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Für diese sieben Teams ist die Saison 2019/20 beendet

Eine abschließende Bilanz von Buffalo, New Jersey, Anaheim, Los Angeles, San Jose, Ottawa und Detroit

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Die NHL hat am Dienstag ihre Pläne zur Wiederaufnahme der Saison 2019/20 verkündet. Die Liga will an einem noch festzulegenden Datum mit einer Vorrunde zu den Stanley Cup Playoffs beginnen. Die reguläre Saison, die wegen Bedenken in Zusammenhang mit dem Corona Virus am 12. März unterbrochen wurde, wird nicht zu Ende gespielt. Sieben Teams haben sich basierend auf ihrer Punktquote nicht für den weiteren Saisonverlauf qualifiziert. Hier folgt ein kompakter Rückblick auf ihre Spielzeit:

Buffalo Sabres (69 Spiele; 30-31-8; 68 Punkte; 13. der Eastern Conference)

Saison-Zusammenfassung:

Nur ein Zähler fehlte den Sabres am Ende, um in den weiteren Kampf um den Stanley Cup einzugreifen, denn ihre Punktquote von 0,985 ist nur knapp schlechter als die der Montreal Canadiens (1,0), die sich als letztes Team qualifizierten. Die magere Bilanz von nur drei Siegen aus den letzten zehn Spielen kostete die Fortsetzung der Saison. Trainer Ralph Krueger brachte zwar zu Saisonbeginn frischen Wind nach Buffalo, doch das Problem blieb ein ähnliches wie im Vorjahr. Die Sabres begannen die Saison gut und führten bis zum 28. Oktober die Eastern Conference mit 20 Punkten aus 13 Spielen (9-2-2) an. Ab November war es aber mit der Herrlichkeit vorbei. So verpassten sie auch im neunten Jahr in Folge die Playoffs, was die Sehnsucht der Fans und Verantwortlichen nur stetig größer werden lässt. So bleibt nur die Hoffnung, dass nächste Saison alles besser wird. Talente wie Jack Eichel, Sam Reinhart, Rasmus Dahlin und der zur NHL Trade Deadline neu hinzugekommene Dominik Kahun sollen die Garanten einer erfolgreicheren Zukunft sein.

 

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Herausragende Spieler:

Die Sabres werden von Eichel und Reinhart getragen. Sie waren erneut mit 78 bzw. 50 Punkten in 68 bzw. 69 Spielen die Topscorer. Aber auch Victor Olofsson hatte mit 42 Punkten in 54 Spielen ein tolles Jahr. Kahun deutete mit zwei Toren und zwei Assists in sechs Spielen für Buffalo nach seinem Wechsel aus Pittsburgh an, dass er gut ins System von Krueger passen könnte. In der Verteidigung sind Dahlin und Rasmus Ristolainen die Eckpfeiler.

Video: CBJ@BUF: Eichel trifft vom Kreis in Overtime

Größte Fragezeichen für die Zukunft:

Wichtige Vertragsverlängerungen mit Reinhart, Olofsson und Kahun stehen an. Alle drei sind allerdings als Restricted Free Agents an die Sabres gebunden. Weitere Verstärkungen zur sinnvollen Abrundung des Kaders müssen getätigt werden.

New Jersey Devils (69 Spiele; 28-29-12; 68 Punkte; 14. der Eastern Conference)

Saison-Zusammenfassung:

Für die Devils findet eine verkorkste Saison ein jähes Ende, obwohl es genauso knapp wie bei den Sabres war. Sie verpassen nur hauchdünn hinter den Canadiens liegend die Saisonfortsetzung. New Jersey kam die ersten Monate der Spielzeit nicht in Fahrt und hätte es mit einem Schlussspurt von sechs Siegen aus den letzten zehn Partien dennoch fast geschafft. Trainer Jon Hynes musste im Dezember 2019 seinen Hut nehmen und wurde durch seinen Assistenten Alain Nasreddine ersetzt. Topscorer Taylor Hall wurde nach 30 Spielen im gleichen Monat zu den Arizona Coyotes abgegeben. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Devils gerade einmal neun Siege eingefahren und waren nach Detroit das zweitschlechteste Team. Fünf doppelte Punktgewinne in der zweiten Dezemberhälfte läuteten eine Wende ein, die aber nicht so nachhaltig war, wie sie hätte sein müssen.

 

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Herausragende Spieler:

Die neue Erfolgsmannschaft in New Jersey soll um Nico Hischier aufgebaut werden. Der Schweizer Center kam in 58 Spielen auf 36 Punkte (14 Tore, 22 Assists). Topscorer des Teams wurde Kyle Palmieri mit 45 Punkten (25 Tore, 20 Assists) in 65 Spielen. Er steht noch ein Jahr unter Vertrag, ebenso wie Nikita Gusev, der 44 Punkte (13 Tore, 31 Assists) in 66 Spielen erreichte. Torhüter Mackenzie Blackwood überzeugte weitgehend mit einem Gegentorschnitt von 2,77 pro Spiel und 91,5 Prozent Fangquote sowie drei Shutouts.

Video: Die Top-Tore von All-Star Nico Hischier aus 2019/20

Größte Fragezeichen für die Zukunft:

Der verletzungsanfällige Schlussmann Cory Schneider steht noch zwei weitere Jahre für teure sechs Millionen Jahresgehalt unter Vertrag. Außerdem benötigen die Devils sowohl in der Verteidigung und dem Sturm mehr Tiefe. Der Vertrag des Schweizer Verteidigers Mirco Müller läuft aus, allerdings ist er ein Restricted Free Agent. Nasreddine führte die Devils insgesamt zu 19-16-8 und sollte weiter das Vertrauen erhalten.

Anaheim Ducks (71 Spiele; 29-33-9; 67 Punkte; 13. der Western Conference)

Saison-Zusammenfassung:

Mit deutlichen Ambitionen in Richtung Playoffs sind die Ducks unter dem neuen Trainer Dallas Eakins in die Saison gestartet, doch der Neuaufbau mit jungen Spielern dauert länger als gedacht. Die Spielzeit begann mit sechs Siegen aus den ersten acht Spielen verheißungsvoll und auch der Oktober konnte sich mit 8-6-0 sehen lassen, aber schon im November ging es mit 3-6-4 abwärts. Zwar war der Dezember auch dank dreier Shootout-Erfolge wieder besser (5-7-1), allerdings in der Bilanz ebenfalls negativ. Nur einmal gelangen drei Siege in Serie und zwar bereits zum Saisonauftakt. Ansonsten war zu wenig Konstanz in den Ergebnissen der Ducks. Sowohl die offensive Produktion mit 187 Toren (26. Platz) als auch die Defensive mit 226 Gegentoren (25.) waren unterdurchschnittlich. 

 

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Herausragende Spieler:

Adam Henrique (71 Spiele, 26 Tore, 17 Assist, 43 Punkte), Rickard Rakell (65, 15-27-42) und Ryan Getzlaf (69, 13-29-42) waren die Topscorer, doch gerade Letzterer ist von seiner Höchstform vergangener Tage weit entfernt. Aus der Abwehr drückten Cam Fowler (59, 9-20-29) und Hampus Lindholm (56, 2-21-23) dem Offensivspiel ihren Stempel auf. 

Video: ARI@ANA: Henrique trifft nach Kases tollem Pass

Größte Fragezeichen für die Zukunft:

Getzlaf geht auf sein letztes Vertragsjahr zu. Kann er sich noch einmal steigern? Stammtorhüter John Gibson hatte ein schlechtes Jahr, mit einem Gegentorschnitt von 3,0 und einer Fangquote von 90,4 Prozent war es das schwächste seiner Karriere. Er wird sich steigern müssen. Sein Backup Ryan Miller war nicht die gewünschte Ergänzung, weshalb dessen Vertrag nicht verlängert werden dürfte.

Los Angeles Kings (70 Spiele; 29-35-6; 64 Punkte; 14. der Western Conference)

Saison-Zusammenfassung:

Die Kings verpassen im zweiten Jahr in Folge die Playoffs, obwohl sie vor Beginn der Saison 2019/20 mit Trainer Todd McLellan einen in der Vergangenheit durchaus erfolgreichen Coach holten. Die Mannschaft spielte aber die komplette Spielzeit zu wechselhaft. So verlor sie zwei Mal jeweils vier (24.10.-30.10./2.12.-7.12.) und zwei Mal sogar jeweils fünf Spiele in Folge (11.1.-29.1./1.2.-9.2.). Besonders bitter für die Kings: Gerade als es besser lief und das Team sich gefunden zu haben schien, wurde die Saison unterbrochen. Vom 26. Februar bis zu ihrem letzten Auftritt am 11. März hatten sie sieben Siege hintereinander gefeiert. Unterm Strich bleibt aber zu bilanzieren, dass gerade der Angriff mit nur 178 Toren und dem vorletzten Platz in der Liga in dieser Kategorie den Ansprüchen nicht genügte.

 

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Herausragende Spieler:

Kapitän Anze Kopitar ging mit gutem Beispiel voran und wurde nach einem schwachen Vorjahr (60 Punkte in 81 Spielen) mit 21 Toren und 41 Assists zu 62 Punkten in 70 Spielen zum Topscorer. Ansonsten liefen fast alle Stürmer ihrer Form hinterher. Drew Doughty war in der Verteidigung mit 35 Punkten (sieben Tore, 28 Assists) die gewohnte Konstante, allerdings ist sein Plus-/Minus-Wert erneut im Keller (-16).

Video: DAL@LAK: Kopitar nutzt Toffolis Pass zu einem Tor

Größte Fragezeichen für die Zukunft: 

Der Neuaufbau der Kings wird weitergehen. Doch haben die Verantwortlichen die nötige Geduld? Acht Züge in den ersten vier Runden im NHL Draft 2020 besitzt Los Angeles durch entsprechende Transfers. Aus deutscher Sicht bleibt interessant, ob der auslaufende Vertrag mit Co-Trainer Marco Sturm verlängert wird. Er selbst zeigte sich in dieser Frage schon länger zuversichtlich.

San Jose Sharks (70 Spiele; 29-36-5; 63 Punkte; 15. der Western Conference)

Saison-Zusammenfassung:

Logan Couture, Tomas Hertl und Erik Karlsson, um nur die prominentesten Namen zu nennen, säumten lange Zeit die Verletztenliste der Sharks in dieser Saison. Die Bürde war letztendlich zu groß und deswegen gehört das Verpassen der Playoffs durch den letztjährigen Conference Finalisten zu den großen Überraschungen. Erstmals seit 2015 findet der Kampf um den Stanley Cup wieder ohne die Sharks statt. Es begann bereits mit vier Niederlagen am Stück denkbar ungünstig und bis zum 2. November stand eine ernüchternde Bilanz von 4-10-1 zu Buche. Eine darauffolgende Siegesserie von sechs Spielen hintereinander sowie neun Erfolge aus zehn Partien und elf Siege aus 13 Begegnungen weckten Hoffnung. Doch es schloss sich trotz des zwischenzeitlichen Trainerwechsels von Peter DeBoer zu Assistent Bob Boughner am 11. Dezember ein erneuter Rückschlag an. Vom 3. bis 27. Dezember wurden zehn von elf Spielen verloren (1-8-2). Anschließend war es nur noch ein Auf und Ab, so dass die Sharks sogar als Letzter der Western Conference abschließen.

 

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Herausragende Spieler:

Ohne Zweifel ist hier Timo Meier zu nennen. Der Schweizer Stürmer war der Aktivposten in San Jose und ist mit 49 Punkten (22 Tore, 27 Assists) aus 70 Spielen der Topscorer. Offensiv war auch wieder auf Brent Burns (70 Spiele, 45 Punkte) und Karlsson (56 Spiele, 40 Punkte) Verlass, doch eine ausgeglichene Plus-/Minus-Statistik kann von den Topleuten nur Couture vorweisen. Die anderen sind deutlich negativ.

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Größte Fragezeichen für die Zukunft: 

Schade für die Sharks, dass sie ausgerechnet ihren Zug der ersten Runde im NHL Draft 2020 im Rahmen des Karlsson-Trades an Ottawa abgegeben haben und nun nicht davon profitieren können, dass sie eine höhere Position einnehmen werden. Schaffen es die Sharks einen Schlussstrich unter die Ära Joe Thornton zu setzen oder wird er eine weitere Vertragsverlängerung erhalten? Spielt der deutsche Stürmer Lean Bergmann zukünftig eine größere Rolle? Hat das Management weiter Vertrauen in die Nummer 1 Martin Jones und bleibt Boughner der Trainer?

Ottawa Senators (71 Spiele; 25-34-12; 62 Punkte; 15. der Eastern Conference)

Saison-Zusammenfassung:

Auch im dritten Jahr in Folge lief die Saison in der kanadischen Hauptstadt enttäuschend. Nachdem die Senators in den Playoffs 2017 gegen die Pittsburgh Penguins noch im Conference Finale standen und nur ein Sieg zum Einzug ins Stanley Cup Finale fehlte, scheiterten sie zuletzt kläglich am Playoff-Einzug. Tiefpunkt in dieser Spielzeit war eine Negativserie vom 29. Dezember bis 16. Januar mit neun Niederlagen in Folge (0-5-4) bzw. 16 in 18 Partien bis zum 11. Februar (2-9-7). Lediglich 25 Siege waren am Ende zu wenig, doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Ottawa lebt.

 

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Herausragende Spieler:

Der 20-jährige Brady Tkachuk wurde mit 44 Punkten (21 Tore, 23 Assists) in 71 Spielen zum Topscorer und ist der große Hoffnungsträger. Um ihn soll eine neue erfolgreiche Mannschaft aufgebaut werden. Thomas Chabot deutete mit 39 Punkten (sechs Tore, 33 Assists) in 71 Spielen an, dass er die Zukunft in der Verteidigung sein könnte. Er wurde bereits längerfristig bis 2026 unter Vertrag genommen. 

Video: NYI@OTT: Tkachuk trifft im Alleingang

Größte Fragezeichen für die Zukunft: 

Können die Senators vom NHL Draft 2020 profitieren, wenn sie drei Züge der ersten und vier der zweiten Runde haben werden? Der Vertrag des 39-jährigen Torhüters Craig Anderson, der langjährigen Nummer 1 in Ottawa, läuft aus. Es deutet sich ein Neuanfang auf dieser Position an. Die Verträge der Leistungsträger Chris Tierney, Connor Brown und Anthony Duclair (alle restricted) laufen aus.

Detroit Red Wings (71 Spiele; 17-49-5; 39 Punkte; 16. der Eastern Conference)

Saison-Zusammenfassung:

17 Siege und 39 Punkte in 71 Spielen, 145 erzielte Tore und 267 Gegentore sprechen eine eindeutige Sprache, die dadurch untermauert wird, dass diese Zahlen jeweils mit Abstand den letzten Platz in der Tabelle der NHL bedeuten. Die Fans der Red Wings waren wahrlich nicht zu beneiden, insbesondere, wenn sie die großen Zeiten der Mannschaft in den 1990er und 2000er-Jahren hautnah miterlebt haben.

 

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Herausragende Spieler:

Es fällt schwer, bei diesen Zahlen einen oder sogar mehrere Spieler hervorzuheben. Topscorer wurde Dylan Larkin mit 53 Punkten (19 Tore und 34 Assists) in 71 Spielen, was angesichts des Teammisserfolgs eine gute Bilanz ist. Punktbester Verteidiger wurde Filip Hronek mit 31 Punkten (neun Tore, 22 Assists) in 65 Spielen. Torhüter Jonathan Bernier kam mit einem Gegentorschnitt von 2,95 und einer Fangquote von 90,7 Prozent auf annehmbare Werte. 

Video: FLA@DET: Larkin erzielt sein 100. Tor bei Breakaway

Größte Fragezeichen für die Zukunft: 

Die jungen Spieler müssen einen Schritt nach vorne machen und langsam konkurrenzfähig werden. Der NHL Draft 2020 kann mit sechs Zügen in den ersten drei Runden, inklusive dem möglichen Top-Pick frischen Wind in das Team bringen. Gespannt darf man in Deutschland sein, ob Verteidiger Moritz Seider nach dem Jahr in der AHL zu seinem NHL-Debüt kommen und überzeugen wird.

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