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Grabner kommt seinem Traum näher

Sieben Jahre ist es her, dass der Österreicher zum letzten Mal in einem Conference Halbfinale stand

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Bereits sieben Jahre ist es her, er stand noch ganz am Anfang seiner NHL-Karriere, als Michael Grabner zum ersten Mal in ein Conference Halbfinale einzog - die Vancouver Canucks hatten in der ersten Stanley Cup Playoffrunde mit 4-2 Siegen in der Best-of-7 Serie die Los Angeles Kings bezwungen. 4-2 endete auch das Western Conference Halbfinale, doch in dieser Serie hatte Grabner mit seinen Canucks das Nachsehen gegen die Chicago Blackhawks - dem Stanley Cup Champion 2010.

"Ich will als erster Österreicher den Stanley Cup gewinnen", verriet Grabner sein größtes sportliches Ziel NHL.com/de bereits vor über vier Jahren, im Februar 2013, als er noch bei den New York Islanders unter Vertrag stand. Sein Wunsch könnte noch immer in Erfüllung gehen. Es ist schon lange her, dass er so nah dran war wie in dieser Saison und schließlich hat immer noch kein anderer Eishockeyspieler aus der Alpenrepublik die begehrte Trophäe in Empfang nehmen können. Nach zwei Erstrunden-Aus mit den Islanders 2013 und 2015 sowie einer verpassten Playoffqualifikation mit den Toronto Maple Leafs im Vorjahr, steht er nun bei seiner vierten NHL-Station, den New York Rangers, im Eastern Conference Halbfinale der Stanley Cup Playoffs 2017, wo er auf die Ottawa Senators treffen wird.

Wie 2010 in Vancouver heißt auch bei den Rangers Grabners Chefcoach Alain Vigneault. Ein Übungsleiter, der wie kein anderer die Spielweise des geborenen Villacher zu schätzen weiß. Es kommt nicht von ungefähr, dass Grabner die reguläre Saison 2016/17 als zweitbester Torschütze und Spieler mit dem besten +/-Wert des Traditionsteams abschließen konnte. Er fühlt sich im Big Apple wohl: "Es macht mir wirklich einen großen Spaß für die Rangers zu spielen, um viele Tore zu erzielen wurde ich nicht nach New York geholt."

 

Vigneault machte gegenüber NHL.com keinen Hehl daraus, dass er überrascht davon sei, wie sein Neuzugang, den er noch aus dessen Rookie-Jahr kennt, einschlägt: "Wir hatten ihn für die Unterzahlformationen eingeplant, oder als Ergänzungsspieler, wenn jemand anderes außer Form ist."

Doch Grabner zeigte, dass er zu mehr fähig ist. Plötzlich stand er in einer Reihe mit J.T. Miller und Kevin Hayes und bekam über eine Viertelstunde Eiszeit pro Spiel. Vielleicht war es gerade die Erwartungshaltung der sportlichen Leitung der Rangers, dass sich ein neuverpflichteter Stürmer nicht unbedingt als Torjäger auszeichnen muss, die Grabners Höchstleistungen erst möglich machte.

In seinen letzten zwölf Saisonpartien hatte der 29-Jährige plötzlich Ladehemmung, doch rechtzeitig zu Playoffbeginn legte er diese ab und erzielte in den ersten zwei Erstrundenbegegnungen gegen die Montreal Canadiens jeweils einen Treffer.

Mittlerweile stürmt Grabner an der Seite von Jesper Fast und Oscar Lindberg in der vermeintlich vierten Reihe. Es ist keinesfalls eine Degradierung für den pfeilschnellen, vielfältig einsetzbaren Außenstürmer. Vigneault klassifiziert nicht seine Sturmformationen - alle vier Reihen der Rangers sollen Torgefahr ausstrahlen. Der 55-jährige Frankokanadier bevorzugt es, diese, entsprechend der jeweiligen Situation und abhängig vom Gegner, immer wieder neu zusammenzustellen.

Das Empty Net Goal von Grabner zum 2-0 Endstand in Spiel 1 gegen Montreal war sicherlich nicht das schönste in seiner Karriere, doch am, den Treffer vorausgehenden Laufduell mit Canadiens Stürmer Alexander Radulov wurde ersichtlich, dass der Österreicher noch nichts von seiner Schnelligkeit eingebüßt hat.

Video: NYR@MTL, Sp2: Grabner schließt mit schöner Finte ab

Vigneault zeigt sich zufrieden mit den Vorstellungen seiner Grabner-Reihe: "Er [Grabner] bringt die Geschwindigkeit mit, somit können sie sich mit jedem messen. Sie sind ein guter Mix."

Angesichts dessen, dass die Defensivabteilung der Senators hinter Erik Karlsson, Dion Phaneuf, Cody Ceci und Marc Methot - die drei Erstgenannten kamen in der ersten Playoffrunde im Durchschnitt pro Spiel auf eine Eiszeit von über 25 Minuten - nicht so stark besetzt ist, dürfte es sich für die Rangers durchaus auszeichnen, dass sie über vier Reihen verfügen, die auch wissen wo das Tor steht. Grabner könnte eine Schlüsselrolle bei den Rangers spielen, wenn die Beine von Karlsson und dessen Verteidigerkollegen langsam schwer werden.

Wie sagte einst Vigneault: "Als ich ihn in Vancouver hatte und wir ihn in den Playoffs einsetzten, machte er den Verteidigern mit seiner Geschwindigkeit Angst."

Grabner und die Rangers haben noch einen langen Weg bis zu ihrem großen Ziel den Titelgewinn vor sich. Es ist ihnen egal wer sich ihnen dabei in den Weg stellt. "Wenn man weiterkommen möchte, muss man gegen jede Mannschaft gewinnen. Es ist alles möglich", gab Grabner vor dem Playoffauftakt gegen Montreal die Devise vor. Sollte alles in seinem Sinne verlaufen, würden die Rangers zum ersten Mal seit 23 Jahren den Stanley Cup gewinnen und Grabner, entsprechend seines schon lange gehegten Wunsches, als erster Österreicher in die Geschichte eingehen, dem diese Ehre zuteilwird.

Spiel 1 der Eastern Conference Halbfinalserie zwischen den New York Rangers und den Ottawa Senators findet am Donnerstag im Canadian Tire Centre der kanadischen Hauptstadt statt (7 p.m. ET).

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