Er fühle sich gut, meinte Kuemper. Der 30-Jährige machte bei der Pressekonferenz auch einen relativ entspannten Eindruck. "Wir haben heute einen guten Job gemacht", befand der Kanadier. "Wir haben hart verteidigt. Aber wir haben auch mehr Zeit in der eigenen Zone verbracht, als wir wollten", analysierte der Keeper, den die Minnesota Wild 2009 in der sechsten Runde an zehnter Stelle im NHL Draft gezogen hatten. Und er fügte hinzu: "Wenn wir so verteidigen, geben wir uns selbst die Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen."
Viel Lob für den Keeper gab es natürlich auch von den Mitspielern. "Er hat heute eine ganze Reihe hervorragender Saves gezeigt", meinte zum Beispiel Brad Richardson. Der Routinier sorgte mit seinem Treffer zum 2:1 für die Coyotes gut eine halbe Minute vor der zweiten Drittelpause für die erneute Führung seines Teams. Derek Stepan hatte im ersten Drittel dafür gesorgt, dass Arizona in dieser Serie zum ersten Mal überhaupt gegen Colorado vorne lag. Das waren übrigens auch die einzigen beiden Treffer, die Pavel Francouz, der Philipp Grubauer um Tor der Avalanche vertrat, kassierte. Die Schüsse von Taylor Hall und Lawson Crouse gingen jeweils ins leere Tor, als Colorado in der Schlussphase verzweifelt versuchte, die Partie zumindest noch auszugleichen. Francouz hatte am Ende 19 Saves zu Buche stehen.
"In den Phasen der Partie, in denen wir einen entscheidenden Save gebraucht haben, hat er sie geliefert", sagte Coyotes-Stürmer Derek Stepan. Und er ging sogar noch einen Schritt weiter: "Ohne ihn wären wir jetzt nicht in dieser Position. Wir brauchen ihn auch weiter in dieser Form." Dass die Coyotes am Ende bei der Überlegenheit der Avalanche mit einem blauen Auge davongekommen sind, sah der Schütze des 1:0 ganz nüchtern: "In dieser Phase der Saison zählt nur das Ergebnis."
Mit dem war Avalanche-Coach Jared Bednar selbstverständlich nicht zufrieden: "Wir haben den Puck nicht wirklich gut geschossen." Er hatte nach der Partie aber auch schon eine Lösung parat. "Wir müssen Kuemper mehr die Sicht nehmen. Wenn er die Schüsse sieht, halt er sie auch. Er hat einen super Abend erwischt. Da muss man vor ihm und den Coyotes schon den Hut ziehen." Am Ende hätten seine Spieler einfach keinen Weg gefunden, mehr Tore zu schießen.