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Zwei Mannschaften haben am Dienstag die Chance, mit dem vierten Sieg in das Conference Final der Stanley Cup Playoffs einzuziehen. Die New York Islanders benötigen im Osten dafür einen Sieg gegen die Philadelphia Flyers (7:00 p. m. ET, Mi. 1:00 Uhr MESZ, DAZN, NHL.TV). Die Vegas Golden Knights können das vierte Spiel (9:45 p.m. ET, Mi 3:45 Uhr MESZ; NHL.TV) gegen die Vancouver Canucks gewinnen und würden dann im Western Conference Finale stehen.

Fünf Faktoren, die es zu beachten gilt.
Greiss möchte zwischen den Pfosten bleiben
Der deutsche Torwart Thomas Greiss musste sich in den Playoffs lange in Geduld üben. Während sein Torwart-Kollege Semyon Varlamov zum Superstar der New York Islanders mutierte, konnte Greis lediglich zuschauen. Doch die Zeiten haben sich geändert. In Spiel 2 kam der 34-Jährige gegen die Philadelphia Fylers erstmals in dieser Postseason zum Einsatz. In Spiel 4 stand er sogar von Anfang an zwischen den Pfosten und führte seine Mannschaft zum Sieg.
Die Leistung des deutschen Schlussmanns? "Hervorragend", sagte Trainer Barry Trotz. Der Übungsleiter ist glücklich, ein starkes Torhüter-Gespann zu haben: "Ich wusste immer, dass beide Torhüter irgendwann ein Teil der Lösung sein würden", sagt er. Gleichwohl stellt sich die schwierige Frage, wer in dem möglicherweise entscheidenden fünften Spiel zwischen den Pfosten stehen wird.
Statistisch bewegen sich beide Goalies auf einem ähnlichen Niveau. In der regulären Saison parierte Varlamov 91,4 Prozent aller Schüsse, Greiss 91,3 Prozent. In den Playoffs haben sich beide noch einmal verbessert: Varlamov hat eine Save-Quote von 93,5 Prozent, Greiss sogar von 94,9 Prozent.
Menschlich scheint es zwischen den beiden Torhütern zu passen. Greiss lobt seinen Konkurrenten: "Varly hat bislang einfach unglaublich gespielt." Gleichwohl wüsste der Deutsche, dass auch er der Mannschaft weiterhin einen sicheren Rückhalt bieten würde: "Man muss einfach nur den Puck stoppen. Das ist keine Raketenwissenschaft."

Flyers-Trainer Vigneault ist ein Experte für Comebacks
Die Ausgangssituation der Flyers ist schwierig. Sie müssen die restlichen drei Spiele alle gewinnen, um in das Eastern Conference Finale einzuziehen. Die nächste Niederlage gegen die Islanders würde zum Saisonaus führen. Dementsprechend groß ist die mentale Belastung. Doch es gibt auch eine gute Nachricht für Philadelphia: Die Flyers haben in Alain Vigneault nämlich einen Trainer, der praktisch ein Experte für diese schwierige Ausgangssituation ist.
In den Jahren 2014 und 2015, als Vigneault für die New York Rangers zuständig war, lag er in der 2. Playoff-Runde ebenfalls jeweils einmal mit 1:3 zurück - zunächst gegen die Pittsburgh Penguins, ein Jahr später dann gegen die Washington Capitals. Beide Male setzten sich die Rangers durch. 2014 erreichten sie daraufhin sogar das Finale um den Stanley Cup.
Rein statistisch spricht zwar alles gegen die Flyers, denn in der NHL-Historie schafften nach einem 1:3-Rückstand nur 29 von 313 Teams die Wende. Doch wenn man einen Trainer hinter der Bande hat, der für zwei dieser 29 Comebacks verantwortlich war, dürfte das für Selbstvertrauen sorgen.
Michael Raffl möchte zurück auf das Eis
Es gibt nur eine Sache, die für einen Sportler noch frustrierender ist als eine Niederlage: Wenn man draußen sitzt und seiner Mannschaft beim Verlieren zuschauen muss. Genau dieses Schicksal ereilte den Österreicher Michael Raffl von den Flyers in den vergangenen beiden Partien.
Als der Offensivspieler am Mittwoch vergangener Woche letztmals auf dem Eis stand, gewannen die Flyers ihr Spiel noch mit 4:3 in der Overtime - der bislang einzige Sieg in dieser Serie gegen die Islanders.
Ob das für Vigneault Grund genug ist, um in Spiel 5 wieder auf den 31-Jährigen zu setzen? Der aus Villach stammende NHL-Star hat in den laufenden Playoffs mit seinen drei Toren und einer Vorlage bereits Effektivität bewiesen, kann zudem mit seinen Hits immer wieder Impulse setzen.
Der Trainer lobte bereits dessen "Willen und Beharrlichkeit". Genau diese Eigenschaften können entscheidend sein, wenn die eigene Mannschaft mit dem Rücken zur Wand steht.
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Shea Theodore auf dem Wege zum wertvollsten Verteidiger?
Neben den Superstars Mark Stone und Reilly Smith entwickelt sich Verteidiger Shea Theodore von den Vegas Golden Knights zum Überflieger der Playoffs. Seine Bilanz: vier Tore, zehn Assists. Mit insgesamt 14 Scorer-Punkten führt er gemeinsam mit Stone die teaminterne Playoff-Wertung an. Gerade in den vier bisherigen Spielen gegen die Vancouver Canucks war der Kanadier ein Schlüsselfaktor und bereitete sieben Tore vor.
Stone bringt seinen Teamkollegen als wertvollsten Verteidiger der NHL ins Gespräch: "Ich denke, Shea Theodore entwickelt sich zu einem Verteidiger, der vom Kaliber her die Norris Trophy gewinnen könnte." Trainer Peter DeBoer stimmt ihm zu. "Ich bin mir sicher, dass er in den nächsten Jahren ein Kandidat sein wird", sagt der Trainer und nennt die positiven Eigenschaften von Theodore: "Sein Selbstvertrauen, sein Zwei-Wege-Spiel, seine Dominanz und seine Fähigkeit, Spiele zu kontrollieren."
Theodore wird in diesem Jahr noch nicht die James Norris Memorial Trophy gewinnen. Sollte er aber auch in den kommenden Spielen so auftrumpfen wie zuletzt, könnte er ein Kandidat für die Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs sein.

Pacioretty, Golden Knights bezwingen Canucks in Sp. 4

Canucks müssen Gegentorflut verarbeiten
Spiel 4 gegen die Golden Knights war für die Canucks eine bittere Erfahrung. Lag die Mannschaft von Trainer Travis Green nach zwei Spielabschnitten noch mit 3:2 in Führung, so gab sie die Partie im letzten Drittel innerhalb von nur 5:37 Minuten völlig aus der Hand. Diese kurze Zeitspanne genügte den Knights nämlich, um drei Tore zu erzielen.
Ob die Canucks dieses Negativerlebnis verarbeitet haben? Schwächen können sich die Kanadier jetzt nicht mehr erlauben. Die nächste Niederlage wäre gleichbedeutend mit dem Saisonaus. Green bleibt zuversichtlich: "Diese Mannschaft ist unverwüstlich und gewinnt gerne. Wir werden für das nächste Spiel bereit sein." Den Beweis dafür müssen nun seine Spieler auf dem Eis erbringen.