Zu dem Zeitpunkt war das Momentum endgültig auf Seiten der Islanders, die sich nach dem ersten Drittel und der Auswechslung ihres Stammkeepers, den Thomas Greiss nach dem 0:3 vertrat, zusammenrissen, sich in die Partie hineinbissen und den Flyers fortan das Leben schwer machten.
"Wir hätten in der Lage sein sollen, das Ergebnis über die Zeit zu bringen", meinte Couturier weiter. Vor dem dritten Gegentor habe er einfach einen Weg finden müssen, die Scheibe zu klären, sagte er selbstkritisch. Aber er fand gut, wie das Team zurückgekommen sei. "So, wie wir das schon die ganze Saison gemacht haben. Wir sind wieder stark aus der Kabine gekommen. Das war die Antwort, die wir gebraucht haben."
Aus Couturiers Sicht war die Leistung der Flyers in Spiel 2 "ein Schritt nach vorne". Das Forechecking habe ihm besonders gut gefallen. "Wir haben uns auch einige Chancen herausgespielt. Das teilweise ganz gut ausgesehen."
Die Islanders hatten in der regulären Spielzeit sogar noch die große Möglichkeit, die Partie komplett zu drehen. Denn die Flyers meinten, dass dem Treffer eine Abseitsstellung vorausgegangen sei, und Coach Vigneault nahm eine Challenge. Die Schiedsrichter sahen das jedoch anders, und so mussten die Flyers die Schlussphase der regulären Spielzeit noch in Unterzahl überstehen. "Die Challenge war meine Entscheidung. Es war falsch. Das war mein Fehler", räumte Vigneault ein.
Aus Sicht von Sturmkollege Kevin Hayes war der Sieg umso wichtiger, als dass bereits am nächsten Tag (7 p.m. ET; Fr. 1 Uhr MESZ, NHL.tv) die dritte Partie der Serie in der Scotiabank Arena von Toronto, der Hub City der Eastern Conference, auf dem Programm steht. "Es war ein wichtiger Sieg, vor allem vor dem Hintergrund, dass wir gleich wieder gegeneinander spielen. Wir haben eine gute Antwort gegeben. Es fühlt sich gut an. Aber wir wissen auch, dass New York morgen alles versuchen wird", meinte Hayes. Der Angreifer hatte mit seinen beiden Treffern im ersten Drittel wesentlichen Anteil daran, dass die Flyers schon früh vom Sieg träumen durften. Beide Male überwand er Varlamov am kurzen Pfosten.
Dass die Flyers am Ende die Jubeltraube auf dem Eis bildeten, lag an einem der jungen Verteidiger des Teams. Philippe Myers nahm sich an der blauen Linie einfach mal ein Herz, zog ab und war mit diesem Schuss der Einzige, der Greiss überwinden konnte. "Ich habe den Puck bekommen, habe eine Schussbahn gesehen und versucht, die Scheibe aufs Tor zu bringen. Das ist ein gutes Gefühl", beschrieb der 23-Jährige die entscheidende Szene des Spiels. Und Couturier meinte: "Das sind die Tore, die wir in den Playoffs brauchen."