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Vor der Stanley Cup Qualifikationsrunde fühlt NHL.com/de den 24 Teilnehmern auf den Zahn und wirft jeweils fünf wichtige Fragen auf, mit denen sich die Teams auseinandersetzen müssen. In dieser Ausgabe: Washington Capitals.

Mit einer Ausbeute von 41-20-8 (65,2 Prozent der möglichen Punkte) sicherten sich die Washington Capitals einen der ersten vier Plätze in der Setzliste der Eastern Conference. In der Vorrunde bekommen sie es mit den Boston Bruins (44-14-12; 71,4), Tampa Bay Lightning (43-21-6; 65,7) und den Philadelphia Flyers (41-21-7; 64,5) zu tun.

Der Stanley Cup Champion von 2018 gehört wieder zum engeren Favoritenkreis. Doch die schwankenden Leistungen der Capitals in der regulären Saison 2019/20 haben mehrere Fragen aufgeworfen, die eine nähere Betrachtung erfordern.

1. Welches Gesicht zeigt das Team nach dem Re-Start?

Kaum ein Team hat zwischen Oktober und März so unterschiedliche Leistungen gezeigt wie die Capitals. Bis Weihnachten führte Washington die NHL mit einer Matchbilanz von 26-6-5 an. Am 22. Dezember lag der Anteil der gewonnenen Punkte bei 77 Prozent.

Nach den Feiertagen fiel die Bilanz der US-Hauptstädter mit 15-14-3 dagegen bescheiden aus, in den letzten 19 Spielen vor Abbruch der regulären Saison betrug sie sogar nur 7-9-3.

Doch nicht nur der Punkteschnitt des Teams sank mit Jahresbeginn 2020 deutlich, auch die Torproduktion lahmte. Waren es vor Weihnachten im Schnitt 3,54 Tore, die die Mannschaft pro Begegnung erzielte, waren es nach dem 23. Dezember durchschnittlich nur noch 3,28. Bei den Gegentoren sah die Entwicklung ähnlich aus. Deren Schnitt betrug vor dem Weihnachtsfest 2,76, danach 3,44.

Die Saison der Capitals teilte sich also faktisch in zwei unterschiedliche Hälften. Die eine war eines Champions würdig, die andere hatte den Charakter eines Durchschnittsteams. Die zentrale Frage lautet daher: Welches Gesicht wird Washington nach dem Re-Start zeigen?

2. Wird sich Ovechkin nach der Pause frischer präsentieren?

Top-Stürmer Alex Ovechkin war zusammen mit David Pastrnak von den Boston Bruins mit 48 Treffern der erfolgreichste Torjäger der Hauptrunde. Zwischendurch hatte er jedoch den ein oder anderen Durchhänger. Da der gebürtige Moskauer im Herbst bereits 35 Jahre alt wird, dürfte ihm die lange Pause seit Mitte März zupassgekommen sein, um die notwendigen Kräfte für den Endspurt im Titelkampf 2020 zu sammeln. Ovechkin hat sich, so wurde berichtet, von einem eigenen Fitnesstrainer über die Unterbrechung hinweghelfen lassen. An seiner Form sollte demnach kein Zweifel bestehen.

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3. Wie wird die Abwehr aussehen?

Nach seiner Verpflichtung am 18. Februar von den San Jose Sharks agierte Brenden Dillon zumeist an der Seite von John Carlson in der Defensive der Capitals. Doch Trainer Todd Reirden hat kürzlich angekündigt, Dillon künftig auch gemeinsam mit Dmitry Orlov einsetzen zu wollen. Dies würde die Kombination von Michal Kempny und Carlson ermöglichen. Für den Schweizer Jonas Siegentaler bliebe dann womöglich die Rolle an der Seite von Nick Jensen im dritten Defensiv-Duo.

Allerdings werden Radko Gudas und Martin Fehervary ihre Ambitionen auf einen Platz im Kader nicht freiwillig aufgebeben. Die Positionskämpfe in der Abwehr werden deshalb sicherlich eine Weile anhalten.

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4. Was macht das Powerplay?

Von der Besetzung her verfügen die Capitals über ein hervorragendes Powerplay. Ovechkin, Nicklas Backstrom, T.J. Oshie, Evgeny Kuznetsov und Carlson haben über viele Jahre gezeigt, dass sie zu den Besten des Fachs gehören.

Aber in den letzten drei Monaten der regulären Saison 2019/20 präsentierte sich Washington in Überzahl nur selten von der besten Seite. Ende November lagen die Capitals mit einer Erfolgsquote von 25,3 Prozent auf dem fünften Platz in der 31er-Liga. Von Dezember bis Mitte März reichte es lediglich zu Rang 30 (15,5 Prozent). Da half es auch nichts, dass Ovechkin im Powerplay zuletzt auf unterschiedlichen Positionen agierte. In den zehn Begegnungen vor der Unterbrechung war die Ausbeute besonders gering (8,7 Prozent). Für einen Meisterschaftsanwärter ist das zu wenig.

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5. Wer steht zwischen den Pfosten?

Torhüter Braden Holtby hat seinen Nimbus als unumstrittene Nummer 1 eingebüßt. Seine Statistik von 25-14-6, mit einem Gegentorschnitt von 3,11 und einer Fangquote von 89,7 Prozent, war die schlechteste der vergangenen zehn Spielzeiten. Die große Erfahrung spricht dennoch für den 30-Jährigen, der 2018 eindrucksvoll bewiesen hat, dass er ein Team zum Titel führen kann.

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Sein Backup Ilya Samsonov darf sich jedoch berechtigte Hoffnungen auf Einsätze in der Vorrunde und den Playoffs machen. Seine Bilanzen lesen sich mit 16-6-2, einem Gegentorschnitt von 2,55 und einer Fangquote von 91,3 Prozent um einiges freundlicher als die von Holtby. Man darf daher gespannt sein, auf wen Coach Reirden zu Beginn der entscheidenden Saisonphase setzen wird.