Greiss_Islanders_up_close

Neue Stadt, neues Team, neue Ausgangssituation: Für Thomas Greiss beginnt bei den Detroit Red Wings ein neues Kapitel. "Es ist immer schwierig, aber auch schön, Veränderungen zu haben", sagt der Torwart. "Ich habe fünf Jahre in New York gespielt, habe mich dort eingelebt und war mit allen Dingen vertraut. Aber Veränderungen sind immer gut. Ich freue mich auf die neue Herausforderung."

Bei den New York Islanders erlebte der 34-Jährige eine durchaus erfolgreiche Zeit. Sein persönliches Highlight: In der vergangenen Saison verhalf er den New York Islanders in Spiel 7 gegen die Philadelphia Flyers mit einem Shutout ins Eastern Conference Finale. Dies war für das Team der größte Erfolg seit 1993.
In Detroit liegt solch ein Triumph in weiter Ferne. Vergangene Saison konnten die Red Wings lediglich 17 ihrer 71 Spiele gewinnen. Dies war die mit Abstand schlechteste Ausbeute aller NHL-Teams. In den zurückliegenden vier Jahren wurden die Stanley Cup Playoffs stets verpasst. Die letzte gewonnene Playoff-Serie datiert aus dem Jahr 2013. Das einst so stolze Franchise, das elf Mal den Stanley Cup gewann, befindet sich in einem Neuaufbau mit vielen jungen Spielern.

NYI@PHI, Sp7: Griess führt mit Shutout Isles ins ECF

"Wenn man von den Islanders kommt, ist das ein Perspektivwechsel", gibt Greiss zu. "Aber wir haben auch in New York schwere Zeiten durchgemacht. Ich habe Erfahrung damit." Zur Erinnerung: Der Schlussmann verpasste mit den Islanders in den Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 ebenfalls die Postseason, bevor es wieder bergauf ging. 2019 gewann er gemeinsam mit seinem Torwart-Kollegen Robin Lehner die William M. Jennings Trophy für die wenigsten Gegentore.
Was ihn nun an den Red Wings reizt? "Ein großer Teil davon ist Steve Yzerman, seine Persönlichkeit und das, was er in der Vergangenheit erreicht hat", antwortet Greiss mit Blick auf den General Manager des Teams, der in seiner aktiven Zeit drei Mal mit den Red Wings den Stanley Cup gewann. "Ich hatte ein langes Telefonat mit ihm. Es war ein sehr positives Gespräch und ich freue mich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er hat als Spieler und als Manager Großes erreicht."

Greiss äußert sich über sein neues Umfeld durchweg positiv. "Es ist eine großartige Hockey-Stadt und eine großartige Organisation, die in jeder Hinsicht sehr professionell ist und die Menschen gut behandelt", hebt er hervor. "Ich habe bereits in der Wüste (2013/14 für die Phoenix Coyotes) und in anderen Märkten gespielt. Nun freue ich mich darauf, in einer echten Hockey-Stadt zu sein."
Greiss ersetzt in Detroit Jimmy Howard, der seit der Saison 2005/06 für die Red Wings gespielt hatte und dessen Vertrag ausgelaufen war. Der deutsche Schlussmann wird mit Jonathan Bernier um die Rolle des Nummer-1-Goalies konkurrieren. Der 32-jährige Bernier wechselte 2018 nach Detroit und erreichte letzte Saison eine Save-Quote von 90,7 Prozent. Greiss kam in der vergangenen Spielzeit auf 91,3 Prozent.
Beide bringen viel Erfahrung mit und sollen dem ansonsten eher jungen Team die nötige Stabilität verleihen. "Ich werde für die jungen Spieler da sein und der Mannschaft helfen, so erfolgreich wie möglich zu sein", sagt Greiss. Für ihn sind die Red Wings nach den San Jose Sharks, den Phoenix Coyotes, den Pittsburgh Penguins und den New York Islanders die fünfte Station in der NHL.
Elf Spielzeiten absolvierte er inzwischen in der Liga, hat gefühlt mehr Nächte in Hotelbetten verbracht als daheim bei seiner Familie. Daher konnte er den coronabedingten Auszeiten in diesem Jahr sogar etwas Positives abgewinnen.
Folge uns auf [Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]
"Manchmal hat man während der Saison nicht die Möglichkeit, viel Zeit mit Frau und Kind zu verbringen. Daher war die längere Pause mit der Familie schön", erzählt er. "Gerade jetzt, wo meine Tochter erst fünf Jahre alt ist, läuft sie immer noch ständig zum Papa. Ich bin mir sicher, dass sich dies ändern wird, wenn sie größer ist. Aber im Moment ist es eine tolle Zeit, mit ihr spielen zu können."
Gleichwohl verspürt er das Bedürfnis, bald wieder selbst zu spielen - und zwar Eishockey. "Je früher desto besser", sagt Greiss im Hinblick auf den noch nicht terminierten Saisonstart. "Ich war schon mit den Jungs skaten. Ich freue mich darauf, bald wieder richtig loszulegen."