Goodrow, Vasilevskiy führen Tampa zu Sieg in Spiel 1

Es war eine ungewohnte Erfahrung für die Carolina Hurricanes. Gegen die Tampa Bay Lightning unterlagen die Mannen aus Raleigh am Sonntag zum Auftakt der Best-of-7-Serie in der Stanley Cup Second Round mit 1:2 und kassierten damit die erste Heimniederlage in der laufenden Postseason.

Dadurch gerät die Mannschaft von Trainer Rod Brind'Amour vor dem für Dienstag angesetzten zweiten Kräftemessen gegen die Lightning (7.30 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 1.30 Uhr MESZ) mächtig unter Zugzwang. Einen 0:2-Serienrückstand will man im Lager der Hurricanes unter allen Umständen vermeiden.
"Sie sind ein gutes Team, wir aber auch", gab sich Hurricanes-Stürmer Jake Bean, der sein erstes Tor in den Stanley Cup Playoffs erzielt hatte, nach der Auftaktpleite leicht trotzig. "Ich denke, wir haben ein anderes Niveau als das, was wir heute zeigen konnten, und ich denke, alle Jungs im Raum wissen das. Uns war aber von vornherein klar, dass die Serie nicht ohne Widrigkeiten ablaufen würde."

TBL@CAR, Sp1: Bean direkt zum Ausgleich im Powerplay

Der Siegtreffer der Lightning fiel nach einem Schuss aus spitzem Winkel von Barclay Goodrow, der an Torhüter Alex Nedeljkovic vorbeiging. Es war ein Schuss, der ursprünglich für die kurze Ecke des Tores bestimmt zu sein schien und stattdessen auf Umwegen den Weg ins Netz fand.
"Es ist für jeden von uns hart. Es gibt keinen Grund, die Enttäuschung zu verbergen", sagte Hurricanes-Trainer Rod Brind'Amour im Anschluss an die Partie. "Aber das passiert. Vasilevskiy hat heute Abend eine Menge guter Paraden gezeigt. Wir werden uns von der Niederlage erholen. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir aber mehr als einen Treffer erzielen."
Damit spielte der Coach auf die Tatsache an, dass sich seine Schützlinge ungewohnte Schwächen im Abschluss leisteten und sich Lightning-Schlussmann Andrei Vasilevskiy zugleich in Galaform befand. Der Goalie wehrte 37 von 38 Schüssen ab und feierte damit im siebten Playoff-Einsatz dieses Jahres seinen fünften Sieg. Die Hurricanes hatten in jedem der drei Spielabschnitte mehr Torschüsse zu verzeichnen als die Lightning, aber Vasilevskiy war bis auf eine Ausnahme unüberwindbar.
"Er ist der Beste in der Liga. Der Beste der Welt, um es mal so zu sagen. Wir wussten das schon vor diesem Spiel", lobte Brind'Amour den Keeper des Gegners. "Wir müssen es ihm einfach schwerer machen und Wege finden, ihn in Verlegenheit zu bringen."

TBL@CAR, Sp1: Vasilevskiy rettet perfekt gegen Aho

Besonders im torlosen ersten Spielabschnitt half Vasilevskiy den Lightning, den Angriffswirbel der Hurricanes schadlos zu überstehen. Vor den Augen von 16.299 Zuschauern in der Halle entschärfte der Gästetorwart sämtliche Hochkaräter von Carolina.
Eine ordentliche Leistung boten die Hurricanes in Überzahl. Die erste Powerplay-Einheit wirkte zwar über weite Strecken gefälliger als die zweite, aber es war die zweite Formation, die den Bann brach und dank Bean zum Erfolg kam.
Strafzeiten sollten die Hurricanes in den kommenden Spielen so gut es geht vermeiden. Denn das Powerplay der Lightning ist brandgefährlich. Das bekamen die Hurricanes nach knapp einer halben Stunde zu spüren. Victor Hedman und Brayden Point nutzten ihre erste Chance in der 29. Minute zum 1:0.
Aus der Auftaktniederlage wollen die Hurricanes nun die richtigen Lehren ziehen. Festzuhalten bleibt, dass sie dem amtierenden Stanley Cup Champion auf Augenhöhe begegneten und letztlich Kleinigkeiten den Ausschlag über Sieg und Niederlage gaben. "Wir sind in den Playoffs. Wir müssen um jeden Zentimeter Eis kämpfen und uns jedes Tor verdienen. Diese Gruppe hat sich immer wieder aufgerappelt. Ich erwarte nicht, dass es jetzt anders sein wird", gab Brind'Amour als Marschroute für die bevorstehenden Duelle aus.
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Verzichten muss das Team vorerst auf den Schweizer Nino Niederreiter. Der Stürmer fehlte bereits in Spiel 1 gegen Tampa Bay aufgrund einer nicht näher bezeichneten Verletzung. Nach der Begegnung meinte Brind'Amour, dass es "sehr, sehr zweifelhaft" sei, dass der Churer während der Serie gegen die Lightning aufs Eis zurückkehren werde.
Der Ausfall von Niederreiter verringert die Durchschlagskraft und die personellen Alternativen im Angriff spürbar. In der regulären Saison war der Flügelstürmer mit 20 Treffern der zweitbeste Torjäger im Team. In den sechs Spielen der ersten Playoff-Runde gegen die Nashville Predators traf er einmal ins Schwarze.
Die Bedeutung von Niederreiter für die Mannschaft strich auch der Coach noch einmal heraus. "Er ist ein Torjäger. Wir haben darüber gesprochen, dass wir Tore brauchen. Er ist eine offensive Waffe, die jetzt erst einmal wegfällt und nur schwer zu ersetzen sein wird", sagte Brind'Amour.