BOS@CAR, Sp3: Niederreiter mit PPG nach Halaks Puckve

Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Carolina Hurricanes.

Die Carolina Hurricanes kommen aus einer Saison voller Höhen und Tiefen. Einem historisch guten Start in die Spielzeit 2019/20 folgten viele Rückschläge. Dennoch reichte es am Ende für die Teilnahme an der Stanley Cup Qualifikation. Dort setzten sich die Hurricanes souverän gegen die New York Rangers (3:0) durch. Anschließend folgte jedoch in der ersten Playoff-Runde gegen die Boston Bruins (1:4) das Aus.
Nachdem das Team aus Raleigh in der Saison 2018/19 noch das Eastern Conference Finale gegen die Bruins (0:4) erreicht hatte, spielte es in der zurückliegenden K.o.-Phase nur eine Nebenrolle. Auf den ersten Blick ist das keine Bilanz, die die Klubführung zufriedenstellen könnte. Da die Gesamtentwicklung des jungen Kaders jedoch als positiv eingeschätzt wird, setzen die Verantwortlichen der Hurricanes auf Kontinuität und wollen den eingeschlagenen Weg in der Saison 2020/21 fortsetzen.
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Bilanz 2019/20: 38-25-5, 6. Platz in der Eastern Conference
Postseason 2020: 1. Playoff-Runde, 1:4 gegen die Boston Bruins
Trainer: Rod Brind'Amour, 3. Saison
Zugänge: RW Jesper Fast, C Drew Shore, G Antoine Bibeau
Abgänge: D Trevor van Riemsdyk, RW Justin Williams, D Joel Edmundson
Bei einer ersten Analyse der abgelaufenen Saison Ende August zeigte sich Trainer Rod Brind'Amour zufrieden. "In diesem Jahr hatte ich das Gefühl, dass wir in jedem Spiel deutlich besser drin waren als im Vorjahr", befand der Coach. "Auch wenn wir nicht immer unsere Bestleistung abrufen konnten, ist es uns doch gelungen, unseren Aufwärtstrend fortzusetzen und die Lücke zur Spitze weiter zu schließen."
In der kommenden Saison soll der Lernprozess fortgeführt werden. Der Kern des überwiegend aus jungen Spielern bestehenden Teams ist zusammengeblieben.
Um die beiden hochveranlagten Angreifer Sebastian Aho und Andrei Svechnikov herum soll sich eine noch durchschlagskräftigere Truppe entwickeln. Aho beendete die Postseason mit zwölf Punkten (drei Tore, neun Assists) aus acht Spielen. Svechnikov, der die letzten beiden Begegnungen verletzungsbedingt verpasst hatte, führte die Mannschaft mit vier Toren an.

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"Es ist toll anzusehen, was diese beiden Jungs mitbringen. Ich habe ja schon oft gesagt, dass sie in Zukunft noch viel besser werden. Sie sind unglaublich ehrgeizig und erfolgsorientiert", lobte Brind'Amour seine offensiven Schlüsselspieler.
Darüber hinaus war die Defensive der Hurricanes zuletzt eine der stärksten in der NHL. Mit Joel Edmundson und Trevor van Riemsdyk verließen im Herbst jedoch zwei erfahrene Defensivstrategen das Franchise, so dass die Abwehr punktuell umgestaltet werden muss.
"Unsere Defensive ist gut. Wir wollen, dass das so bleibt", betonte General Manager Don Waddell. "Es gilt bei uns jetzt wie immer an den Details zu arbeiten und das Zusammenspiel zu verbessern. Unsere Abwehr ist auf alle Fälle stark genug aufgestellt, um die Abgänge zu verkraften."
In Zukunft dürfte sich die Defensive aus Haydn Fleury, Jaccob Slavin, Dougie Hamilton, Brady Skjei, Brett Pesce und Jake Gardiner zusammensetzen. Als erste Alternative steht Jake Bean bereit. Sicherlich nicht die schlechteste Abwehrformation der Liga, zumindest nicht auf dem Papier.
In der Offensive blieb der Kader ebenfalls weitestgehend zusammen. Free Agent Warren Foegele verlängerte sein Arbeitspapier. Lediglich Routinier Justin Williams steht nicht mehr zur Verfügung. Er beendete seine lange und erfolgreiche Karriere offiziell. Im Tor werden auch künftig Petr Mrazek und James Reimer für Sicherheit sorgen.

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Die Konstanz in den Reihen von Carolina bedeutet aber nicht, dass die Verantwortlichen nicht doch noch gewillt wären, in den kommenden Wochen die ein oder andere Neuverpflichtung vorzunehmen, wenn sich die Gelegenheit zu einer sinnvollen Verstärkung bietet. Das machte der GM vor Kurzem mehr als deutlich.
"Wenn wir die Möglichkeit haben uns zu verstärken, werden wir uns garantiert intensiv damit beschäftigen. Ich werde also nicht sagen, dass wir gar nichts mehr machen. Allerdings werden wir mit Bedacht vorgehen. Wir bauen gerade an einem Team, das es in den Playoffs weit bringen kann. Wir wollen den Stanley Cup holen. Darum geht es uns hier", sagte Waddell selbstbewusst.
Zu einem wichtigen Faktor für die Zukunft der Organisation wird dabei auch die weitere Entwicklung rund um die Corona-Pandemie werden. Damit verbunden sind für alle gewisse Unsicherheiten, die eine langfristige Planung deutlich erschweren.
"Bisher ist das alles prima gelaufen von Seiten der Liga. Da gilt es allen Beteiligten unseren Dank auszusprechen. Die hinter uns liegende Postseason hätte gar nicht besser durchgeführt werden können unter diesen Umständen", betonte Brind'Amour.
Im Hinblick auf den Spielplan der Saison 2020/21 sind sich aber alle in Reihen der Hurricanes bewusst, dass das Vorhaben, eine Saison mit 82 Spielen in der regulären Saison zu absolvieren, mit großen Herausforderungen verbunden sein wird.
"Uns ist klar, dass das eine enorme Kraftanstrengung bedeutet. Mitentscheidend wird sein, ob wir wieder Fans in die Stadien lassen dürfen. Wenn wir keine Zuschauer kommen können, wird es wirtschaftlich hart. Diese Probleme haben aber nicht nur wir. Das betrifft alle Teams", erklärte GM Waddell.