NHL.com/de Autor Rupp über Spiel 2 vom SCF 2023

Die Florida Panthers reisen am Dienstag mit leeren Händen zurück in ihre Heimat. Die ersten beiden Spiele des Stanley Cup Finals 2023 bei den Vegas Golden Knights gingen recht deutlich mit 2:5 und 2:7 verloren. Trainer Paul Maurice schließt personelle Veränderungen nicht aus und zählt voll auf seinen Kapitän Aleksander Barkov.

Panthers haben im Stanley Cup Finale noch kein Erfolgsrezept

Die Panthers warten weiter auf ihren ersten Sieg in einem Stanley Cup Finale. 1996 wurden sie von den Colorado Avalanche gesweept. Ein ähnliches Szenario könnte auch 27 Jahre später drohen, denn Florida kehrt mit einem 0:2-Serienrückstand aus Las Vegas zurück.

Coach Maurice muss sich also schnell etwas einfallen lassen. Gegen schnelle und spielstarke Golden Knights fanden seine Panthers bislang kein Rezept - weder offensiv (vier Tore in zwei Spielen) noch defensiv (zwölf Gegentore in zwei Spielen). Grund zur Sorge gibt es auch bei den Special Teams: Das Powerplay (0/7) ist noch ohne Erfolg, das Penalty Killing (5/11, 63,6 Prozent Erfolgsquote) ist sehr anfällig und bezahlt für zahlreiche Strafen (130 Strafminuten in zwei Spielen), die oft aus Undiszipliniertheiten und Übermotivation resultierten.

Erschwerend kam hinzu, dass die beiden Playoff-Helden bislang hinter den Erwartungen zurückbleiben: Stürmer Matthew Tkachuk, der zuvor bereits vier Siegtreffer erzielt hatte, steht im Stanley Cup Finale bei einem Tor und 36 (!) Strafminuten, war über weite Strecken also auf der Strafbank statt unter der Haut seiner Gegenspieler. Auch Goalie Sergei Bobrovsky konnte seine bisherige Playoff-Top-Form nicht konservieren und kommt in der Finalserie auf einen Gegentorschnitt von 5,52 sowie eine Fangquote von 82,6 Prozent. In Spiel 2 wurde der bisherige Sieggarant nach 27:10 Minuten ausgewechselt.

"Sergei war wie unser Team: nicht ganz da. Wir haben ihn nicht unterstützt, er hat das Spiel nicht beruhigen können, als wir es gebraucht hätten", sagte Maurice. "Ich habe aber volles Vertrauen in ihn für Spiel 3."

Wann platzt der Knoten bei Barkov & Co.?

Um gegen ein Top-Team wie Vegas erfolgreich zu sein, brauchen die Panthers mehr Punkte von ihren Top-Spielern: Die Stürmer Barkov, Reinhart und Carter Verhaeghe sowie die Verteidiger Aaron Ekblad und Brandon Montour sind im Stanley Cup Finale noch komplett ohne Scorerpunkt.

Über seinen Kapitän aber kann Maurice nur positive Worte verlieren: "Barkov war in den Playoffs fantastisch für uns. Er hat neue Facetten in sein Spiel integriert, er ist ein toller Spielmacher, er hat einen unglaublich harten Handgelenksschuss, er ist körperlich präsent und spielt in Unterzahl."

Luostarinen und Gudas fraglich für Spiel 3

Immer für ein Tor gut war in den früheren Runden die dritte Sturmreihe. Dass Stürmer Eetu Luostarinen bislang noch kein Spiel im Stanley Cup Finale absolvieren konnte, trifft Florida hart. Der Finne verletzte sich in Spiel 4 des Eastern Conference Finals gegen die Carolina Hurricanes und kam seitdem nicht mehr zum Einsatz (Unterkörperverletzung).

"Mit ihm haben wir einen Top-9-Stürmer verloren", hadert Maurice. "Egal, in welcher Reihe er gespielt hat, er hat sie mit Sicherheit defensiv stärker gemacht. Er ist ein exzellenter Forechecker und ein erstklassiger Penalty Killer. Das hat uns gefehlt, aber wir müssen einen Weg finden, zu gewinnen. Das ist das Wichtigste in den Playoffs. Wenn Spieler ausfallen, dann ist das eine Chance für andere Spieler, sich zu zeigen."

Bislang nahm Ryan Lomberg den Platz des linken Flügelspielers in der dritten Sturmreihe neben Anton Lundell und Sam Reinhart ein. Lomberg und Reinhart sind noch ohne Scorerpunkt, Lundell, der in Spiel 2 zwischenzeitlich neben Landsmann Barkov auflief, steuerte immerhin schon ein Tor und einen Assist bei.

"Während der Saison habe ich schonmal mit Barky zusammengespielt. Das wird mir also nicht schwerfallen", so Lundell, der betont: "Ich spiele dort, wo ich gebraucht werde."

Trainer Maurice experimentierte bereits in Spiel 2. "Wir haben mit elf Stürmern und sieben Verteidigern gespielt, denn wir wollten flexibler sein und ein paar Dinge ausprobieren", erklärt der Headcoach. "Als wir das Spiel aus der Hand gegeben haben, habe ich ein paar verschiedene Reihen-Kombinationen ausprobiert. Ich glaube, dass wir in den letzten Wochen der Saison sehr konstante Reihen hatten. Als Eetu aus der Aufstellung gefallen ist, hat sich die Dynamik verändert. Ich glaube nicht, dass die Reihenwechsel der Grund für die Niederlage waren. Ich werde weitere Umstellungen aber nicht ausschließen."

Ob Verteidiger Radko Gudas, der sich bereits früh im ersten Drittel von Spiel 2 verletzte, wieder zur Verfügung steht, ist noch offen.

"Wir werden einen Gameplan haben", verspricht Maurice.