CAR@NYR, Sp3: Aho holt sich Puck zu schönem Tor

Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Carolina Hurricanes.

Sie gelten in den Augen vieler noch immer als ein klassischer Underdog in der NHL. Dabei haben sich die Carolina Hurricanes, die 2006 schon einmal zu Meisterehren gekommen sind, im Laufe der vergangenen Jahre zu einem ernstzunehmenden Kandidaten für den Stanley Cup gemausert.
Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass in den zurückliegenden Stanley Cup Playoffs schon in der ersten Runde das Aus kam (1:4 gegen die Boston Bruins). Das Jahr davor war der Klub ins Eastern Conference Finale vorgedrungen. Für die Saison 2020/21 haben sich die Hurricanes erneut eine Menge vorgenommen.
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Die Schlüsselspieler
Wirkliche Superstars sucht man im ausgeglichenen Kader der Hurricanes derzeit vergeblich. Nachdem Routinier Justin Williams in dieser Offseason offiziell sein Karriereende verkündet hat, sind Sebastian Aho, Teuvo Teravainen, Jordan Staal und Andrei Svechnikov die prominentesten Namen im Team.
Der 23-jährige Aho lieferte zuletzt mit 66 Punkten (38 Tore, 28 Assists) aus 68 Spielen in der wegen der Coronavirus-Pandemie verkürzten regulären Saison eine ansprechende Vorstellung ab. Damit war er der teaminterne Topscorer. In der Postseason kam der Finne acht Mal zum Einsatz. Dabei gelangen ihm drei Treffer und neun Vorlagen.
Ahos Landsmann Teravainen belegte in der Scorerwertung der Hurricanes mit 63 Punkten (15 Tore, 48 Assists) den zweiten Platz. In der Endrunde traf der 26-Jährige dreimal ins Schwarze und bereitete zwei Treffer vor.
Kapitän Jordan Staal blieb in acht Einsätzen während der K.o.-Phase punktlos, nachdem ihm in 68 Hauptrundeneinsätzen acht Tore und 19 Assists geglückt waren. Im Alter von 32 überzeugte der Routinier vor allem mit seiner Persönlichkeit auf und neben dem Eis.
In der Offensive sorgte neben Aho und Teravainen vor allem Svechnikov für Schwung. Der 20-jährige Russe brachte es auf 61 Zähler (24 Tore und 37 Vorlagen) in 68 Begegnungen. In sechs Postseason-Einsätzen verzeichnete er vier Tore und drei Assists. Sein Potenzial lässt für die Zukunft noch einiges mehr erwarten. Da sind sich alle Experten einig.

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Von Niederreiter muss wieder mehr kommen
Als der Schweizer Nino Niederreiter Mitte der Saison 2018/19 von den Minnesota Wild zum Team aus Raleigh gestoßen war, sorgte er dort für Begeisterung. In 36 Einsätzen nach dem Trade verbuchte er 14 Treffer und 16 Assists (30 Punkte). In der vergangenen Spielzeit konnte der 28-jährige Churer an diese Werte nicht anschließen. In 67 Begegnungen kam er lediglich auf 11 Treffer und 18 Vorlagen. In der Postseason 2020 blieb Niederreiter mit einem Tor und einem Assist ebenfalls unter seinen Möglichkeiten. Im Lager der Hurricanes hofft man, dass er in der kommenden Saison wieder an die starken Leistungen der ersten Jahreshälfte 2019 anknüpft.
Sie könnten nachrücken
Der bereits mit vielen jungen Talenten besetzte Kader von Carolina verfügt auch in der zweiten Reihe noch über eine beachtliche Anzahl von Nachwuchsleuten, die nach oben drängen. In erster Linie sind dabei die Namen Ryan Suzuki, Jake Bean und Jamieson Rees zu nennen.
Der 19-jährige Center Suzuki wurde von den Hurricanes an Nummer 28 beim NHL Draft 2019 ausgewählt. Zuletzt stand er in Diensten der Saginaw Spirit in der OHL. Verletzungen stoppten seine Entwicklung in der Vorsaison, in der er lediglich zu 41 Einsätzen kam. Vorgesehen ist für ihn in Zukunft ein Platz hinter Aho. Ob es schon in der kommenden Saison soweit sein wird, ist derzeit offen.
Bean wurde beim NHL Draft 2016 an Position 13 ausgewählt. Hinter den Top-Verteidigern der Mannschaft steht mit ihm eine interessante Alternative bereit. Der 21-Jährige war letzte Saison für die Charlotte Checkers in der AHL aktiv. Bean überzeugte mit seiner Dynamik. In 57 Einsätzen kam er auf 47 Punkte. Aus der NHL-Saison 2018/19 sind für den Defensivspieler schon zwei Einsätze in der Statistik vermerkt. Gut möglich, dass es bald deutlich mehr sein werden.
Der 19 Jahre alte Rees, der beim NHL Draft 2019 an Nummer 44 ausgewählt wurde, ist ein talentierter Center, den man bei der Wahl vor einem Jahr weiter vorne erwartet hatte. Doch eine Erkrankung machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Bei den Sarnia Sting stellte er seine Offensivqualitäten in der vergangenen Saison jedoch nachhaltig unter Beweis. Er sammelte 61 Punkte in 39 Begegnungen.
Stärken
Die größten Stärken der Hurricanes sind ihre Geschlossenheit und ihr Kampfgeist. Carolina war in jüngster Vergangenheit für viele Gegner oft unbequem zu bespielen. Neben der Offensive um das Quartett Aho, Teravainen, Svechnikov und Staal weiß auch die Defensive zu überzeugen. Mit 193 Gegentoren landeten die Hurricanes in der NHL-Gesamtwertung 2019/20 auf dem neunten Rang. Zu den herausragenden Akteuren im Abwehrverbund zählen Dougie Hamilton und Jaccob Slavin.
Ein weiterer Pluspunkt der Hurricanes sind die Special Teams. Die Powerplay-Formationen schafften es in der zurückliegenden Hauptrunde mit einer Erfolgsquote von 22,3 Prozent auf den achten Platz. Im Penalty Killing rangierte Carolina mit 84,0 Prozent sogar an vierter Stelle.

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Entwicklungspotenzial
Der Kader der Hurricanes ist gespickt mit Talenten. Das ist seit Jahren ein Markenzeichen der Organisation. Bei einer solchen Kaderstruktur muss man Rückschläge allerdings immer mit einkalkulieren. So gesehen war auch das Erstrundenaus in den vergangenen Playoffs nach dem Conference Finale davor sportlich kein Beinbruch. Dass es weit gehen kann in der K.o.-Phase, wissen die Schützlinge von Coach Rod Brind'Amour damit zumindest schon einmal. Das funktioniert aber nur, wenn alle an die Grenzen gehen und regelmäßig Top-Leistungen abrufen.
Playoff-Chancen
Die Aussichten auf eine weitere Playoff-Teilnahme stehen gut. Die Frage ist mit den gestiegenen Ansprüchen in Raleigh auch nicht mehr, ob es in die K.o.-Runde gehen sollte, sondern wie weit sich die Mannschaft in Richtung Stanley Cup vorarbeiten kann. Der Gewinn der Meisterschaft, die General Manager Don Waddell als mittelfristiges Ziel ausgerufen hat, dürfte nächstes Jahr sicherlich noch kein Thema sein. Aber das Zeug, dem ein oder anderen Kontrahenten in den Playoffs ein Bein zu stellen, besitzen die Hurricanes allemal.