Top 10 Spielzüge der Maple Leafs ... bisher

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde der Stanley-Cup-Qualifikanten, in Best-of-5-Serien der Stanley-Cup-Qualifikation und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie lotet NHL.com/de die Chancen der beteiligten Teams auf den Titelgewinn aus. In dieser Ausgabe: Fünf Gründe, warum die Toronto Maple Leafs den Stanley Cup holen.

Die Toronto Maple Leafs verbuchten in der frühzeitig beendeten regulären Saison eine Bilanz von 36-25-9 (0,579 Punktequote) und wurden hinter den Boston Bruins und Tampa Bay Lightning Dritter in der Atlantic Division. Sie gehen in die Stanley Cup Qualifikationsspiele als an Nr. 8 Gesetzte der Eastern Conference und werden in einer von insgesamt acht Best-of-5-Serien zur Qualifikation für die erste Runde der Stanley Cup Playoffs auf die Columbus Blue Jackets (33-22-15, 0,579) als Nr. 9 treffen. Startdatum und die Gastgeberstädte wurden noch nicht bestimmt.
Sag niemals nie
Der vor allem als Titel eines James-Bond-Films bekannt gewordene Spruch könnte auch auf die Maple Leafs zutreffen, wenn es um ihre Chancen geht, den Stanley Cup endlich wieder nach Toronto zu holen. Genau genommen steht er dort in der Hockey Hall of Fame das ganze Jahr über, nur mit dem Gewinnen des legendären Pokals tut sich die ortsansässige Organisation schon lange schwer. Der letzte Titel stammt aus dem Jahr 1967. Damit warten sie 53 Jahre und damit so lange wie kein anderer Klub in der NHL auf den ultimativen Erfolg. Das letzte Mal, dass sie überhaupt die zweite Runde der Playoffs erreichten, ist schon wieder 16 Jahre her. Warum sollte es also ausgerechnet dieses Mal klappen? Vielleicht, weil das Team von der Qualität her betrachtet ohne Zweifel das Potenzial dazu hat und gerade in diesem Jahr alles anders läuft als sonst. Der Stanley Cup wird nur in zwei Gastgeberstädten ohne Fans und wohl auch ohne Pressevertreter ausgespielt. Es könnte ein Vorteil für die Maple Leafs sein, die traditionell von sehr vielen Medien "heimgesucht" werden und den Erwartungsdruck in der kanadischen Metropole hautnah zu spüren bekommen.
Ähnliches: John Tavares]
Rückkehr der Verletzten
Lief es von Beginn an nicht richtig rund in der Defensive der Maple Leafs, kamen auch noch diverse Verletzungen der Leistungsträger an der blauen Linie hinzu. Morgan Rielly, Jake Muzzin und Cody Ceci fielen wegen unterschiedlicher Blessuren für eine nicht unerhebliche Zahl von Spielen aus. Die Quittung waren 227 Gegentore, was nur den 27. Platz von den 31 Teams bedeutete. Hier muss dringend eine Steigerung erfolgen, denn die Offensive war mit 238 Toren die drittbeste der Liga, doch nach einem bekannten und häufig gültigen Ausspruch gewinnt die Offensive nur Spiele, aber die Defensive eben die Meisterschaften. Die Rückkehr des Trios sollte der Abwehr mehr Stabilität verleihen, aber ebenso für mehr Torgefahr von der blauen Linie sorgen. Auch könnte das ohnehin schon gefährliche Überzahlspiel (23,1 %; 5. Platz) nochmals einen Schub erhalten, genauso dringend notwendig ist die Rückkehr dieser defensiven Leistungsträger für das bisher unterdurchschnittliche Unterzahlspiel (77,7 %; 21. Platz). Im Sturm kommt mit Ilya Mikheyev ein spielfreudiger und gewitzter Spieler zurück, der bis zu seiner Verletzung in der 2. Reihe spielte und schon zeigen konnte wie gepunktet wird.

Rielly_TOR

Die Tiefe im Sturm
Trotz aller Probleme ist es nach Tampa Bay und den Washington Capitals die Mannschaft mit den meisten Toren in der verkürzten Saison. Dazu kommt, dass nicht nur die beiden Top-Reihen scoren, sondern selbst die "Bottom-Six" weiß, wo das Tor steht. Allen voran der erfahrene Jason Spezza (58 Spiele; neun Tore/16 Assists/25 Punkte), aber auch mit Denis Malgin konnte sich die Truppe nochmals verstärken und in Sachen Geschwindigkeit weiter zulegen. Der Schweizer konnte zwar in acht Einsätzen für Toronto seit seinem Wechsel von den Florida Panthers zur NHL Trade Deadline im Februar noch nicht punkten, doch er hat seine Veranlagung schon mehrfach gezeigt. Die Qualität der ersten Reihe mit Auston Matthews (70; 47/33/80), Zach Hyman (51; 21/16/37) und William Nylander (68; 31/28/59) sowie der zweite Reihe mit Kasperi Kapanen (69; 13/23/36), John Tavares (63; 26/34/60) und Mitch Marner (59; 16/51/67) ist unbestritten und eine Gefahr für jeden Gegner. Die bis auf die erfahrenen Tavares (29 Jahre) und Hymen (28) sehr jungen Mitstreiter Matthews (22), Nylander (24), Kapanen (23) und Marner (23) müssen nur aus den Erfahrungen der vergangenen drei Jahre, als sie jeweils in der ersten Playoff-Runde ausschieden, lernen, wie man eine Serie zu Ende bringt und gewinnt.

OTT@TOR: Marner erzielt Powerplaytor in der Overtime

Ein ausgeruhter Torhüter
Bisher spielte Torhüter Frederik Andersen für die Maple Leafs mit einem Gegentorschnitt von 2,77 sowie einer steten Fangquote von 91,6 Prozent drei gute reguläre Saisons und hatte in der entscheidenden Saisonphase, den Playoffs, weniger entscheidend eingreifen können. Seine Werte sanken in der KO-Runde auf 3,04 und 91,1 Prozent. Viele Experten sahen hier einen "überspielten" Goalie, weil er in der regulären Saison mit 60 oder mehr Einsätzen von Beginn an zu den häufiger eingesetzten Torleuten zählte. Jetzt, nach über vier Monaten Pause, wird ein ausgeruhter Andersen das Eis betreten, der seinen Anhängern in Toronto zeigen möchte, dass er mehr kann, als bisher angeboten. Ein weiterer Fakt ist, dass sein mit jährlich fünf Millionen US-Dollar dotierter Vertrag mit den Maple Leafs in 2021 ausläuft. Es gibt also für den 30-jährigen Dänen nicht mehr so viele Gelegenheiten zu beweisen, dass Toronto mit ihm auf das richtige Pferd gesetzt hat, als sie ihn 2016 von den Anaheim Ducks losgeeist hatten. Andersen hat zumindest die letzten Wochen genutzt und mit Matthews in Arizona auf dem Eis trainiert, um entsprechend fit zu sein.

WPG@TOR: Andersen beraubt Roslovic beim OT-Konter

Tyson Barrie muss sich beweisen
Die Zukunft von Barrie sah rosig aus, als er in 2017/18 und 2018/19 für die Colorado Avalanche lieferte und 57 Punkte (14 Tore, 43 Assists) in 68 Spielen (17/18) und 59 Punkte (14/45) in 78 Spielen (18/19) verbuchte sowie defensiv eine gute Konstante war. Im Rahmen des Nazem-Kadri-Trades opferte der General Manager Barrie und transferierte den Kanadier nach Toronto. Hier hatten sie sich sicher mehr von ihm erhofft als fünf Tore und 34 Assists zu 39 Punkten in 70 Spielen. Barrie könnte als "die" Enttäuschung der bisherigen Saison im Leafs-Kader bezeichnet werden. Er konnte der Abwehr wenig Stabilität verleihen, als Reilly, Muzzin und Ceci ausfielen. Ambitioniert mit seinem Erfolg in Denver zu den Maple Leafs gewechselt, konnte er sein Leistungsvermögen an der neuen Wirkungsstätte bisher nur selten abrufen. Nach der aktuellen Saison wird er unrestricted Free Agent. Sicherlich möchte er nicht nur die Fans der Leafs versöhnen, sondern sich auch um einen guten Vertrag, wo auch immer, bewerben.