Top 10 Spielzüge der Capitals ... bisher

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde, Qualifikationsrunde und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie wirft NHL.com/de einen Blick auf den Starfaktor der einzelnen Teams und präsentiert jeweils einen herausragenden Spieler. In dieser Ausgabe: Fünf Gründe, warum die Washington Capitals den Stanley Cup holen.

Die Washington Capitals gewannen mit 92 Punkten (41-20-8) aus 69 Spielen die Metropolitan Division, einen Punkt vor den Philadelphia Flyers und wurden hinter den Boston Bruins (100 Punkte) und den Tampa Bay Lightning (92) aus der Atlantic Division Dritte in der Eastern Conference. Von daher sind sie für die erste Runde der Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen nur in der Vorrunde mit den anderen drei genannten Teams ihre Platzierung heraus.

Die Capitals sind noch nicht satt

Von Backstrom bis Wilson, elf Spieler aus dem aktuellen Kader der Capitals waren bereits in den Stanley Cup Playoffs 2018 mit dabei, als der Stanley Cup zum ersten Mal in der NHL-Geschichte nach Washington entführt wurde. Das überwältigende Gefühl, wie es ist, diese begehrte Trophäe in Empfang zu nehmen, durfte Linksaußen Carl Hagelin sogar schon zweimal, mit den Pittsburgh Penguins in den Jahren 2016 und 2017, erleben. Wunsch nach mehr. Die Antworten der Spieler auf die Frage nach dem Cup-Gewinn, lauten allesamt: "Man träumt davon, den Cup zu gewinnen und er ist der Grund, warum man überhaupt spielt."

Linksaußen Jakub Vrana war mit 22 Jahren der Jüngste unter den Champions von 2018. Von der, am Anfang seiner NHL-Karriere gemachten Erfahrung, wird er sicherlich auch schon Verteidiger Jonas Siegenthaler erzählt haben. Der Zürcher ist mit 23 Jahren in dieser Saison der Benjamin unter den Capitals und wild darauf, in den Playoffs weit zu kommen.

Auch der älteste Spieler der Capitals, der 37-jährige Linksaußen Ilya Kovalchuk ist heiß auf den Titel. Dem Nummer-1-Pick der Atlanta Thrashers beim NHL Draft 2001 und Gewinner der Maurice Richard Trophy in der Saison 2003/04 fehlt nach 926 Partien für die Thrashers, New Jersey Devils, Los Angeles Kings und Montreal Canadiens noch der Stanley Cup im virtuellen Trophäenschrank. Für ausreichend Motivation sollte gesorgt sein.

WSH@NYR: Kovalchuk zieht ab und trifft

Den Capitals bereitet Tore schießen Spaß

Im Schnitt versenkten die Capitals 3,42 Mal pro Spiel den Puck im gegnerischen Netz und damit nur geringfügig seltener als der Ligaprimus Tampa Bay Lightning mit 3,47 Treffern pro Spiel. Gut jedes fünfte von Washingtons 236 Treffern (ausgenommen SO) erzielte Teamkapitän Alex Ovechkin, der 48 Mal ins Schwarze traf und die Torschützenliste der NHL gemeinsam mit David Pastrnak von den Boston Bruins anführt.

Auf ebenfalls mindestens 20 Tore brachten es Rechtsaußen T.J. Oshie (26), der Tscheche Vrana (25) und Tom Wilson (21). Wer von den Gegnern glaubt, die Capitals wären leicht auszurechnen, da es genüge Ovechkin aus dem Spiel zu nehmen, der dürfte früher aus dem Rennen um den Titelgewinn geworfen werden, als ihm lieb ist. Erstens, Ovechkin kann man nicht ausschalten und wenn, dann zweitens, verschafft er seinen Nebenleuten jenen Freiraum, der nötig ist, damit diese das Spiel an sich reißen.

Die Capitals haben den besten Verteidiger der Liga

Einem Team, das über einen Defensivmann verfügt, der unter den besten zwölf Scorern der Liga steht, der die viertmeisten Tore vorbereitet hat und der nicht nur alle NHL-Verteidiger nach Punkten anführt, sondern mit 1,09 als einziger (mindestens vier Spiele) einen Punkteschnitt von größer eins pro Spiel ausweist, darf man getrost einen Titelanwärter nennen.

Während der regulären Saison 2019/20 erlebten die Capitals Höhen und Tiefen, doch John Carlson rief regelmäßig Bestleistungen ab. Er verpasste keine einzige Begegnung der Capitals und brachte es in 69 Partien auf 75 Punkte (15 Tore, 60 Assists). Nur einmal, zwischen dem 23. und 29. November 2019, passierte es, dass der 30-jährige US-Amerikaner drei Partien am Stück nicht punktete. Zudem ist Carlson eine wichtige Größe in Washingtons Powerplay-Formationen. Mit 26 Punkten bei Überzahl erzielte er ligaweit die zweitmeisten unter den Verteidigern nach Bostons Torey Krug (28).

BOS@WSH: Carlson nimmt Backstroms Vorlage direkt

Capitals erfahrener Tormann, weiß sich zu steigern

Die Abwehr war in der Saison 2019/20 nicht gerade das Paradestück der Capitals. Mit 3,07 Gegentoren belegten sie Rang 18 unter den 31 Teams. Washingtons Stammtorwart Braden Holtby kam in 48 Einsätzen (47 Starts) auf einen Gegentrefferschnitt von 3,11 und auf eine Rettungsquote von gerade einmal 89,7 Prozent - die schlechtesten Werte in seiner 10-jährigen NHL-Karriere.

Kommt es nicht gerade in Ausscheidungsspielen auf ein starke Torwartleistung an? Richtig! Und in Playoffs weiß sich Holtby zu steigern. Erinnert sei an die reguläre Saison 2017/18, in der Holtby mit einer GAA von 2,99 sowie einer Fangquote von 90,7 Prozent sein bis dato schlechtestes Jahr hatte und Philipp Grubauer zu Playoffbeginn den Vorzug erhalten hatte. Holtby wurde in Spiel 2 der Erstrundenserie gegen die Columbus Blue Jackets eingewechselt, biss sich rein und verhalf mit einer GAA von 2,16 und einer Fangquote von 92,2 Prozent der Mannschaft zum Gewinn des Stanley Cups.

Die Capitals wollen 2019 vergessen lassen

Da ist doch noch eine Rechnung offen vom April 2019! Als Titelverteidiger mussten die Capitals gegen die Carolina Hurricanes bereits in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2019 überraschend die Segel streichen, nachdem sie zuhause das entscheidende siebte Spiel mit 3:4 verloren hatten. Nach 11:05 Minuten in der zweiten Overtime traf sie Brock McGinn mitten ins Herz.

In den anstehenden Playoffs lastet deutlich weniger Druck auf der Mannschaft und auf ihrem Trainer Todd Reirden, der am 29. Juni 2018 das Amt als Hauptverantwortlicher hinter der Bande von Meister-Coach Barry Trotz übernommen hatte. Den Capitals dürfte zu Gute kommen, nicht als Champion im Mittelpunkt des Medieninteresses zu stehen. Mit dieser Rolle müssen in diesem Jahr die St. Louis Blues zurechtkommen, während die Capitals den Versuch unternehmen können, das frühe Aus vergessen zu lassen.