Top-10-Spielszenen der Blackhawks... bis jetzt

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde der Stanley-Cup-Qualifikanten, in Best-of-5-Serien der Stanley-Cup-Qualifikation und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie lotet NHL.com/de die Chancen der beteiligten Teams auf den Titelgewinn aus. In dieser Ausgabe: Fünf Gründe, warum die Chicago Blackhawks den Stanley Cup holen.

Bis zur Unterbrechung des Spielbetriebs Mitte März war die Saison 2019/20 nicht die Spielzeit der Chicago Blackhawks. Mit einer Ausbeute von 32-30-8 und 72 Zählern rangierte das Team auf einem enttäuschenden zwölften Rang in der Western Conference. Die anvisierte Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs schien in weiter Ferne. Den Umständen der Pandemie geschuldet, geht die Saison für den Stanley-Cup-Champion der Jahre 2010, 2013 und 2015 in Kürze trotzdem weiter. Chicago wird als Außenseiter in der Stanley Cup Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus auf die Edmonton Oilers treffen. Völlig chancenlos ist traditionell in KO-Spielen kein Team. Das gilt selbstverständlich auch für die Blackhawks, wenn es um den Gewinn des Stanley Cups 2020 geht.

Patrick Kane trifft noch immer

Obwohl die Mannschaft insgesamt nicht mehr die Klasse vergangener Jahre zu haben scheint, trifft Patrick Kane unverändert zuverlässig. Der US-Amerikaner führte den Kader im bisherigen Saisonverlauf diesbezüglich an. Kein Aktiver verbuchte mehr Punkte als Kane. 33 Tore und 51 Assists summierten sich für ihn zu 84 Punkten. Zum vierten Mal in Folge war der Stürmer damit der beste Offensivspieler der Blackhawks. Kollege Alex DeBrincat (18 Tore, 27 Assists) zeigte sich mit 45 Zählern hingegen nicht mehr ganz so treffsicher wie im Vorjahr (41 Tore). Kane hat hingegen verdeutlicht, dass er noch immer zu den besten Stürmern der Liga gehört. Auf ihn werden sie in Chicago setzen, wenn der Puck in Kürze wieder fällt.

Toews macht es mit Ausstrahlung

Teamkapitän Jonathan Toews gehörte nie zu den Stürmern mit den meisten Punkten. Er versteht sich eher als stiller Anführer und ordnende Kraft auf dem Eis. Dass er in diesen Bereichen unverändert zu den Besten seiner Zunft gehört, hat er bisher einmal mehr unter Beweis gestellt. Er zeigte allen, dass er längst nicht zum alten Eisen gehört. Nach einer enttäuschenden Saison 2017/18, in der es Toews nur auf 20 Tore und 52 Punkte brachte, was für den Kapitän Karriere-Tiefstwerte waren, steigerte sich der Stürmer in 2018/19 auf neue Bestwerte. Ihm gelangen 35 Treffer und 46 Vorlagen, was sich zu 81 Zählern aufaddierte. In den ersten elf Begegnungen der Saison 2019/20 verbuchte Toews lediglich zwei Zähler (ein Tor, ein Assist). Ab November gab er dann abermals Gas. In Sachen Offensivproduktion steuerte er in den folgenden 59 Spielen 17 Treffer und 41 Assists zum Teamerfolg bei. Wer den 32-Jährigen zu früh abgeschrieben hatte, der sah sich wieder einmal getäuscht. Selbst in den kommenden Wochen und Monaten ist Toews alles zuzutrauen.

ANA@CHI: Toews trifft gegen Gibson

Frischer Wind durch Kubalik

Dass Chicago in den kommenden Wochen nicht nur auf seine Routiniers setzen, sondern auch über junge, aufstrebende Aktive verfügt, die dem Kader Frische und Agilität verleihen, das hat Dominik Kubalik bewiesen. Der 24-Jährige startete seine NHL-Karriere langsam. In den ersten 39 Begegnungen verzeichnete er lediglich 18 Punkte (elf Tore, sieben Assists). Ab Dezember steigerte der Rookie sich deutlich, verbuchte letztendlich in 68 Spielen 30 Treffer und 16 Vorlagen. Damit war er in der Endabrechnung neben Kane der einzige Blackhawks-Akteur, der die 30-Tore-Marke durchbrach. Im Vergleich der Liganeulinge lag Kubalik mit 30 Treffern sogar an der Spitze der Rangliste. Er hat dadurch gezeigt, dass er ein aussichtsreiches Versprechen für die Zukunft des Kaders ist. Warum soll sich seine Leistung in den kommenden Duellen nicht schon weiter verbessern?

Crawford kann in jeder Serie den Unterschied ausmachen

Im Tor muss sich der Außenseiter ebenfalls vor keinem Gegner verstecken. Gelingt es Corey Crawford an die Form anzuknüpfen, die er in der Vergangenheit immer wieder in den Playoffs unter Beweis gestellt hat, ist ihm alles zuzutrauen. Seine Bilanz von 48-37, bei einem Gegentorschnitt von 2,29 und einer Fangquote von 91,9 Prozent, zeigt schon, dass er nicht nur über die entsprechende Erfahrung verfügt, sondern zudem schon manche Schlacht erfolgreich geschlagen hat. Der 35-Jährige ist jederzeit in der Lage, alleine eine Serie zu Gunsten seiner Mannschaft zu entscheiden. Fünf Shutouts hat er in 87 Playoff-Spielen (85 Einsätze von Spielbeginn an) aufzuweisen. Wenn seine reguläre Saison mit 16-20-3 (2,77 Gegentore im Schnitt, 91,7 Prozent Fangquote) auch eher mau verlief, ihm ist erneut viel zuzutrauen, wenn es für die Blackhawks um alles geht.

Die große Erfahrung spricht für Chicago

Neben der Tatsache, dass Chicago ohne Erwartungsdruck in die kommenden Aufgaben gehen kann, spricht vor allem die große Erfahrung für die Blackhawks. Neben den Stürmern Kane und Toews waren die Verteidiger Duncan Keith und Brent Seabrook ebenfalls schon fester Bestandteil der gefeierten Meistermannschaften von 2010, 2013 und 2015. Das im Umbruch befindliche Team kann von der immensen Erfahrung, dem gelebten Siegeswillen seiner verbliebenen Veteranen aus glanzvollen Zeiten profitieren. Gelingt es ihnen die Jungen hinter sich zu scharen, im Lager der Blackhawks dürfte vieles möglich werden. Warum, wenn es ideal läuft, nicht auch der nächste Titelgewinn?