Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Florida Panthers und den Detroit Red Wings

Die Detroit Red Wings haben sich am Montag von der bitteren 4:5-Heimniederlage gegen die St. Louis Blues gut erholt präsentiert. Die Mannschaft mit dem deutschen Verteidiger Moritz Seider gewann bei den Florida Panthers 5:3. In der Amerant Bank Arena stellte der ehemalige Abwehrspieler der Adler Mannheim seine Fähigkeiten als Vorbereiter unter Beweis. Entscheidend für den Erfolg waren am Ende die Special Teams und Details im Spiel.

4:2 waren die Red Wings im vorangegangenen Heimspiel gegen die Blues im letzten Drittel schon vorne. Und doch haben sie diese Partie am Ende noch aus der Hand gegeben. Dieser Stachel saß tief, die Enttäuschung war groß. Und danach ging es auch noch in den Flieger nach Florida, wo zwei Partien direkt hintereinander gegen die Panthers und die Tampa Bay Lightning warteten. Die erste Aufgabe in Sunrise hat die Mannschaft mit Bravour gelöst. Und diesmal hat sie auch die Führung im Schlussdrittel über die Zeit gebracht.

DET@FLA: Brandsegg-Nygård erhöht auf 4:2

McLellan: Hartes Stück Arbeit

„Jedes Mal, wenn man gegen Florida spielt, ist das ein hartes Stück Arbeit. Es wird intensiv an der Bande gekämpft, vor dem Tor. Man muss Spieler ein bisschen herumschubsen, um in den Zweikämpfen zu bleiben. Unser Einsatz und unsere Einstellung haben gestimmt, Im Laufe des Spiels ist es sogar noch besser geworden“, befand McLellan nach der Partie.

Entscheidend für den Erfolg waren aus Sicht des Trainers einmal mehr die Special Teams. Da sah er seine Mannschaft vorne. Statistisch gesehen hat er da durchaus Argumente. Die Red Wings nutzten eine von drei Möglichkeiten im Powerplay, während die Gastgeber hier leer ausgingen. Die Gäste waren zweimal in Unterzahl und kassierten dabei kein Tor. Allerdings gelang den Panthers durch Aaron Ekblad ein Tor bei eigener Unterzahl, sodass es auf dem Scoreboard in Sachen Special Teams am Ende 1:1 hieß.

Seine Schützlinge seien eng an den Gegenspielern gewesen und hätten sehr gut die Checks zu Ende gefahren, zeigte sich der Trainer mit dem Auftritt seiner Truppe zufrieden. „Das Forechecking der Panthers gehört zum Besten in der Liga. Bei Sechs gegen Fünf am Ende hätten wir es ein bisschen besser ausspielen können. Für den größten Teil haben wir getan, was wir konnten. Wir hatten eine gute Struktur in unserem Spiel“, lobte McLellan. Für Detroit wurde es noch mal eng, als Sam Bennett mit noch 3:20 Minuten auf der Uhr auf 3:4 verkürzte. Doch Emmitt Finnie machte drei Sekunden vor dem Ende den Deckel auf die Partie mit einem Treffer ins verwaiste Panthers-Tor.

DET@FLA: Finnie trifft nach Vorlage von Seider

Mazurs Premierentreffer

„Das war eine gute Antwort nach der Partie gegen St. Louis. Man muss seine Lehren aus solchen Spielen ziehen“, meinte Detroits Stürmer Carter Mazur. Er hatte nach knapp fünfeinhalb Minuten die Gäste in Führung gebracht. Es war sein erster NHL-Treffer. „Das war etwas ganz Besonderes für mich“, sagte er danach. Mazur ist in der Geschichte der NHL der 14. Spieler, der in Michigan geboren ist und sein erstes NHL-Tor für die Red Wings erzielt. Zuletzt gelang das Dominik Shine am 8. März dieses Jahres.

DET@FLA: Mazur trifft zum 1:0

„Es ist schwierig, in dieser Arena zu bestehen“, meinte auch Michael Brandsegg-Nygard. „Die Panthers spielen hart, aber wir haben gut dagegengehalten“, betonte der Norweger. Das Team habe aus der Partie gegen St. Louis die Lehren gezogen. „Wenn wir jetzt eine Führung im dritten Drittel haben, erinnern wir uns daran und versuchen, besser zu spielen und den Druck weiter hochzuhalten, damit sowas nicht noch mal passiert.“ Er schoss mit dem zwischenzeitlichen 4:2 am Ende das siegbringende Tor für Detroit. Es war sein erstes Game Winner. Gleichzeitig ist er damit der sechste Norweger in der Geschichte der NHL, dem das gelang. An der Spitze dieser Statistik liegt Mats Zuccarello mit 40. Bis er dahin kommt, dauert es noch ein bisschen. Aber Emil Lilleberg (3), Patrick Thoresen (2) und Espen Knutsen (2) sind in Reichweite. Mit Andreas Martinsen hat er schon gleichgezogen. Und Brandsegg-Nygard ist mit 21 Jahren der jüngste Norweger, dem ein siegbringender Treffer gelang.

Seider klettert in Statistik

Die Gäste aus Detroit gingen auch im zweiten Drittel zunächst in Führung dank eines Treffers von Alex DeBrincat. Doch Ekblad glich mit seinem Unterzahltor erneut aus. Im Schlussdrittel zogen die Red Wings dann allerdings auf 4:2 davon. Diese Hypothek war für die Gastgeber nicht mehr aufzuholen.

Seider bereitete sowohl Mazurs als auch Finnies Treffer vor. Er steht jetzt in seiner Karriere bei 250 Scorerpunkten (39-211-250) und ist damit der vierte deutsche Verteidiger in der NHL, der diese Marke geknackt hat. Dennis Seidenberg ist mit 251 (44-207-251) nur noch knapp vor ihm. Uwe Krupp (69-212-281) wird er zumindest in Sachen Assists bald ein- und überholen. Nur bis Christian Ehrhoff (74-265-339) dauert es noch ein bisschen. Seidenberg hatte Seider erst vor wenigen Tagen bei den Vorlagen überholt.  

McLellan war schon vor dem Spiel überzeugt, dass die Niederlage gegen die Blues keine Rolle mehr spielt. „St. Louis ist bereits abgehakt. Was gut für uns ist. Das spukt nicht weiter in unseren Köpfen rum. Wir haben darüber gesprochen und wollten sehen, dass sich einige Dinge verändern. Das war irgendwie merkwürdig, weil wir so lange gut gespielt und die Partie trotzdem noch aus der Hand gegeben haben.“ Mit der Einschätzung, dass die bittere Heimpleite keine Rolle mehr spielte, sollte er Recht behalten.

In der NHL hat man allerdings naturgemäß nicht viel Zeit, sich über einen Sieg zu freuen. So ist es auch hier. Bereits am Dienstag müssen die Red Wings bei den Tampa Bay Lightning antreten. Da können sie dann unter Beweis stellen, dass sie in den Köpfen verstanden haben, dass sie sich andersrum für den Sieg vom Tag vorher nichts kaufen können. McLellan weiß, dass das ein stetiger Prozess ist. „Wir sind nicht perfekt. Es wird wieder Rückschläge geben. Aber wir versuchen dann, diese Dinge zu verbessern und weiterzumachen.“ Aber zumindest für den Moment ist die Welt bei den Red Wings wieder in Ordnung.

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