So viele Tore sind natürlich ganz nach dem Geschmack der Zuschauer, vor allem, wenn ihr favorisiertes Team am Ende siegreich ist. Für Trainer sind solche Spiele nur zu ertragen, wenn am Ende zwei Punkte herausspringen. Für jede Defensivabteilung und deren Coaches ist es trotzdem ein Horror mindestens sechs Tore kassiert zu haben. Stabilität in der Abwehr gehört schließlich zum Rüstzeug des modernen Eishockeys.
Bei solchen Spielen werden Erinnerungen an die 80er- und 90er Jahre wach, als die Stürmer fast nach Belieben trafen, ein Wayne Gretzky beispielsweise regelmäßig mehr als 150, vier Mal sogar über 200 Scorerpunkte in einer Saison erzielte. Der Torschnitt pro Spiel lag über eine komplette Saison hinweg über sieben, in der Saison 1981/82 mit 8,03 am höchsten seit Beginn der NHL Expansion Ära im Jahre 1967.
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Diese Zeiten sind vorbei. Trotzdem liegt der Schnitt in dieser Saison derzeit erstmals seit der Saison 2005/06 (6,17) wieder über sechs Treffer pro Spiel, genau gesagt bei 6,12. Diese Tendenz darf durchaus als erfreulich bezeichnet werden, denn Tore sind das Salz in der Suppe eines jeden Eishockeyspiels. Und wenn dann die Führungen stetig wechseln, der Ausgleich in der allerletzten Sekunde fällt und die Partie in der Verlängerung durch Sudden Death entschieden wird, wie am Dienstag in Washington, dann schlägt das Herz der Fans höher.
Capitals Trainer Todd Reirden wird sich jedoch zusammen mit dem Team weitergehende Gedanken machen müssen, denn die Capitals verloren, wenn auch denkbar knapp, ihr sechstes Spiel in Folge und ließen zum dritten Mal in ihren vier letzten Spielen mindestens sieben Gegentore zu. Für ein erfolgreiches Eishockey ist defensive Instabilität jedoch ein Todesurteil, vor allem, wenn sechs eigene Treffer nicht ausreichen, einen doppelten Punktgewinn einzufahren.