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Mike Condon ist ein guter Fang für Ottawa

Verpflichtung des Torhüters im November für Draft Zug aus Pittsburgh zahlt sich aus

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Drei Shutouts in 24 Spielen, sowie 12 Siege bei 7 Niederlagen in regulärer Spielzeit und drei in der Verlängerung mit einem Gegentorschnitt von 2,31 und 92 Prozent Fangquote sind wahrlich keine schlechten Werte für einen Torhüter, der erst zwei Monate zuvor für lediglich einen Draft der fünften Runde über den Ladentisch ging.

So viel mussten die Ottawa Senators berappen, um Mike Condon von den Pittsburgh Penguins loszueisen, die bekanntlich mit Matt Murray und Marc-Andre Fleury auf der Torhüterposition ausreichend gut ausgestattet sind.

Ottawa hingegen war im Herbst zum Handeln gezwungen, nachdem Backup Andrew Hammond verletzt war (und immer noch ist) und sich Nummer 1 Starter Craig Anderson auf unbestimmte Zeit freistellen ließ, um seiner krebskranken Frau beizustehen.

So fiel die Wahl auf den 26-jährigen Condon, weil er einerseits günstig zu bekommen war und andererseits die Senators von seiner Qualität überzeugt waren. Doch das war nicht immer so für den US-Amerikaner.

In der Saison 2015-16 schien seine große Stunde geschlagen, als er den verletzten Carey Price bei den Montreal Canadiens ersetzen durfte, obwohl er erst kurz zuvor ungedraftet seinen Vertrag verlängert hatte und am 11. Oktober sein NHL Debüt feierte.

Die Fußstapfen erwiesen sich aber als zu groß. Zwar waren die Leistungen von Condon solide und angemessen, doch an die Werte von Price kam er nicht heran. Erschwerend kam hinzu, dass die Canadiens die Playoffs verpassten, was sicher nicht nur ihm anzulasten war.

Doch immerhin durfte Condon in 55 NHL-Spielen Erfahrung sammeln, die ihm später zu Gute kam. Noch nicht bei den Penguins, die ihn am 11. Oktober 2016 von der Waiverliste holten, um den verletzten Murray zu ersetzen, doch nach dessen Genesung keine Verwendung mehr für ihn hatten. Sondern es war nämlich einer der Gründe, warum ihn die Senators schließlich einen Monat später auswählten, wie Senators General Manager Pierre Dorion damals betonte.

"Warum Condon?", sagte Dorion. "Weil wir jemanden bekommen, von dem wir wissen, dass er NHL Erfahrung hat und letztes Jahr eine sehr gute Saison hatte. Wir haben ihn ein paar Mal gesehen. Wir denken, dass er ein sehr guter NHL Torhüter ist und er wird uns helfen zu gewinnen."

Rückblickend ist bislang zu resultieren, dass die Einschätzung Dorions zutreffend war und die Senators keinen Fehler gemacht haben. Hinzu kommt, dass Condon mit lediglich 575.000 US-Dollar aus seinem bei Montreal abgeschlossenen Zwei-Jahres-Vertrag, der im Sommer enden wird, ein ausgesprochenes Schnäppchen ist.

Eine Tatsache, die den in Holliston, Massachusetts geborenen Torhüter noch mehr dazu anspornen dürfte durch gute Leistungen zu überzeugen und sich für einen neuen, deutlich höher dotierten Vertrag zu empfehlen. Letztendlich wird er im Juli zum unrestricted Free Agent und kann dann den Markt frei testen.

Gut möglich, dass ihn die Senators aber auch schon vorher längerfristig als neue Nummer 1 an sich binden. Der mit 4,2 Millionen US-Dollar Jahresgehalt ausgestattete Vertrag des 35-jährigen Anderson läuft nämlich nur ein Jahr später aus.

Am Donnerstag zeigte Condon auf jeden Fall erneut eine überzeugende Vorstellung und wehrte 42 Torschüsse der Columbus Blue Jackets beim 2-0 Erfolg der Senators zu seinem dritten Shutout der Saison ab. Mit seinen Leistungen hat er einen Anteil daran, dass die Senators auf dem zweiten Platz in der Atlantic Division stehen und von der Playoff-Teilnahme träumen dürfen.

Mit nur 111 Gegentoren hat Ottawa die drittbeste Verteidigung der Eastern Conference. Eine Zahl, die auch die Leistungen von Condon untermauert, der zusätzlich durch die verzögerte Rückkehr von Hammond viel Einsatzzeit erhält und sich dadurch zeigen kann, aber ebenso einer hohen Belastung ausgesetzt ist. So lief er zuletzt elf Mal in Folge auf.

"Es war ein großartiges Spiel von uns", zeigte sich Condon nach der Partie am Donnerstag begeistert. "Wir haben Bullys gewonnen, Schüsse geblockt und die Jungs haben es mir einfach gemacht den Puck zu sehen und Nachschüsse verhindert."

Das alles gehört für einen Torhüter dazu, wenn er erfolgreich sein will. Er kämpft für die Mannschaft und die Mannschaft kämpft für ihn. "Was mir gefiel war, dass alle Spieler auf der Bank aufstanden und jeder wollte ihn antreiben und ihn anfeuern, weil er so gut spielte", sagte Ottawa Trainer Guy Boucher über Condon.

So kann es für ihn weitergehen.

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