Das letzte Aufeinandertreffen am 4. April eskalierte nach Mark Giordanos Open Ice Hit gegen Ducks Cam Fowler. Fowler musste das Eis mit einer Knieverletzung verlassen. Insgesamt 106 Strafminuten auf beiden Seiten waren die Folge. Niemand erwartete für diese Erstrundenpaarung eine kuschelige Staffel unsere kleine Farm sondern rauchende Colts.
"Ihr ganzes Team spielt hart und sie spielen sehr physisch. Sie sind alle sehr talentiert", erklärte Flames Stürmer Matthew Tkachuk im Vorfeld der Partie. "Wir müssen versuchen, ihnen da mit unserer Geschwindigkeit und unseren Skills etwas entgegenzusetzen. Wir dürfen nicht zurückstecken und müssen selbst physisch spielen, aber auf jeden Fall clever bleiben."
Damit war die Marschrute prinzipiell vorgegeben. Was die Härte anging, wurde diese von beiden Seiten zweifelsfrei beherzigt. Insgesamt 66 Checks und 24 Strafminuten (33 Checks und 14 Strafminuten auf Seiten der Flames) sprechen eine deutliche Sprache.
Eine Sprache, die auch Anaheim Ducks Kapitän Ryan Getzlaf fließend spricht. Als eiskalter Sherriff hielt er die Zügel fest in der Hand und machte keine Gefangenen. In der 54. Spielminute ließ er Flames Kapitän Mark Giordano markerschütternd auflaufen.
"Es war nichts gegen ihn", sagte Getzlaf. "Er war einfach der Mann der den Puck hatte und er hat sich einfach etwas gedreht. Ich denke, er hat mich nicht wirklich kommen sehen. Ich wollte meine Schulter unten halten und auf den Füßen bleiben ... einfach durch den Körper fahren."
Spiel 1 unterstrich eindrucksvoll, wie immens wichtig die Special Teams sind. Wie jeder anständige Western-Kassenschlager gipfelte auch das Aufeinandertreffen der Flames und Ducks in einem echten Showdown. Die Nerven lagen blank, als die Flames am Ende 73 Sekunden lang in doppelter Überzahl versuchten, das Spielgerät zum 3-3 Ausgleich in das Gehäuse der Ducks zu befördern.
Mit Mann und Maus verteidigten die Gastgeber, bis die erlösende Schlusssirene ertönte. Ducks Coach Carlyle kann sich hierbei nicht genug bei seinem Torhüter John Gibson bedanken.
"Ich denke, dass wir in unserem Unterzahlspiel heute Abend einige Fehler gemacht haben. Wir haben den Puck nicht immer klären können. Wir haben uns schwergetan und hätten den Puck öfter unten halten sollen", erklärte er. "Doch üblicherweise ist unser Torhüter sowieso unser bester Penalty Killer."
Gibson verkörperte am Donnerstag den klassischen Antihelden, der in keinem guten Cowboyfilm fehlen darf. Prächtig krazte er ein ums andere Mal das Spielgerät von der Linie und verdarb den Flamesangreiffern die Laune.
Auch Ducks Verteidiger Kevin Bieksa war voll des Lobes für seinen Torsteher. "Gibson hat heute gekämpft. Da waren einige Chancen, wo er schon auf den Knieen lag, die Beine spreizte und riesen Saves machte", sagte er. "So etwas brauchst du von deinem Goalie. Du brauchst das, damit du gewinnst. Es gibt viele so kleine Situationen, die das Ergebnis des Spiels ausmachen. Er muss gut sein, damit wir eine Chance haben."