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Fazit der NHL Global Series 2019 fällt positiv aus

Ausverkaufte Hallen, gute Unterhaltung und bester Eishockeysport begeisterten auf der NHL-Tour durch Europa

von Stefan Herget @NHLde / Freier Chefautor NHL.com/de

Früher als im vergangenen Jahr verkündigte NHL Commissioner Gary Bettman auf der Pressekonferenz vor dem ersten Spiel der NHL Global Series 2019 im Ericsson Globe von Stockholm, dass der beliebte Event auch im kommenden Jahr seine Fortsetzung finden wird. Diese Vorgehensweise ist konsequent, denn viele Seiten und nicht zuletzt die NHL profitieren von diesen Auftritten in Europa und werden die Global Series auch im nächsten, dem vierten Jahr in Folge zu einem Erfolgsmodell machen.

"Mehr als 30 Prozent aller NHL-Spieler wurden außerhalb von Nordamerika geboren", verdeutlichte Bettman. "Es ist besonders für sie, ihre Teams und den Fans in den Ländern, aus denen sie kommen, wenn sie zu Hause auftreten dürfen."

So äußern sich auch alle betroffenen Spieler, die äußerst erfreut sind, sich vor Familienmitgliedern und Freunden in der Heimat präsentieren dürfen. Der Tscheche Jakub Voracek von den Philadelphia Flyers hatte dadurch zum Beispiel die einzigartige Möglichkeit, in Prag vor den Augen seiner Großmutter zu spielen, die ihn in jungen Jahren ungemein bei seinem Sport unterstützt und so wichtigen Einfluss auf seine Karriere hatte, aber nicht mehr in der Lage ist, nach USA zu reisen, um ihn live spielen zu sehen. 

Es sind aber nicht nur diese Geschichten, die öffentlich werden, sondern viele im Hintergrund der Veranstaltung, die Menschen manchmal erstmalig mit der NHL in Verbindung bringen. Schließlich muss für die Liga selbstverständlich der wirtschaftliche Erfolg stimmen, denn ansonsten würde der Aufwand wohl nicht betrieben werden. Dass Fans aus ganz Europa zu den Spielstätten reisen und die Spiele trotz hoher Eintrittspreise rasend schnell ausverkauft sind, zeugt von der Faszination, die die Spiele verbreiten.  

"Eishockey ist ein weltweites Spiel", erinnerte Bettman. "Eishockey-Fans in Europa lieben das Spiel und wir lieben den Fakt, dass sie es lieben. Das ist der Grund, warum wir zurückkommen."

Doch die NHL veranstaltet mittlerweile nicht nur die Spiele. Die NHL Global Fan Tour, eine Art mobiles Museum mit interaktiven Spielen rund um das Thema NHL und Eishockey, begann am 25. August in Dresden und machte außerdem in den Städten Nürnberg, Mannheim, Lausanne und Berlin sowie an einigen tschechischen Standorten Station und erfreute sich mit vielen Besuchern großer Beliebtheit. 

An den Spielorten selbst fanden außerdem im Rahmen der Auftritte der NHL-Mannschaften Tagungen und Fortbildungen zum Thema souveräne Spielleitungen für Offizielle und Taktikschulungen sowie zum Thema Mannschaftsführung für Trainer statt. So nahm sich der Coach der Buffalo Sabres Ralph Krueger höchstpersönlich vor der Partie am Samstag Zeit und referierte drei Stunden vor einer versammelten Gruppe von schwedischen Trainern.

So wird die Global Series auch abseits der Spiele für viele wichtige Dinge genutzt, um das Eishockey im Allgemeinen weiterzubringen. Doch vor allem stehen die Begegnungen mit den NHL-Teams im öffentlichen Fokus.  

Unvergessen aus diesem Jahr wird bleiben, dass der HC Lausanne am Samstag vor ihrem Treffen mit den Flyers in der Schweizer National League dem HC Davos mit 1:7 unterlagen und zwei Tage später Philadelphia mit 4:3 besiegten. Auch die Eisbären Berlin schlugen sich gegen die Chicago Blackhawks wacker und unterlagen nach langer Gegenwehr nur mit 1:3.

 

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Die Flyers zeigten sich dafür zum Saisonauftakt am 4. Oktober im Gegenteil zum Auftritt in Lausanne hellwach und gewannen das Punktspiel in der O2 Arena von Prag gegen Chicago mit 4:3.

Die Tampa Bay Lightning konnten schließlich am Freitag und Samstag in Stockholm die Sabres zweimal besiegen, zuerst mit 3:2 und dann mit 5:3. Sie holten damit nicht nur wichtige vier Punkte in diesem Divisionsduell der Atlantic Division, sondern tankten auch Selbstvertrauen, dass sie bald an die Leistungen aus dem Vorjahr anschließen können, als sie souverän und mit großen Abstand die Presidents' Trophy holten.

Doch nach der Global Series 2019 ist vor der Global Series 2020. Die Spieler und Fans können sich darauf freuen, dass im Herbst 2020 Roman Josi und, falls er seinen Vertrag verlängern kann, Yannick Weber mit den Nashville Predators nach Bern zurückkehren.  

"Ich bin sehr erfreut darüber", äußerte sich Josi begeistert. "Ich bin fünf Minuten von der Arena in Bern aufgewachsen. Meine ganze Familie lebt da und viele meiner Freunde, mit denen ich aufgewachsen bin. Der SC Bern ist das einzige Team, für das ich zuvor gespielt habe, von daher ist es etwas ganz Besonderes."

Josi war schon einmal dabei, als eine NHL-Mannschaft in die Schweiz kam, stand allerdings auf der anderen Seite. "Ich habe damals mit Bern gegen die New York Rangers gespielt und 8:1 verloren. Es hängen so viele Erinnerungen an dieses Team und diese Stadt. Mit einem NHL-Team jetzt zurückzukehren, ist überwältigend für mich."

Soviel ist sicher, dass die Karten für das Spiel von Nashville gegen den SC Bern heiß begehrt sein werden und das weiß auch Josi, der noch keine Bestellungen erhalten hat. "Die werden sicher kommen und ich werde eine große Gruppe im Publikum haben", ist sich der Kapitän der Predators sicher.

Zwar derzeit ohne deutsche Beteiligung, aber dafür mit einer Spitzenmannschaft bekommen es die Adler Mannheim zu tun, wenn sie sich mit den Boston Bruins messen werden. Anschließend treffen die Predators und die Bruins in Prag zu einem regulären Saisonspiel aufeinander.

Den Abschluss der Global Series 2020 bilden die Colorado Avalanche und Columbus Blue Jackets, die voraussichtlich Ende Oktober, zwei Spiele in der finnischen Hauptstadt Helsinki austragen werden.

Die Vorfreude ist groß, dass die NHL sein Engagement in Europa fortsetzt. Bis dahin unterhält das NHL Europa-Spiel der Woche jeden Samstag oder Sonntag die europäischen Fans zur besten Sendezeit mit einer Live-Paarung. Von daher heißt es weiter, Game on.

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