WIDE ENG

Der Kampf um den Stanley Cup 2022 ist in vollem Gange. Während die Spannung auf dem Eis zunimmt, lässt NHL.com/de die Postseason-Geschichte der NHL hochleben und gründet die erste European Player Playoff Hall of Fame Class 2022. Da der Erfolg in den Playoffs das entscheidende Kriterium ist, und die Auswahl aus einem großen Pool qualifizierter Spieler besteht, ist die Aufgabe gewaltig.

In dieser Ausgabe die Nummer 2 bei den Stürmern.
Sergei Fedorov (183 Playoff-Spiele, 52 Tore, 124 Assists, 176 Punkte)
Die Stanley Cup Playoffs 1997 und 1998 waren für Fedorov zwar nicht die punktbesten seiner Karriere, dennoch liegt der russische Angreifer gerade aufgrund dieser beiden Endrunden auf dem zweiten Rang unter den Stürmern. Mit jeweils 20 Punkten trug er dazu bei, dass die Detroit Red Wings zwei aufeinanderfolgende Stanley Cups feiern durften.
Mit seinen 20 Punkten (8 Tore, 12 Assists) aus den 20 Playoff-Spielen 1997 war Fedorov an maßgeblich am ersten Titel der Red Wings seit 1955 beteiligt. Seine Punkteausbeute ließ sich der Superstar in der Folge auch fürstlich entlohnen. Mit einem Jahresgehalt von kolportierten 28 Millionen US-Dollar ist er noch heute der NHL-Spieler mit dem höchsten Einkommen in einer Saison. Großen Anteil daran hatte ein Bonus, den er sich durch das Erreichen des Conference Finales sicherte.

Fedorov erzielt alle fünf Tore gegen die Capitals

Nach dem Conference Finale gewannen die Red Wings auch die Serie um den Titel und feierten mit Fedorov den zweiten Stanley Cup. Erneut war er mit 20 Punkten (10 Tore, 10 Assists) einer
der besten Punktesammler der Red Wings. Nur Steve Yzerman konnte noch mehr Zähler verbuchen.
Nach seinem Draft an 74. Position in der vierten Runde 1989 lief Fedorov erstmals zur Spielzeit 1990/91 für die Red Wings auf. Während seiner Zeit in Detroit bis 2002/03 verpasste er nie die Schlussrunde und stand insgesamt in 162 Playoff-Partien auf dem Eis. 2002 gewann er zum dritten Mal den Stanley Cup. Er schoss für die Red Wings 50 Playoff-Tore und bereitete weitere 113 vor. Mit 163 Punkten für Detroit lag sein Schnitt bei über einem Punkt pro Spiel.
Bereits in seinem vierten Jahr war klar, dass Fedorov zu den besten Angreifern aller Zeiten gehört. In der Hauptrunde sammelte er 120 Punkte (56 Tore, 64 Assists) und wurde lediglich von Wayne Gretzky übertroffen. Die Hart Memorial Trophy, die Frank J. Selke Trophy und der Lester B. Pearson Award, seit 2010 Ted Lindsay Award, waren die Auszeichnungen für seine hervorragende Saison.

053122_Intl_FederovCup

Eine Spielzeit später konnte Fedorov seine Fähigkeiten auch in den Playoffs aufs Eis bringen. Mit 24 Punkten (7 Tore, 17 Assists) war er der beste Punktesammler in den Playoffs und hatte maßgeblichen Anteil am Finaleinzug der Red Wings. Auch in der Endspiel-Serie wehrte sich Fedorov mit Leibeskräften gegen die Niederlagen, doch selbst seine fünf Punkte konnten die 0:4-Serien-Niederlage gegen die New Jersey Devils nicht verhindern.
Die negative Erfahrung ließ Fedorov nicht verzweifeln, sondern noch härter am Erfolg arbeiten. Er legte drei weitere 20-Punkte-Playoffs hin und gewann zwei Titel.
Nachdem Fedorov die Red Wings verlassen hatte und für die Mighty Ducks of Anaheim (2003/04 und 2005/06) sowie die Columbus Blue Jackets (2005/06 - 2007/08) auflief, verpasste er vier Jahre lang die Playoffs. Erst mit seinem Wechsel zu den Washington Capitals in der Saison 2007/08 lief er wieder in einer Endrunde auf.
Selbst in seinem letzten NHL-Jahr, 2008/09, stand er mit 39 Jahren noch in 14 Playoff-Partien auf dem Eis und sammelte für die Capitals acht Punkte (ein Tor, sieben Assists). Ein weiterer Titel war ihm jedoch nicht mehr vergönnt.
Im Juni 2015 wurde er in die Hockey Hall of Fame aufgenommen, gefolgt von der IIHF Hall of Fame im Jahr darauf und auch in der Euro-Playoff-Hall-of-Fame hat er seinen Platz mehr als verdient.