."
In den vergangenen 30 Jahren habe er sein Leben dem Hockey gewidmet. Jetzt sei es aber an der Zeit, sich von diesem Spiel, das er liebe, zu trennen und ein neues Kapitel aufzuschlagen.