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Das Eastern Conference Finale der NHL Stanley Cup Playoffs geht in die spannende Phase. Die New York Islanders haben mit dem jüngsten Sieg gegen die Tampa Bay Lightning den Rückstand auf 1:2 verkürzt. Kann die Mannschaft von Trainer Barry Trotz in Spiel 4 am Sonntag (3 p.m.ET, 21 Uhr MESZ; NHL.TV, Sport1+, DAZN, Teleclub) ausgleichen? Oder hat Tampa Bay aus der Niederlage gelernt und findet zurück auf die Erfolgsspur? Und wie stehen eigentlich die Einsatzchancen des deutschen Torhüters Thomas Greiss?

Fünf Faktoren, die es zu beachten gilt.
Tampa Bay möchte keine Geschenke mehr verteilen
Das Gefühl, ein Spiel zu verlieren, kannten die Spieler und Trainer der Lightning kaum noch. Sechs Playoff-Spiele hatte die Mannschaft in Folge gewonnen. Die vorherige Niederlage datierte vom 23. August aus der Serie gegen die Boston Bruins. Umso größer war die Enttäuschung, vor zwei Tagen Spiel 3 gegen die Islanders verloren zu haben.
"Wir waren selbst unser ärgster Gegner", beklagt Trainer Jon Cooper. "Wir hätten das Spiel gewinnen können. Aber wir haben die Gelegenheit dem Gegner übergeben - wie ein schön eingepacktes Geschenk." Spielmacher Tyler Johnson sieht das ähnlich: "Wir haben größtenteils an unserem Spielplan festgehalten. Aber die Tore, die sie geschossen haben, resultierten aus unseren Fehlern."
Die Strategie für Spiel 4 muss also lauten: Keine Geschenke in Form von einfachen Gegentoren verteilen. Ein kleiner Mutmacher: Tampa Bay hat in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs noch nie zwei aufeinanderfolgende Spiele verloren.

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Thomas Greiss muss sich womöglich gedulden
Für Thomas Greiss verlief die Serie gegen Tampa Bay bislang eher unglücklich. Der deutsche Torwart stand zwar in Spiel 1 in der Startformation, fing sich aber früh drei Gegentore und wurde nach knapp elf Minuten vom Eis genommen. Seitdem spielte sich Semyon Varlamov wieder in den Vordergrund.
In Spiel 2 hatte der 32-Jährige eine ordentliche Save-Quote von 90,5 Prozent. Vor allem in der vergangenen Partie, welche die Islanders gewinnen konnten, hinterließ er mit einer Save-Quote von 91,9 Prozent einen starken Eindruck. Barry Trotz lobt den russischen Torwart. "In den ersten zehn Minuten hatte Tampa Bay drei, vier Großchancen. Er hat stark gespielt. Solche Big Saves sind ein Schlüssel, um Spiele zu gewinnen", sagt der Trainer und fügt noch einmal hinzu: "Er hatte ein richtig gutes Spiel." Das klingt zunächst nicht so, als würde Greiss zurück in die Startaufstellung rotieren.
Allerdings sagt Trotz auch: "Wir haben zwei gute Torhüter." Rein statistisch agiert Greiss in den Playoffs mit einer Save-Quote von 92,3 Prozent sogar verlässlicher als Varlamov mit seinen 91,3 Prozent.

DE G3 NYI TBL

Ersatzspieler sorgen bei Tampa Bay für frische Impulse
In einer langen Playoff-Serie ist ein tiefer Kader erforderlich, um die Belastungen zu verteilen und verletzungsbedingte Ausfälle zu kompensieren. Tampa Bay hat in Spiel 3 erneut bewiesen, über solch eine Tiefe zu verfügen.
In Abwesenheit des verletzten Top-Centers Brayden Point, dessen Einsatz auch für Spiel 4 fraglich ist, bekamen die Spielmacher Carter Verhaeghe und Mitchell Stephens ihre Gelegenheit. Die beiden standen seit Spiel 2 der Zweiten-Playoff-Runde gegen Boston nicht mehr auf dem Eis. Dennoch zählten sie gegen die Islanders zu den positiven Erscheinungen von Spiel 3. Verhaeghe gelang sogar ein Assist. "Die beiden haben toll gespielt", lobt Verteidiger Victor Hedman.
Gut möglich, dass sie auch im weiteren Verlauf der Serie eine Rolle spielen werden.

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Islanders möchten ein Best-of-3 erzwingen
Sollten die Lightning Spiel 4 gewinnen, stünden sie statistisch fast sicher im Finale um den Stanley Cup. In der NHL-Historie konnten Teams mit einer 3:1 Führung in 90,9 Prozent aller Best-of-7-Serien die Runde für sich entscheiden (288-29). Genau dies möchte Barry Trotz verhindern.
"Sie werden morgen ihr bestes Spiel abliefern, daher müssen auch wir unser bestes Spiel spielen", sagt der Islanders-Trainer. "Wir haben nun die Chance, die Serie zu einer Best-of-3 umzuwandeln. Der Gegner wird alles tun, um uns daran zu hindern. Wir müssen also alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass wir genauso gut spielen wie in Spiel 3."

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Die Serie der späten Matchwinner-Tore
In der Serie zwischen den Islanders und den Lightning lohnt es sich, bis zur letzten Minute zuzuschauen. Die Entscheidungen fallen nämlich oft kurz vor der Schlusssirene.
In Spiel 2 gelang Nikita Kucherov von Tampa Bay neun Sekunden vor Spielende der Siegtreffer. In Spiel 3 war es wiederum Brock Nelson, der New York in der 57. Minute mit dem 4:3 entscheidend in Führung brachte.
In der Geschichte der NHL Playoffs passierte es bislang erst neun Mal, dass in zwei aufeinanderfolgenden Spielen das Siegtor in den letzten vier Minuten fiel. Sollte das heute erneut geschehen, wäre das historisch. Drei Mal hintereinander geschah dies in den Playoffs nämlich noch nie.