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Ist es die Zeit zu gehen

Marc-Andre Fleury wird beim NHL Expansion Draft nicht auf der Liste der geschützten Spieler stehen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Als Marc-Andre Fleury am 21. Juni 2003 im Gaylord Entertainment Center, der jetzigen Bridgestone Arena, in Nashville von den Pittsburgh Penguins beim NHL Draft 2003 in der ersten Runde an Nummer 1 gezogen wurde, galt der junge Schlussmann als das große Torhütertalent für die kommende Dekade. Der mittlerweile 32-Jährige enttäuschte nicht die Erwartungen der Penguins, gab in der Spielzeit 2003/04 sein NHL-Debüt und war elf Jahre lang, von 2005 bis 2016 ihre unangefochtene Nummer 1.

Selbst nachdem Matt Murray in den Stanley Cup Playoffs 2016, aufgrund einer Verletzung von Fleury, die Penguins zu ihrem vierten Stanley Cup Triumph geführt hatte, meldete sich der aus Sorel stammende, wiedergenesene Frankokanadier zurück und stand von 34 der 82 Partien in der Saison 2016/17 von Beginn an im Kasten der Pens.

Auch zu Beginn der Playoffs 2017 konnte sich Pittsburghs Headcoach Mike Sullivan auf den erfahrenen Schlussmann mit der Nummer 29 auf dem Rücken verlassen. Bis zum dritten Spiel im Eastern Conference Finale gegen die Ottawa Senators bekam Fleury den Vorzug gegenüber den sich in der Regenerationsphase befindlichen, neun Jahre jüngeren Murray. Das 23-jährige Torwarttalent wurde in dieser Partie eingewechselt, nachdem Fleury vier Gegentore in 12:52 Minuten kassiert hatte, und musste nur noch einen Treffer hinnehmen. In den noch verbleibenden zehn Begegnungen bis zur erfolgreichen Titelverteidigung begnügte sich Fleury mit dem Platz auf der Spielerbank.

Wie sehr Fleury mit dem Herzen den Penguins verbunden ist, kann man daran erkennen, dass er sich am Mittwoch dazu entschloss, auf seine vertraglich festgehaltene No-Movement-Klausel zu verzichten, damit das Management der Penguins Murray auf die Liste der geschützten Spieler für den NHL Expansion Draft aufnehmen kann.

"Mir war klar, dass sich nach dieser Saison für mich einiges verändern wird", sagte Fleury gegenüber NHL.com am Donnerstag. Fleury ist Profi genug, um zu wissen, dass Pittsburghs General Manager Jim Rutherford keine andere Wahl geblieben wäre, als ihn an eine der 18 Mannschaften zu traden, die nicht auf der No-Movement-Liste standen. Als sportlich Verantwortlicher war Rutherford dazu gezwungen alles daran setzen, damit Murray nicht von den Vegas Golden Knights gezogen werden kann.

Im Nachhinein war es ein Glücksfall für die Organisation der Penguins, dass Rutherford sich nicht schon während der Saison 2016/17 auf der Suche nach einen neuen Arbeitgeber für Fleury gemacht hatte. Wer weiß wie die letzten Playoffs verlaufen wären, hätten die Penguins auf einen anderen Backup als Fleury zurückgreifen müssen, nachdem sich Murray beim Aufwärmen zu Spiel 1 in der Erstrundenserie gegen die Columbus Blue Jackets verletzt hatte? So war Fleury noch zur Stelle!

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Auf der Pressekonferenz am Donnerstag wurde der langjährige Torwart der Penguins danach gefragt, wie er sich von seinen Teamgefährten, allen voran Sidney Crosby und Evgeni Malkin,, mit denen er dreimal den Stanley Cup gewinnen konnte, verabschieden werde.

"Vermutlich überhaupt nicht. Ich werde einfach gehen. Wir werden uns noch häufiger über den Weg laufen und wir werden in Kontakt bleiben."

Wohin auch immer die Reise von Fleury gehen wird, in Pittsburgh werden sie ihn, der für sie 13 Spielzeiten lang 691 Mal im Tor stand und dabei 375 Siege, davon 44 ohne Gegentreffer, einfahren konnte, nicht vergessen

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