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Motiviert im Kampf um den NHL-Titel

Im Kampf um den Stanley Cup zeigen einige Teams, dass sie diese Saison ein Wörtchen mitreden wollen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Für die Ottawa Senators verläuft die Saison bisher nicht ganz so wie erwünscht. Sie holten zwar 17 von 28 möglichen Punkten, immerhin 60,7%, doch bei 14 Partien sprangen nur sechs Siege für das Team aus Ontario raus. Ihre restlichen Punkte holten sie aus fünf Niederlagen nach Verlängerung, denkbar knapp schrammten sie an Siegen vorbei. Nun setzten sie ein Ausrufezeichen, als sie am vergangenen Sonntag in einem Transfer, in den noch zwei weiter Teams involviert waren, Matt Duchene von den Colorado Avalanche holten. Der Star aus Denver soll für die nötige Durchschlagskraft sorgen und zeigt, dass die Senators diese Saison mehr wollen, dass sie dieses Mal ein ernstzunehmender Kandidat für den Stanley Cup sein möchten.

Doch die Konkurrenz ist auch diese Saison wieder groß. Einige Teams zeigen derzeit entschiedene Entschlossenheit und die ein oder andere Mannschaft überrascht, besonders im Vergleich zur vergangenen Saison.

Selbstverständlich dürfen einige der üblichen Verdächtigen der letzten Jahre niemals außer Acht gelassen werden, wie beispielsweise die Pittsburgh Penguins. Der Meister der letzten beiden Jahre will den Titel-Hattrick perfekt machen und unter der Führung von Sidney Crosby und Evgeni Malkin erneut an die Spitze stürmen. Derzeit sieht es gut aus für die Penguins, sie stehen immerhin auf Platz eins der Metropolitan Division, vergangene Saison wirkten sie aber deutlich souveräner. Sie haben aktuell die drittmeisten Tore der Liga kassiert und ihre Offensive, die in den letzten Jahren das Aushängeschild des Klubs war, liegt nur im Mittelfeld der Liga.

Die drei stärksten Teams sind zurzeit die Tampa Bay Lightning, die St. Louis Blues und die Los Angeles Kings. Von diesen drei Teams schafften es vergangene Saison lediglich die Blues in die Playoffs. Die Lightning scheiterten knapp, mit nur einem Punkt Rückstand auf einen Qualifikationsplatz in der Eastern Conference und die Kings deutlich, mit einem Abstand von acht Zählern auf einen Rang unter den besten Acht im Westen.

Video: TBL@SJS: Kucherov aus dem Handgelenk ins Tor

Die Lightning haben ihren Erfolg vor allem dem hervorragenden Zusammenspiel ihrer Stars Nikita Kucherov und Steven Stamkos zu verdanken. Nachdem Stamkos in der vorherigen Saison verletzungsbedingt nur auf 16 Spiele kam, führt er die Liga derzeit nach Punkten und Assists an, Kucherov ist der zweitbeste Scorer und der beste Torschütze. Falls die beiden Stürmer diesen Trend fortsetzen können und sich nicht verletzen, sind die Lightning ein ernstzunehmender Kandidat für das Stanley Cup Finale.

Die Kings stehen auf Platz eins der Pacific Division, eine deutliche Verbesserung zur Vorsaison. Dabei fehlen ihnen zwei der größten Namen, die ihr Kader in der Offensive derzeit zu bieten hat. Marian Gaborik wurde vor der Saison am Knie operiert und ist immer noch nicht einsatzbereit. Jeff Carter wurde am 18. Oktober von einem Schlittschuh am Knöchel getroffen, wodurch eine Sehne durchtrennt wurde. Auch ohne die beiden Stürmer gehören die Kings zu einem der besten Teams der Liga und könnten mit einem Kader, der viele starke und erfahrene Spieler im Alter um die 30 Jahre enthält, diese Saison wieder nach dem Cup greifen.

Im Moment scheinen auch die New York Rangers wieder im Rennen zu sein. Nach einem schwachen Start, mit nur einem Sieg aus den ersten acht Spielen, sind sie mit fünf Siegen in Folge und sieben Siegen aus den letzten neun Spielen auf dem richtigen Weg. Besonders motiviert für die Mission Stanley Cup, dürfte Henrik Lundqvist sein. Er ist zweifellos einer der besten Torhüter der Welt, durfte aber in seiner Karriere noch nie den Cup in die Luft stemmen. Mit seinen 35 Jahren wird er vermutlich auch nicht mehr besonders viele Chancen dazu bekommen.

Video: BOS@NYR: Lundqvist streckt sich gegen Bergeron

Selbstverständlich gibt es in der engen Liga auch noch weitere Teams, die man nicht vergessen darf. Die Columbus Blue Jackets und die Nashville Predators gehörten zu den großen Überraschungen der letzten Saison und sind auch jetzt wieder auf einem guten Weg. Die Predators haben als Teil des Transfers von Duchene auch noch Kyle Turris nach Tennessee geholt, der ihren Angriff noch stärker und variabler machen dürfte.

Zwei junge, hungrige Teams, die mit einem unerfahrenen, aber talentierten Kader schon vergangene Saison im Rampenlicht standen, sind die Winnipeg Jets und die Toronto Maple Leafs. Sie stehen momentan auf Platz zwei ihrer Division. Besonders die Offensive der Maple Leafs kann sich mit 65 Toren in 17 Spielen sehen lassen.

Drei Mannschaften, die niemand im Visier hatte, sich aber im ersten Fünftel der Saison gut geschlagen haben, sind die New Jersey Devils, die Vancouver Canucks und die Vegas Golden Knights. Die Golden Knights legten einen furiosen Start hin, konnten in den letzten beiden Wochen aber kaum noch punkten. Ob das nur ein vorübergehendes Formtief des Liganeulings ist, oder der sensationelle Start ein Ausrutscher nach oben war, muss sich noch zeigen. Die Statistik spricht klar gegen Vegas. Es wäre höchst ungewöhnlich, dass ein Team in seiner ersten NHL-Saison die Playoffs erreicht.

Die Canucks hatten sich im letzten Jahr einen Platz unter den schlechtesten Teams der Liga reserviert, doch im Moment zeigen sie eine ansprechende Leistung und sind der Drittplatzierte in der Pacific Division. Ähnlich wie Lundqvist bei den Rangers, waren Henrik und Daniel Sedin über Jahre die prägenden Figuren der Organisation, ohne je den Titel geholt zu haben. Viele Gelegenheiten werden sie nicht mehr bekommen.

Video: NJD@OTT: Hischier erzielt seine ersten zwei NHL-Tore

Die Devils landeten vergangene Saison auf dem letzten Platz der Eastern Conference, doch nun stürmen gerade ihre neuen, jungen Talente nach vorne. Ihre vier besten Scorer sind Taylor Hall, Jesper Bratt, Will Butcher und der Schweizer Nico Hischier. Durchschnittsalter: 21 Jahre. Ob sie mit der jungen Truppe schon nach dem Cup greifen können ist unwahrscheinlich, doch selbst wenn sie in dieser Saison noch Unsicherheiten und Formschwankungen zeigen, wie es für junge Spieler nicht ungewöhnlich ist, sind sie für die nächsten Jahre gut aufgestellt.

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