Der 28. Februar hat künftig einen festen Platz in den Geschichtsbüchern der New York Rangers, als der Tag, an dem sie einen der größten Spieler ihrer Franchise-Historie ehrten. Die Nummer 30 von Torwart Henrik Lundqvist wurde unter das Hallendach des Madison Square Garden gehängt und wird bei den Rangers nicht mehr vergeben. Neben Wayne Gretzky, dessen 99 in der gesamten NHL nicht mehr getragen wird, wurde diese Ehre vor Lundqvist acht anderen Spielern der Rangers zuteil. Im Lauf seiner Karriere verdiente Lundqvist sich die Anerkennung und den Respekt seiner Mitspieler und Gegner, so dass kein Zweifel daran besteht, dass seine Nummer zurecht in den Ruhestand geschickt wird.
Henrik Lundqvist: Ewiger König des Madison Square Garden
Der schwedische Torhüter verdiente sich auf und neben dem Eis seinen Status als Legende bei den Rangers

"Das ist wirklich etwas Besonderes", freute sich Mike Richter, der letzte Torhüter, dessen Nummer 35 von den Rangers 2004 unter das Hallendach gezogen wurde. "Er war ein Ausnahmespieler. Seine Herangehensweise an das Spiel war so gründlich und professionell. Das Ergebnis dieser Professionalität und dieser Arbeitshaltung sieht man daran, was er erreicht hat. Dafür verdient er es, geehrt zu werden."
Lundqvist hält die Franchise-Rekorde für die meisten Spiele eines Torhüters (887), die meisten Siege (459) und die meisten Shutouts (64). Er hat auch die zweitmeisten Shutouts aller europäischen NHL-Torhüter hinter Dominik Hasek (81) und die meisten Siege. Er ist der einzige Torhüter der NHL-Geschichte, der in jeder seiner ersten sieben Saisons mindestens 30 Spiele und der erste, der in jeder seiner ersten elf Saisons mindestens 20 Spiele gewann. Er nahm fünf Mal am NHL All-Star Game Teil und gewann 2012 die Vezina Trophy als bester Torhüter. 2014 führte er die Rangers ins Stanley Cup Finale. Mit der schwedischen Nationalmannschaft gewann er 2002 und 2017 die Weltmeisterschaft und 2006 die Olympischen Spiele.
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"Wir wussten immer, das würde passieren", zeigte sich Steve Valiquette, der als zweiter Torhüter hinter Lundqvist spielte, wenig überrascht über die Ehrung. "Das war nur eine Frage der Zeit und es passierte schnell, weil man sowas bei zukünftigen Hall of Fame Spielern, der Henrik sein wird, sofort machen muss. Er ist für uns alle eine Legende, ob man mit ihm, oder gegen ihn gespielt hat. Es ist schön, das zu sehen, das hat er sich verdient. Es überrascht sicher keinen seiner ehemaligen Mitspieler."
Lundqvists ehemalige Teamkollegen loben stets seine Einstellung und harte Arbeit, die es ihm erlaubten, seine Rekorde und außergewöhnlichen Leistungen zu erreichen. Zudem kursieren zahlreiche Geschichten über seine Qualitäten und seine sympathische Art als Mitspieler. Cam Talbot, der die ersten Saisons seiner NHL-Karriere Ersatztorwart hinter Lundqvist verbrachte, erzählte etwa von "Lundqvists Wein-Lotterie". Nach einem Shutout habe der Schwede stets betont, dass der Shutout zwar in seiner Statistik stehe, aber eine Leistung der kompletten Mannschaft sei. Dafür bekamen jedes Mal einige seiner Mitspieler eine Flasche Wein als Dankeschön.
"Als junger Spieler, der vom College zu seinem ersten Training Camp kommt, war es beeindruckend zu sehen, wie hart er arbeitet, selbst nachdem er die Vezina Trophy gewonnen hat", teilte Talbot seine ersten Eindrücke. "Er kam jeden Tag zum Training und war bereit zu arbeiten. Er war schon vor Trainingsbeginn auf dem Eis und hat mit dem Torwarttrainer gearbeitet. Er hatte eine unglaubliche Arbeitshaltung und einen außergewöhnlichen Kampfgeist, das ist eine der wichtigsten Lektionen, die ich von ihm gelernt habe."
Lundqvist verdiente sich durch starke Leistungen früh in seiner Karriere den Spitznamen King Henrik. Seine Auftritte auf dem Eis hätten wohl genügt, um ihn in New York zum Publikumsliebling zu machen, doch sie sind bei weitem nicht der einzige Grund für seinen besonderen Platz in den Herzen der Fans. Lundqvist ist lange als sympathischer Spieler bekannt, dem sein Erfolg nie zu Kopf stieg. Kaum ein Spieler zeigte ein vergleichbares Engagement für wohltätige Zwecke, was sein Ansehen weiter steigerte und ihn in New York zu mehr als einem Starspieler machte.
"Als ich nach zwei Jahren in Chicago nach New York kam, war das eine Umstellung", erinnerte sich sein ehemaliger Torwartkollege Antti Raanta. "In Chicago hatten wir Patrick Kane, Jonathan Toews und Duncan Keith, da war es komisch zu sehen, dass sich in New York alles um Henrik dreht. Er war das Gesicht des Franchise. Es war interessant zu sehen, wie er es schafft, all das abseits der Eisfläche zu tun. Er hat immer etwas für seine Gemeinde getan. In New York zu spielen war interessant, weil man auf der Straße nicht erkannt wurde. Der einzige Spieler, der außerhalb des Stadions von Fans angesprochen wurde, war Henrik."
Nach 15 Jahren im Tor der Rangers wurde Lundqvists Vertrag 2020 schließlich nicht mehr verlängert. Der Damals 38-jährige unterschrieb einen Vertrag bei den Washington Capitals, kam dort aber nie zum Einsatz. Er musste sich im Januar 2021 einer Operation am Herzen unterziehen und gab im August sein Karriereende bekannt. Doch egal wie viel Zeit vergeht und wie lange seine Karriere her ist, in New York ist Lundqvist nicht vom Thron zu stoßen, er wird immer King Henrik bleiben.

















