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Lange Gesichter bei den Vegas Golden Knights: Sie unterlagen am Sonntag den Dallas Stars in Spiel 1 der Finalserie in der Western Conference mit 0:1. Von der geballten Offensivpower, die das Team im bisherigen Verlauf der Stanley Cup Playoffs auszeichnete, war diesmal im Rogers Place von Edmonton nichts zu sehen. Die Golden Knights hatten große Schwierigkeiten mit der körperbetonten Spielweise der Stars und kamen während der gesamten 60 Minuten kaum zu zwingenden Torchancen.

Nicht überzeugend war zudem das Powerplay von Vegas. Alle vier Überzahlsituationen ließ die Mannschaft ungenutzt verstreichen. Zweimal brachten sich die Golden Knights schon nach wenigen Sekunden um den numerischen Vorteil, als sie sich selbst eine Strafzeit einhandelten. Die Mannschaft von Trainer Peter DeBoer muss sich dringend etwas einfallen lassen, um die Effizienz in Überzahl zu steigern. In den letzten vier Spielen konnte sie nur eine von 14 Gelegenheiten in einen Treffer ummünzen.
Etwas überraschend stand Marc-Andre Fleury bei Vegas als Starttorhüter zwischen den Pfosten und nicht Robin Lehner. "Er war ausgeruht. Von daher dachte ich, dass wir mit ihm die besseren Siegchancen haben", begründete DeBoer die Personalrochade. Trotz der Niederlage sah sich der Coach in seiner Entscheidung bestätigt. "Marc-Andre war unser bester Mann heute. Er hat uns bis zum Schluss im Spiel gehalten."

DAL@VGK, Sp1: Khudobin stoppt Smith zwei Mal

Pech für Fleury war, dass gleich der erste Torschuss der Stars im Netz landete. John Klingberg traf nach drei Minuten mit einem Handgelenkschuss und sorgte damit zugleich für die Entscheidung. Denn alles, was die Golden Knights im weiteren Verlauf versuchten, um der Partie eine Wendung zu geben, erwies sich als nicht zielführend. Die Stars machten ihrem Kontrahenten durch ihre disziplinierte und harte Abwehrarbeit das Leben schwer. Nach 40 Minuten hatte Vegas gerade einmal zwölf Schüsse auf das von Anton Khudobin gehütete Gehäuse von Dallas abgegeben.
Für DeBoer war das Auftreten der Stars keine Überraschung. "Wir hatten das so erwartet. Sie gehörten nicht umsonst in der regulären Saison zu den defensivstärksten Teams der Liga. Uns war von vornherein klar, dass das eine völlig andere Serie wird als gegen die Blackhawks oder die Canucks", meinte DeBoer.
Nach Einschätzung des Trainers fehlte seiner Mannschaft nach den sieben schweren Spielen gegen Vancouver ein wenig Kraft und Spritzigkeit. "Das soll aber keine Entschuldigung sein, denn die Stars hatten ja die gleichen Voraussetzungen wie wir." Spätestens nach dieser Begegnung wüssten seine Schützlinge, was in der Finalserie auf sie zukomme. Sie müssten lernen, mit der gesunden Härte ihres Gegners umzugehen und versuchen besser dagegenzuhalten.
Das Fehlen von Angreifer Ryan Reaves, der für Spiel 1 gegen die Stars gesperrt war, wollte DeBoer nicht als Argument ins Feld führen, dass es der Offensive an Zug mangelte. "Das war nicht der Grund. Wir freuen uns aber dennoch, dass er nächstes Mal wieder mit dabei sein kann", betonte der Trainer.

DAL@VGK, Sp1: Fleury stoppt Gurianov bei Konter

Schussfreudigster Akteur der Golden Knights war Verteidiger Shea Theodore. Doch keiner seiner sechs Versuche, den Puck im Netz von Khudobin unterzubringen, war von Erfolg gekrönt. Im Anschluss an das Match zeigte sich der Playoff-Topscorer von Vegas (16 Punkte aus 16 Spielen) selbstkritisch. "Wir haben viel zu lange gebraucht, um in den Rhythmus zu kommen. Uns hat über weite Strecken schlicht und ergreifend das Feuer gefehlt, das man in so einem Duell benötigt. Im letzten Abschnitt haben wir besser gespielt. Aber am Ende war das heute zu wenig. In den nächsten Spielen müssen wir wieder entschlossener und aggressiver ans Werk gehen", sagte er.
Nach Ansicht von Vegas-Schlussmann Fleury ist die Auftaktniederlage ärgerlich, aber kein Beinbruch. "Ich bin nicht allzu besorgt. Wir haben genügend Selbstvertrauen und werden aus den Fehlern, die wir heute gemacht haben, lernen. Das nächste Mal müssen wir von Anfang an hellwach sein", gab er zu Protokoll.
Spiel 2 der Finalserie in der Western Conference zwischen den Golden Knights und den Stars findet am Dienstag im Rogers Place in Edmonton statt (8 p. m. ET, Mi. 2 Uhr MESZ; NHL.TV, NBCSN, CBC, SN, TVAS).