Vigneault machte gegenüber NHL.com keinen Hehl daraus, dass er überrascht davon sei, wie sein Neuzugang, den er noch aus dessen Rookie-Jahr kennt, einschlägt: "Wir hatten ihn für die Unterzahlformationen eingeplant, oder als Ergänzungsspieler, wenn jemand anderes außer Form ist."
Doch Grabner zeigte, dass er zu mehr fähig ist. Plötzlich stand er in einer Reihe mit J.T. Miller und Kevin Hayes und bekam über eine Viertelstunde Eiszeit pro Spiel. Vielleicht war es gerade die Erwartungshaltung der sportlichen Leitung der Rangers, dass sich ein neuverpflichteter Stürmer nicht unbedingt als Torjäger auszeichnen muss, die Grabners Höchstleistungen erst möglich machte.
In seinen letzten zwölf Saisonpartien hatte der 29-Jährige plötzlich Ladehemmung, doch rechtzeitig zu Playoffbeginn legte er diese ab und erzielte in den ersten zwei Erstrundenbegegnungen gegen die Montreal Canadiens jeweils einen Treffer.
Mittlerweile stürmt Grabner an der Seite von Jesper Fast und Oscar Lindberg in der vermeintlich vierten Reihe. Es ist keinesfalls eine Degradierung für den pfeilschnellen, vielfältig einsetzbaren Außenstürmer. Vigneault klassifiziert nicht seine Sturmformationen - alle vier Reihen der Rangers sollen Torgefahr ausstrahlen. Der 55-jährige Frankokanadier bevorzugt es, diese, entsprechend der jeweiligen Situation und abhängig vom Gegner, immer wieder neu zusammenzustellen.
Das Empty Net Goal von Grabner zum 2-0 Endstand in Spiel 1 gegen Montreal war sicherlich nicht das schönste in seiner Karriere, doch am, den Treffer vorausgehenden Laufduell mit Canadiens Stürmer Alexander Radulov wurde ersichtlich, dass der Österreicher noch nichts von seiner Schnelligkeit eingebüßt hat.