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Viel Arbeit für Phil Housley

Buffalo Sabres neuer Cheftrainer freut sich auf die neuen Herausforderungen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Als Letztes in der NHL verbliebene Team hatten die Buffalo Sabres noch keinen neuen Chefcoach unter Vertrag nachdem Dan Bylsma am 20. April 2017 beurlaubt wurde. Am 15. Juni haben die Sabres verkündet, dass Phil Housley das Traineramt übernehmen wird. Die Sabres setzten mit seiner Verpflichtung die Tradition fort, dass sie ehemaligen Spielern ihrer Franchise das Vertrauen schenken, auch hinter der Spielerbande erfolgreich zu sein. Von den 18 Trainern in ihrer Franchisegeschichte ist Housley der Siebte der als Aktiver in der zweitgrößten Stadt den Bundesstaates New York seine Schlittschuhe geschnürt hat.

Die NHL-Karriere des ehemaligen Verteidigers begann in der Spielzeit 1982/83 bei den Sabres, die ihn beim NHL Entry Draft 1982 in der ersten Runde an sechster Stelle gezogen hatten. Dementsprechend war es wenig verwunderlich, dass er sich nach Bekanntgabe seiner neuen Aufgabe gegenüber NHL.com hocherfreut zeigte: "Ich bin so stolz und glücklich Teil dieser Organisation sein zu dürfen. Vor 35 Jahren wurde ich von Buffalo gedraftet und ich hatte gar nicht bemerkt wie leidenschaftlich die Menschen hier sind. Ich würde gerne als Trainer diese Leidenschaft erneut spüren."

Für Housley, der von 2013 bis 2017 als Assistenztrainer der Nashville Predators fungierte, ist es ein nächster Schritt in seiner NHL-Karriere. Unter seiner Mithilfe zogen die Predators bis in das Stanley Cup Finale 2017 ein. Es steht außer Frage, dass das effektive Defensivsystem der Predators, das wir zuletzt in den vergangenen Playoffs bewundern durften, die Handschrift von Housley trug.

In Nashville hatten es die Verantwortlichen geschafft, dass das gesamte Team, den Erfolg verpflichtend, an einem Strang zog. Housleys Aufgabe wird es sein ein solches Zusammengehörigkeitsgefühl nun auch in Buffalo zu etablieren. Es wird keine leichte Aufgabe für den 53-jährigen US-Amerikaner werden.

Die Sabres schlossen mit 78 Punkten (33-37-12) die Spielzeit 2016/17 als schlechteste Mannschaft der Atlantic Division und zweitschlechteste Mannschaft der Eastern Conference ab. Sie kassierten mit 237 Gegentreffern die fünftmeisten Tore im Osten. "Ich glaube an eine Weiterentwicklung, besonders bei einer jungen Mannschaft", zeigte sich Housley zuversichtlich. Housley fordert von seinen Verteidigern, dass sie sich auch ins Offensivspiel mit einbringen. "Eishockey ist ein Spiel bei dem du attackieren und mit Tempo spielen musst. Dabei sind alle fünf Spieler gefragt. Unsere Verteidiger werden da genauso am Spielaufbau beteiligt sein müssen."

In Nashville konnte Housley auf die Dienste eines P.K. Subban, eines Roman Josi, eines Matthias Ekholm und eines Ryan Ellis zurückgreifen, doch welchen Verteidiger der Sabres, außer dem 22-jährigen Finnen Rasmus Ristolainen, kann er soweit bringen? Zach Bogosian, 26, absolvierte vergangenes Jahr mit einem Punkteschnitt von 0,20 und einem +/-Wert von -17 die schlechteste Saison seiner neunjährigen NHL-Karriere. Jake McCabe, 23, hätte noch Entwicklungspotenzial. Man darf auch gespannt darauf sein, ob einer der drei Unrestricted Free Agents unter den Defensivkräften der Sabres, Cody Franson, Dmitry Kulikov und Taylor Fedun noch eine Chance unter Housley erhalten werde.

Es dürfte nicht wundern, wenn sich der neue Trainer der Sabres in der am 1. Juli beginnende Transfer- und Vertragsunterzeichnungsperiode auf die Suche nach Spielern machen wird, die sein Spielkonzept auf dem Eis am besten umsetzen können.

"Es ist unglaublich wie viele gute Spieler es in diesem Kader gibt. An diesem Eishockeyclub fasziniert eine Menge", blickte Housley erwartungsfroh auf die bevorstehenden Aufgaben.

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